Verlustreiche Töchter: Handy-Firma Balda in akuter Zahlungsnot - Aktie stürzt tief

Finanzkrise beim deutschen Handydisplay-Hersteller Balda: Das Unternehmen hat nicht genügend Finanzmittel, um die Verluste verkaufter Problem-Tochterfirmen auszugleichen. Jetzt werden Krisengespräche mit Banken geführt. Die Aktie stürzt ab.

Frankfurt am Main – Die Ad-hoc-Meldung von Balda Chart zeigen kam um 2.05 Uhr in der Nacht. Der Handy-Ausrüster teilte darin mit, dass ihn Zahlungspflichten gegenüber ehemaligen Problemtöchtern in Geldnot bringen. Das Unternehmen sieht sich derzeit nicht imstande, die 2007 angefallenen Verluste der zum Jahresende verkauften Balda Solutions und Balda Werkzeugbau aus eigener Kraft auszugleichen. "Die bestehende Liquidität reicht zurzeit nicht aus, um einen fälligen Verlustausgleich in voller Höhe erbringen zu können", teilte Balda mit.

Aus den Jahresabschlüssen der beiden Töchter haben sich den Angaben zufolge höhere Verluste ergeben als von Balda erwartet.

Das Unternehmen führt daher Verhandlungen mit Banken über eine zusätzliche Kreditlinie und mit den beiden Gesellschaften über Höhe und Zeitplan des Verlustausgleiches. "Die Balda AG ist sich aufgrund des bisherigen Verhandlungsverlaufes gewiss, die Gespräche in wenigen Tagen erfolgreich abschließen zu können", hieß es in der Pflichtmitteilung.

An der Börse wächst nun die Sorge um die Zukunft des im SDax gelisteten Unternehmens. Im frühen Handel brach die Aktie um 40 Prozent auf 3,15 Euro ein. Ein Händler kommentierte: "Balda hat ein Liquiditäts- und Glaubwürdigkeitsproblem, nachdem frühere Berichte über unerwartet hohe Verluste stets energisch zurückgewiesen worden sind." Er sprach von Insolvenzgefahr.

Balda hatte insgesamt drei defizitäre europäischen Tochtergesellschaften, die das frühere Kerngeschäft ausmachten, Ende 2007 an die KS Plastic Solutions verkauft. Diese will das Geschäft an Investoren um die Beteiligungsgesellschaft Aurelius weiterreichen. Voraussetzung dafür ist aber, dass ein profitabler Geschäftsplan aufgestellt werden kann. In den vergangenen Wochen hatten Spekulationen über eine Rückabwicklung des Geschäfts den Balda-Aktienkurs erheblich unter Druck gesetzt. Balda-Chef Joachim Gut hatte demgegenüber betont, der Weiterverkauf sei in trockenen Tüchern.

Balda verschiebt sowohl die Bilanzpressekonferenz am 19. März als auch die Hauptversammlung am 7. Mai und nennt bislang keine neuen Termine.

itz/Reuters/dpa-AFX/ddp

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite