Vorbild Deutschland Senator will US-Steuersünder in Liechtenstein jagen

Erst die Bundesrepublik, jetzt die USA: Nach den deutschen Fahndungserfolgen gegen Steuerflüchtlinge will der einflussreiche US-Senator Carl Levin auch nach amerikanischen Hinterziehern in Liechtenstein suchen. Man müsse davon ausgehen, dass dort das "Vermögen von Tausenden Bürgern versteckt wurde".


Washington - In der Affäre um massenhafte Steuerflucht nach Liechtenstein wollen jetzt auch die USA nach Steuerhinterziehern suchen. Der einflussreiche demokratische Senator Carl Levin teilte in Washington mit, er gehe davon aus, dass auch viele US-Bürger Geld am Finanzamt vorbei zur LGT Bank in Liechtenstein transferiert hätten.

"Liechtensteins LGT Bank, die der Fürstenfamilie gehört, hatte offenbar zahlreiche Geheimkonten, auf denen zu versteuerndes Vermögen von Tausenden Bürgern aus aller Welt versteckt wurde", kritisierte Levin. Er wolle eine Untersuchung aufnehmen, um eine mögliche Verwicklung von US-Bürgern festzustellen.

Levin ist Vorsitzender des Untersuchungsausschusses des US-Senats, der unter seiner Federführung bereits zahlreiche Firmen, Industrien und Großbanken überprüfte. "Ich gehe davon aus, dass viele US-Bürger auch verstecktes Vermögen bei dieser Bank haben, was eine echte Ungerechtigkeit gegenüber den Millionen von arbeitenden Familien in diesem Land ist, die jedes Jahr ehrlich ihre Steuern bezahlen."

Die deutschen Behörden hatten in der vergangenen Woche Ermittlungen gegen rund tausend Steuerflüchtlinge aufgenommen, nachdem ihnen Namen und Daten der verdächtigten Bürger von einem Informanten verkauft worden waren. Trotz der Fahndungserfolge der deutschen Ermittler zeigt sich das Fürstentum Liechtenstein im Kampf gegen Steuerhinterziehung bisher kaum kooperativ.

wal/AFP

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