Vertrag Arena und Premiere kooperieren bei Bundesliga

Dem Abo-Sender Premiere ist ein überraschender Coup gelungen. Der Sender kann durch eine Einigung mit dem Rivalen Arena seinen Kunden doch noch Spiele der Fußball-Bundesliga zeigen - künftig wird Premiere auch UEFA-Cup-Spiele senden.


München - Der neue Fußball-TV-Anbieter Arena hat sich überraschend mit dem Bezahlsender Premiere Chart zeigen über eine gemeinsame Verbreitung der Fußball-Bundesliga im Pay-TV geeinigt. Dies teilte Premiere heute in München mit. Premiere werde Arena im Kabel vermarkten und technisch rund 9,6 Millionen Kabel-TV-Haushalte im Kabel Deutschland-Gebiet erreichen.

Kofler: Einigung mit Arena
DPA

Kofler: Einigung mit Arena

Gleichzeitig werden die Kabelnetzbetreiber ish, iesy und Tele Columbus, Töchter der arena Muttergesellschaft Unity Media, ihren Kunden auch Premiere Pakete direkt offerieren. Arena und Premiere haben einen entsprechenden Distributions- und Vermarktungsvertrag abgeschlossen. Über Premiere, ish, iesy, Tele Columbus, Kabel BW und kleinere Kabelnetzbetreiber erreicht Arena praktisch alle Kabelkunden in Deutschland. Die nationale Verbreitung über Satellit hat Arena mit einer eigenen Plattform gesichert. Premiere wird das Angebot des Senders Arena unverändert ausstrahlen.

Die Einigung mit dem Konkurrenten Arena hat den Aktienkurs des Bezahlsenders Premiere in die Höhe getrieben. So stieg die Premiere-Aktie heute um zwischenzeitlich mehr als 30 Prozent und lag zuletzt immer noch mit 22 Prozent im Plus bei 10,10 Euro.

Künftig zeigt Premiere erstmals auch UEFA-Cup-Spiele. Ab der kommenden Saison seien bei Premiere alle Spiele vom Viertelfinale bis zum Finale zu sehen, teilte das Unternehmen heute mit. Insgesamt überträgt Premiere somit pro Spielzeit 13 Partien, davon mindestens acht exklusiv. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

Premiere mit ihrem Chef Georg Kofler hatte die Übertragungsrechte an der Bundesliga nach 15 Jahren überraschend an Arena verloren, was den Aktienkurs des Senders drastisch einbrechen ließ. Ohne eine Einigung mit Arena hätten Premiere-Kunden Fußball in den nächsten drei Spielzeiten bis 2009 nur über das geplante Internet-Fernsehen der Deutschen Telekom sehen können, für das Premiere die Fußballsendungen auch produzieren soll. Die Bundesliga-Saison beginnt am 11. August.

tim/dpa/AP/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.