Vitamin-Kartell Rekordstrafe gegen BASF und Roche

Die EU-Kommission hat am Mittwoch in Brüssel über eine beispiellose Strafaktion gegen acht Chemiekonzerne gestartet. Wegen verbotener Preisabsprachen bei Vitaminpräparaten müssen die Beteiligten ein Rekordbußgeld von 855,22 Millionen Euro bezahlen.


AP

Brüssel - Auf den Ludwigshafener Chemiekonzern BASF Chart zeigen entfallen dabei 296,16 Millionen Euro, entschied die Kommission. Die höchste Geldstrafe mit 462 Millionen Euro müsse der Schweizer Konzern Hoffmann-La Roche als Anstifter und Mitglied der insgesamt acht Vitaminkartelle zahlen, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Als zweites deutsches Unternehmen musste Merck ein Geldstrafe von 9,24 Millionen Euro hinnehmen.

Wettbewerbskommissar Mario Monti sprach vom schlimmsten Kartell, gegen das die Kommission jemals ermittelt habe. Durch die geheimen Absprachen hätten die Firmen zum Schaden der Verbraucher höhere Preise verlangt, als dies bei echtem Wettbewerb möglich gewesen wäre. Besonders schwer wiege der Umstand, dass es sich bei den Vitaminen um Substanzen handele, die wesentliche Bestandteile der Ernährung sind, sagte Monti. Die Konzerne seien deshalb auch schon in den USA zu hohen Geldstrafen verpflichtet worden waren.

Die BASF kritisierte das verhängte Bußgeld als unangemessen hoch. "Wir haben diese Höhe nicht erwartet", sagte BASF-Sprecher Hartmut Unger am Mittwoch in Ludwigshafen. Nach dem ersten Bußgeldfall in den USA habe die BASF Maßnahmen ergriffen, um künftige Kartellabsprachen zu verhindern. Zudem habe das Unternehmen mit den EU-Kartellbehörden kooperiert. Vor diesem Hintergrund fühle man sich ungerecht behandelt.



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