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Vor Ritter-Sport-Prozess: Stiftung Warentest büßt Vertrauen ein

Ritter-Sport-Schokolade: Streit mit Verbraucherschützern Zur Großansicht
AFP

Ritter-Sport-Schokolade: Streit mit Verbraucherschützern

Ihre Urteile können Produkte vom Markt fegen und Unternehmen Millionen kosten. Doch der Ruf der Stiftung Warentest hat laut einer Umfrage gelitten. Auch andere Verbraucherschützer werden kritischer gesehen als bisher.

München - Ob Mineralwasser, Staubsauger oder Fernbusse: Kaum ein Produkt entkommt den Testern der Stiftung Warentest. Viele Deutsche richten ihre Kaufentscheidungen an den Urteilen der teilweise staatlich finanzierten Produktprüfer aus.

Doch das Ansehen der Stiftung hat in den vergangenen Monaten gelitten. Das zeigt der Vertrauensindex des PR-Verbandes GPRA, der SPIEGEL ONLINE exklusiv vorliegt. 76 Prozent der Deutschen haben laut der Umfrage sehr großes oder eher großes Vertrauen in die Stiftung. Immer noch ein Top-Wert zwar, jedoch sechs Prozentpunkte weniger als im April.

Der Rechtsstreit mit Ritter Sport spielt aus Sicht vieler Befragter dabei aber nur eine geringe Rolle. 71 Prozent sagen, der Prozess habe der Stiftung Warentest bislang kaum oder gar nicht geschadet. Die Stiftung Warentest streitet seit Ende 2013 mit dem Schokoladenhersteller, ob eine schlechte Bewertung von dessen Nuss-Schokolade gerechtfertigt war.

In ihrem "test"-Heft hatten sie dem Traditionshersteller vorgeworfen, die Verwendung künstlicher Aromen in seiner Schokolade zu verheimlichen. Das Landgericht München hat der Stiftung diese Behauptung vorerst untersagt. Am kommenden Dienstag wird der Streit vor dem Oberlandesgericht weiterverhandelt.

Offenbar leidet die Stiftung Warentest aber unter einem generellen Negativtrend, der auch andere Verbraucherschützer betrifft: Den Verbraucherzentralen vertrauen laut der GPRA-Umfrage noch 72 Prozent der Deutschen - fünf Prozentpunkte weniger als im April. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit büßte im Vergleich zur vergangenen Umfrage sogar das Vertrauen von zehn Prozent der Befragten ein. Nur noch jeder zweite Deutsche verlässt sich auf die Urteile der Behörde, die dem Landwirtschaftsministerium unterstellt ist.

ade

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insgesamt 49 Beiträge
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1. Es wird auch Zeit die Reputation der Stiftung Warentest
Shelly 01.09.2014
ins wanken zu bringen. Soll doch mit TTIP und CETA der Verbraucher bis aufs letzte abgezockt werden, da kann man eine Institution wie Stiftung Warentest nicht mehr brauchen. Die könnte ja die Wahrheit sagen!
2. Guter Ruf?
Here Fido 01.09.2014
Ich fand immer, dass die Kriterien der Stiftung Warentest zum Teil völlig an den Haaren herbeigezogen waren. Der Laden hat sich überholt. Internetforen, Amazon Rezensionen liefern mir ein wesentlich klareres Bild.
3. Sport...
Onsom2000 01.09.2014
... die Schokolade mit dem Sport kommt bei mir nicht mehr in die Tüte. Die Argumente der Stiftung Wahrentest sind deutlich stichhatlig, daran ändert ein Urteil aus formalen Gründen nichts.
4. Schon beim E-Bike Test hat Warentest ins Klo gegriffen!
hansulrich47 01.09.2014
Wer abstruse Testkriterien benutzt, muss sich nicht wundern, wenn die Nutzer sich veräppelt fühlen und an der Seriosität der Tester zweifeln!
5. Wenn mir der größte Aromenhersteller der Welt...
A.Lias 01.09.2014
... garantiert, dass meine Produkte natürlich sind, dann ist eines klar: die sind alles, nur nicht natürlich. Wer schon einmal in Holzminden war, weiß wie lecker Symrise duftet. Aber in München ist Niedersachsen ja weit weg und die Bayern ticken anders als der Rest der Welt. Es wird Zeit, dass Lebensmittelprodukte endlich Verbraucherfreundlich gekennzeichnet werden müssen: Holzspäne als Grundstoff ist nun einmal nicht das selbe wie Vanilleschoten, auch wenn Holzspäne auch "natürlichen" Ursprungs sind.
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Für den Vertrauensindex wurden 1007 Deutsche zwischen dem 13. und 15. August befragt. Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Mentefactum des früheren Emnid-Chefs Klaus-Peter Schöppner durchgeführt.

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