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Verkehr: Bahn erhöht trotz Gewinnsprung die Preise

Schock für Bahnkunden: Fahrkarten werden Ende des Jahres schon wieder teurer. Schuld seien hohe Energiepreise und Personalkosten, sagte Firmenchef Mehdorn. Gleichzeitig gab er bekannt, dass der Konzern seinen Gewinn deutlich gesteigert hat.

Frankfurt am Main - Zum Ende des Jahres müssen Bahn-Kunden schon wieder mehr für ihre Tickets bezahlen: Die Kombination aus explodierenden Energiepreisen und weit überdurchschnittlichen Personalkosten lasse keine andere Wahl als Preiserhöhungen, sagte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn am Montag in Frankfurt.

ICE: Mehr Fahrgäste, höhere Preise
AP

ICE: Mehr Fahrgäste, höhere Preise

Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" soll die Fahrpreiserhöhung Mitte Dezember stattfinden und 3,2 Prozent betragen. Mehdorn dagegen sagte, über Einzelheiten sei noch nicht entschieden. Die Kunden sollten aber spätestens Anfang September informiert werden.

Gleichzeitig meldet die Bahn satte Gewinne. Im ersten Halbjahr 2008 hat sie im Vergleich zum Vorjahr ein deutlich besseres Ergebnis eingefahren: Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg vor Sondereffekten um 6,8 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich erhöhte sich der Überschuss bis Ende Juni um 5,4 Prozent auf 915 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 8,2 Prozent auf 16,6 Milliarden Euro zu.

Auch die Zahl der Fahrgäste hat zugenommen: Sie stieg im ersten Halbjahr um gut 3 Prozent auf 941 Millionen, teilte die Bahn mit. Pro Tag seien im Schnitt 5,2 Millionen Menschen befördert worden. "Noch nie sind so viele Menschen mit den Zügen der Bahn gefahren, und noch nie wurden so viel Güter auf der Schiene transportiert", sagte Mehdorn.

Mit ihren guten Zahlen lockt die Bahn potentielle Investoren: Der Vorstand bekräftigte, dass die neu gegründete Tochter DB Mobility Logistics für den Personen- und Güterverkehr "voraussichtlich im Herbst" zu 24,9 Prozent an die Börse gebracht werden soll.

Unternehmenschef Hartmut Mehdorn bestätigte im Wesentlichen die Prognose für das Gesamtjahr. Die Bahn hatte damals eine Umsatzsteigerung um fünf Prozent vorausgesagt. Allerdings verwies er auf das wirtschaftliche Umfeld, das immer schwieriger werde und das auch die Bahn betreffe. Das Geschäftsmodell sei aber robust genug, um diese externen Effekte innerhalb des Unternehmens abzufedern, sagte Mehdorn.

cvk/Reuters/dpa-AFX/dpa/ddp

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