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Verlage: DuMont steigt bei "Haaretz" in Israel ein

Die Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg kauft nach eigenen Angaben 25 Prozent des Aktienkapitals der israelischen Haaretz-Gruppe. Zu dem Verlag gehören neben der drittgrößten israelischen Tageszeitung "Haaretz" mehrere Wochenblätter und eine Druckerei.

Tel Aviv/Köln - Es sollten 25 Millionen Euro Investitionssumme in das Unternehmen mit Sitz in Tel Aviv fließen, teilte DuMont Schauberg mit. Damit wagt sich das Kölner Familienunternehmen erstmals auf ausländisches Terrain. Insgesamt gehörten 15 lokale Wochenzeitungen mit einer Gesamtauflage von 550.000 Exemplaren zu dem israelischen Medienunternehmen, hieß es in einer Presseerklärung. "Der Wert des Unternehmens erhöht sich nach dieser Investition auf 100 Millionen Euro", hieß es in der Erklärung weiter.

Verleger Amos Schocken, dessen Großvater Salman die links-liberale "Haaretz" vor 71 Jahren erworben hatte, begründete die Partnerschaft damit, dass es Entwicklungspotenziale für den Verlag gebe, dafür aber die Kapitaldecke nicht ausreiche. In einer Pressemitteilung der Haaretz-Gruppe hieß es, mit DuMont Schauberg habe man einen "traditionsreichen Partner mit einem tiefen Verständnis für den öffentlichen Auftrag dieser Branche und mit einer gemeinsamen Wertebasis" gefunden, der eine langfristige Partnerschaft anstrebe.

Großes Potenzial sieht "Haaretz" besonders im Onlinemarkt. Dazu zählt auch das viel genutzte Internetportal "Walla!".

Entscheidend bei der Anbahnung der Geschäftsbeziehung sei der frühere Botschafter Israels in Deutschland, Avi Primor, gewesen, hieß es in der Mitteilung. Primor werde den neuen Mitbesitzer im Direktionsrat der Haaretz-Gruppe vertreten.

Alfred Neven Dumont, Herausgeber der Zeitungen von DuMont Schauberg, besuchte seit den fünfziger Jahren regelmäßig Israel. Zusätzlich engagiert er sich als Vorsitzender im deutschen Komitee des israelischen Hilfwerkes "The Peres Center for Peace" und unterstützt die Universität in Tel Aviv.

Erst vor vier Wochen hat das mehr als 200 Jahre alte Familienunternehmen DuMont Schauberg die Mehrheit an der "Frankfurter Rundschau" übernommen. Deutschlands viertgrößter Zeitungsverlag übernahm von der SPD-Medien-Holding DDVG insgesamt 50 Prozent der Anteile und eine Stimme. DuMont Schauberg gibt unter anderem den "Kölner Stadt-Anzeiger", die "Kölnische Rundschau" und die "Mitteldeutsche Zeitung" sowie das Boulevardblatt "Express" heraus.

hen/dpa/AP

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