Vorstandsumbau Bahn-Chef Grube kappt Mehdorn-Seilschaften

Rüdiger Grube macht bei der Neuaufstellung der Bahn Druck: Mit Otto Wiesheu und Norbert Bensel verlassen zwei Vorstände den Konzern - obwohl ihnen in der Datenaffäre nichts nachgewiesen werden konnte. Auch die Skandalbereiche Revision und Konzernsicherheit will Grube stutzen.

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Hamburg - Der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube macht ernst mit seinem ankündigten Neuanfang bei der Deutschen Bahn: Nach Personalchefin Margret Suckale werden nun auch Politikvorstand Otto Wiesheu und Logistikchef Norbert Bensel das Unternehmen verlassen.

Bahn-Chef Rüdiger Grube: Freie Hand beim Vorstandsumbau
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Bahn-Chef Rüdiger Grube: Freie Hand beim Vorstandsumbau

Vor der Mittwochmorgen beginnenden Sondersitzung des Bahn-Aufsichtsrates, in der die beiden Sonderberichte der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und der Rechtsanwälte Gerhard Baum und Herta Däubler Gmelin zur Datenaffäre vorgelegt werden sollen, hatten die beiden das Gremium um Auflösung ihrer Verträge gebeten.

Wiesheu und Bensel galten als enge Vertraute von Ex-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn. Bensel war in der vergangenen Woche in der Affäre unter Druck geraten. Der bisherige Logistikchef, so heißt es aus dem Aufsichtsrat, übernehme mit seinem Rücktritt die politische Verantwortung dafür, dass in seiner Zeit als Personalvorstand bei der Bahn, aus seinem Bereich Daten für Mitarbeiter-Screenings an die Revision weitergeleitet wurden.

Bensel hatte aber bestritten, von Datenabgleichen im großen Stil gewusst zu haben. Die Gewerkschaften hatten ihm bis zuletzt den Rücken gestärkt, auch weil der frühere Daimler-Manager die von der Wirtschaftskrise massiv betroffene Güterverkehrssparte bislang mit Augenmaß gesteuert hatte.

Wiesheus Vertrag wäre im nächsten Jahr ausgelaufen. Auch ihm sind offenbar keine konkreten Verfehlungen in der Datenaffäre nachzuweisen, er gehe daher aus "ethisch-moralischen Gründen", wie es heißt.

Grube kann Vorstand nach eigenem Gusto bauen

Bahn-Chef Grube hatte intern bereits zuvor angekündigt, die Datenaffäre rigoros aufzuklären und auch jene Manager zur Verantwortung zu ziehen, die in der Vergangenheit zuständig waren. Nach dem Rücktritt der beiden Top-Kräfte kann sich Grube den Vorstand nun nach seinen eigenen Vorstellungen zusammensetzen.

Da auch Personalchef Norbert Hansen aus gesundheitlichen Gründen vermutlich nicht zurückkommen wird, bleiben aus dem alten Gremium nur Stefan Garber (Netz) und Karl Friedrich Rausch (Personenverkehr) übrig. Finanzvorstand Diethelm Sack wird höchstens bis zum Herbst im Unternehmen bleiben.

Es gilt als sicher, dass Grube nach der heutigen Aufsichtsratssitzung neben den personellen- auch noch strukturelle Konsequenzen verkünden wird. Offenbar werden die in der Datenaffäre verstrickten Bereiche Revision und Konzernsicherheit zusammengelegt. Die Sparten sollen durch einen Vorstand in der Bahnführung vertreten sein. Die beiden bisherigen Leiter der Abteilungen werden Konzern vermutlich ebenfalls verlassen.



insgesamt 469 Beiträge
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Reziprozität 02.04.2009
1.
Zitat von sysopBahn-Chef Mehdorn ist zurückgetreten, jetzt soll Rüdiger Grube die Bahn in die Zukunft führen. Ist der Daimler-Mann der Richtige für den Job?
Man weiss sehr wenig ueber Herrn Grube und kann sich demzufolge der Beurteilung nicht sicher sein. Dies gilt nicht fuer Herrn Sarrazin, der ja auch als Kandidat gehandelt wurde. Dem haette ich es zugetraut.
uwp-berlin 02.04.2009
2.
Zitat von sysopBahn-Chef Mehdorn ist zurückgetreten, jetzt soll Rüdiger Grube die Bahn in die Zukunft führen. Ist der Daimler-Mann der Richtige für den Job?
... es können qua Herkunft und Qualifikation sowieso nur die Kameraden der Automobilindustrie oder die Herren der Luftflotte für das sorgen, was die Schiene braucht. Von Danaergeschenk sollte da keiner reden.
Rainer Eichberg 02.04.2009
3.
Zitat von sysopBahn-Chef Mehdorn ist zurückgetreten, jetzt soll Rüdiger Grube die Bahn in die Zukunft führen. Ist der Daimler-Mann der Richtige für den Job?
Der ewige Fehler ist doch zu glauben, daß Entscheidungen von einer einsamen Person an der Spitze getroffen werden. Herr Grube hat sich anderswo längst seine Meriten verdient. Jetzt steht er halt der Bahn vor. Na und? Das ist wie dem Bundeskanzler oder dem Bundes-Horst: Die müssen vor die Kamera treten und was rein sprechen. Am Entscheidungsprozess sind sie doch nur marginal vertreten.
chagall1985 02.04.2009
4. Meine Einschätzung von Mehdorn!
Er hat es geschafft die Bahnhöfe vom Schmuddelimage zu befreien (zumindest die grossen). Er hat es geschafft, dafür zu sorgen das man sich gerne in die Bahn setzt. ER hat aus vergammelten IC hochmoderne ICE gemacht. Wo er absolut versagt hat: Es ist keine Leistung mit einem quasi Monopolisten Gewinn zu machen wenn man ständig die Preise über der Inflationsrate erhöht. Es ist absolut verfehlte Politik ICE3 zu kaufen und die auf strecken fahren zu lassen wo sie genauso dahinkriechen wie ein IC. Dabei aber 40% mehr Geld kosten. Ein schicker und moderner Bahnhof ist auch wenig wert wenn die Preise für die Ticktets ständig steigen und die Ausfälle und Verspähtungen auch nicht besser werden. Ein ICE Fahrpreis bei dem man einem Stehplatz im Gang mit 5 Cm Bewegungsfreiheit bekommt ist eine Frechheit. Das Tarifsystem der Bahn ist ebenfalls auf Mehdorn Mist gewachsen und eine absolute Frechheit und Caos pur. Alleine die Trennung der Fahrpreise bei Schalter und Internetbuchung sind keinem zu vermitteln. Nicht das die Preise sich nicht unterscheiden dürfen! Aber das ein Schaltermitarbeiter keinen Zugriff und keine Ahnung von Internetangeboten hat ist ein Witz!! Im Grunde steht die Bahn durch Mehdorn am Abgrund! Begründung: Die Bahn ist ein Zomie ähnlich wie die Lufthansa in den 90'er Jahren. Wenn der erste grosse Konkurrent kommt und wie Ryanair die BRanche durchwirbelt trudelt die Bahn in den Abgrund. Die Menschen wollen schnell, verlässlich und günstig von einem Ort zum anderen kommen. Die Bahn ist durch die mangelnden Hochgeschwindigkeitsstrecken nicht schnell. Die Bahn ist nicht verlässlich. (KOnkurrenten wie die NWB machen es vor) Und günstig ist die Bahn schon gar nicht! Ich komme mit dem Flieger von Bremen nach Finnland für den Preis den die Bahn nach Hamburg verlangt!
Sgt_Pepper, 02.04.2009
5. ?
Zitat von sysopBahn-Chef Mehdorn ist zurückgetreten, jetzt soll Rüdiger Grube die Bahn in die Zukunft führen. Ist der Daimler-Mann der Richtige für den Job?
Ob Herr Grube der richtige Mann für die DB ist, sollte man in ca. einem Jahr wissen. Das heute zu beantworten, ist unmöglich.
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