Verdi ÖTV stimmt für Selbstauflösung

Die ÖTV hat entschieden. Mit großer Mehrheit stimmten die Delegierten auf dem Verschmelzungskongress für den Zusammenschluss mit vier weiteren Dienstleistungsgewerkschaften.


ÖTV-Delegierte zeigen den Weg - das Ziel heißt Verdi
AP

ÖTV-Delegierte zeigen den Weg - das Ziel heißt Verdi

Berlin - 474 von 541 Stimmberechtigten votierten für die neue Supergewerkschaft Verdi. Damit wurde die erforderliche Mehrheit von 80 Prozent erreicht. Am Nachmittag hatte die Gewerkschaft ÖTV den ersten von fünf Gewerkschaftskongressen eröffnet, auf denen die Fusion zur größten Einzelgewerkschaft der Welt besiegelt werden soll.

Im Gegensatz zu den anderen vier Gewerkschaften galt die Zustimmung der ÖTV-Funktionäre lange Zeit als höchst unsicher. "Die Stimmung ist gut und gespannt", sagte ÖTV-Sprecher Harald Reutter vor Beginn des Kongresses. Der Vorsitzende der ÖTV, der designierte Verdi-Chef Frank Bsirske, warb vor dem Kongress um Zustimmung für das umstrittene Projekt: Der Zusammenschluss sei eine Riesenchance, mit gebündelter Kraft zum politischen Machtfaktor für Arbeitnehmerinteressen zu werden.

Auch die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG), die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV), die Deutsche Postgewerkschaft (DPG) und die IG Medien müssen ihre Selbstauflösung zunächst einzeln beschließen. Die Abstimmungen werden für Samstag erwartet. Der eigentliche Gründungskongress von Verdi mit rund 5000 Teilnehmern ist ab Montag geplant. Auf ihren Einzelkongressen wollen die Gewerkschaften auch die Statuten und Richtlinien von Verdi beraten und die Kandidaten für den Bundesvorstand nominieren. Die neue Supergewerkschaft würde knapp drei Millionen Mitglieder in fast 1000 Berufen vertreten.



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