Versicherungskonzern: Allianz-Manager erhalten deutlich geringere Boni

Die Vorstände des Versicherungsriesen Allianz haben 2008 fast ein Drittel weniger verdient als im Vorjahr. Wegen eines Verlustes von 2,4 Milliarden Euro bekamen die Bosse laut Geschäftsbericht 32 Prozent weniger Gehalt als 2007, die Boni wurden halbiert.

München - Der Versicherungskonzern Allianz Chart zeigen wagt keine Prognose für das laufende Jahr. "Wir befinden uns im schwersten wirtschaftlichen Abschwung seit Jahrzehnten, und in diesem Umfeld ist eine verlässliche Ergebnisprognose für 2009 nicht möglich", heißt es in dem Geschäftsbericht, der am Freitag in München vorgestellt wurde. Die "Kennzahlen des operativen Geschäfts" seien jedoch "solide".

Aus dem Geschäftsbericht geht weiter hervor, dass der Vorstand des Konzerns wegen des Milliardenverlustes 2008 deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Die Boni halbierten sich auf 7,2 Millionen Euro. Hintergrund ist der Verlust von 2,4 Milliarden Euro, der vor allem aufgrund der massiven Verluste der ehemaligen Tochter, der Dresdner Bank, zustande kam.

Die Gesamtbezüge der elf Allianz-Vorstände sanken um 32 Prozent auf 26,3 Millionen Euro. Konzernchef Michael Diekmann verdiente mit 3,8 Millionen Euro rund 27 Prozent weniger als 2007. Der Anfang des Jahres aus dem Vorstand ausgeschiedene frühere Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter musste sich 2008 mit 1,06 Millionen Euro und damit fast zwei Dritteln weniger als 2007 zufriedengeben. Er erhält allerdings für die vorzeitige Auflösung seines Arbeitsvertrags eine Abfindung von knapp 3,6 Millionen Euro.

Der Hauptanteil der operativen Erträge stamme aus dem Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft, das von der Finanzmarktkrise am wenigsten betroffen sei, erklärte die Allianz. Selbst wenn eine schwere Rezession zu einem Umsatzrückgang führen würde, sei der kurzfristige Einfluss auf das operative Ergebnis nicht signifikant. "Unsere Dividenden- und Zinseinkünfte sind robust", erklärte das Unternehmen.

Winterstürme in Europa und die Buschfeuer in Australien zu Beginn des Jahres haben den Versicherungsriesen Allianz insgesamt 236 Millionen Euro gekostet.

cte/Reuters/dpa

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