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Vulkankrise Acht Lehren aus dem Asche-Chaos

Folgen der Wolke: Die Asche und das Chaos
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9. Teil: Müssen technische Konsequenzen gezogen werden?

Dass die Vulkanasche prinzipiell eine Gefahr für Triebwerke bedeutet, darüber sind sich die meisten Experten einig. In Triebwerken von F-16-Kampfjets der Nato hatte man nach Patrouillenflügen Glas-Ansammlungen gefunden. Nach Berichten der "Sun" musste ein britischer Pilot, der am Mittwoch Urlauber nach England zurückholen wollte, den Flug aus Sicherheitsgründen abbrechen. Triebwerksprobleme wollte der Betreiber Thomas Cook jedoch nicht bestätigen.

"Ich glaube, die Triebwerksindustrie wird diese Lerneffekte mitnehmen", sagt Manfred Aigner vom DLR, Leiter am Institut für Verbrennungstechnik. Doch weil die Zusammensetzung von Aschewolken extrem inhomogen sein kann, ist es schwer, die Technik zu verbessern. Man könne zum Beispiel die Luft, die in das Triebwerk gesaugt wird, reinigen und die Partikel durch eine Zentrifugenwirkung wieder aus dem Triebwerk ausstoßen - bevor sie in die Brennkammern oder die Turbinenschaufeln gelangen.

Die Idee klingt einfach, in der Praxis ist es jedoch komplizierter: Je nachdem, woraus die Asche besteht, könnten die Partikel im Inneren des Triebwerks verkleben, so dass man sie auf diese Weise nicht so einfach beseitigen könnte, sagt Aigner. In Hubschraubern werden solche sogenannten Sandabschneider teilweise schon eingebaut. Allerdings erhöhen solche Bauteile das Gewicht und den Kraftstoffverbrauch.

Verstopfte Löcher

Auch an den Schaufeln des Triebwerks sind Verbesserungen denkbar: Dort befinden sich jede Menge Bohrlöcher, um kühle Luft zuzuführen. Wiederum abhängig von der chemischen Zusammensetzung kann die Asche beim Eintritt in die Turbine schmelzen. Durch diese Verglasungseffekte bildet sich ein feiner Schmelzfilm, der diese Kühlluftbohrungen verstopfen kann. "Man könnte diese Bohrungen größer machen", sagt Odilo Mühling, Leiter der Pressestelle vom Triebwerkshersteller MTU Aero Engines in München.

Eine andere Idee kommt aus Norwegen: Fred Prata, ein Wissenschaftler vom norwegischen Institut für Luftforschung, hat einen Detektor entwickelt. Dieser spürt vulkanische Silikate auf, die Infrarotstrahlen absorbieren. Zur Marktreife hat Prata seinen Asche-Detektor noch nicht gebracht, möglicherweise könnte sich das Interesse der Luftfahrtindustrie an seiner Technologie jetzt steigern.

Wo immer man mit der technischen Aufrüstung der Maschinen ansetzen will, letztlich ist es immer eine Abwägung zwischen Wirtschaftlichkeit und Sicherheit. Denn letztere hat ihren Preis: "Allein die Prüfprozedur eines neuen Bauteils dauert etwa fünf Jahre, bevor es zugelassen werden kann", sagt Aigner. In der Regel dauert es von der Idee 10 bis 15 Jahre, bis ein Flugzeug mit einer neuen Technologie in die Luft darf.

Bereits zugelassen ist dagegen schon ein neuer Werkstoff, den MTU bald als Beschichtung der Schaufeln serienmäßig einsetzen wird. Die Beschichtung soll die Erosionseffekte verringern, die mitunter auch durch Vulkanasche entstehen können.

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insgesamt 138 Beiträge
Fackus 24.04.2010
... die in ihrer Dämlichkeit glatt aus dem ZdF Politbarometer entsprungen sein könnte. Ach - da war sie neulich sogar ? ... klaro. Als ob von uns Normalos irgendeiner das tatsächlich beantworten könnte! Keiner hat seinen [...]
Zitat von sysopNach dem europaweiten Reise-Chaos dauert die Diskussion über den Umgang mit dem Vulkanausbruch weiterhin an. Inzwischen erscheinen die Entscheidungen zweifelhaft. War die radikale Sperrung des Luftraums überhaupt notwendig?
... die in ihrer Dämlichkeit glatt aus dem ZdF Politbarometer entsprungen sein könnte. Ach - da war sie neulich sogar ? ... klaro. Als ob von uns Normalos irgendeiner das tatsächlich beantworten könnte! Keiner hat seinen Rüssel zum Schnuppern in 6000m über Grund gehängt. Kaum einer wird wissen, was da überhaupt rumgeflogen ist oder hat je einen Vulkan von innen gesehen. Na - dann wird's ja gleich wieder losgehen: Druff auf die Entscheider ! Aber mal nachdenken, was man in so einem Fall an verantwortlicher Stelle wirklich selber getan hätte.
semper fi 24.04.2010
Die zweideutige Antwort lautet: Jein. Die Sperrung war notwendig. Aber aufgrund des äusserst schlechten Krisenmanagements (in anderen Foren schon mehrfach ausgeführt) hat die Sperrung viel zu lange gedauert.
Zitat von sysopNach dem europaweiten Reise-Chaos dauert die Diskussion über den Umgang mit dem Vulkanausbruch weiterhin an. Inzwischen erscheinen die Entscheidungen zweifelhaft. War die radikale Sperrung des Luftraums überhaupt notwendig?
Die zweideutige Antwort lautet: Jein. Die Sperrung war notwendig. Aber aufgrund des äusserst schlechten Krisenmanagements (in anderen Foren schon mehrfach ausgeführt) hat die Sperrung viel zu lange gedauert.
Haio Forler 24.04.2010
Eben. Vermutlich dasselbe, einfach um sicher zu gehen. Ich hätte das Getöse hören wollen, wäre auch nur eine halbbesetzte Cessna wegen Asche abgestürzt.
Zitat von FackusNa - dann wird's ja gleich wieder losgehen: Druff auf die Entscheider ! Aber mal nachdenken, was man in so einem Fall an verantwortlicher Stelle wirklich selber getan hätte.
Eben. Vermutlich dasselbe, einfach um sicher zu gehen. Ich hätte das Getöse hören wollen, wäre auch nur eine halbbesetzte Cessna wegen Asche abgestürzt.
shaman1905 24.04.2010
Ich bin mir ganz sicher, was ich gemacht hätte: Gesperrt. Auch nur ein Menschenleben zu riskieren, solange vieles unklar war, hätte ich nicht verantworten wollen.
Ich bin mir ganz sicher, was ich gemacht hätte: Gesperrt. Auch nur ein Menschenleben zu riskieren, solange vieles unklar war, hätte ich nicht verantworten wollen.
rkinfo 24.04.2010
Genau ! Auch die Fluggesellschaften, Aibus & Boeing sowie die Triebwerkhersteller hatte keine Daten um die Asche zu bewerten. Ohne messbares Indiz was gefährlich und ungefährlich ist war die Sperrung unvermeidbar. Aber [...]
Zitat von semper fiDie zweideutige Antwort lautet: Jein. Die Sperrung war notwendig. Aber aufgrund des äusserst schlechten Krisenmanagements (in anderen Foren schon mehrfach ausgeführt) hat die Sperrung viel zu lange gedauert.
Genau ! Auch die Fluggesellschaften, Aibus & Boeing sowie die Triebwerkhersteller hatte keine Daten um die Asche zu bewerten. Ohne messbares Indiz was gefährlich und ungefährlich ist war die Sperrung unvermeidbar. Aber sowas muß nicht viele Tage dauern und vor allem nicht alle 6-10 Stunden neu geschoben werden.
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Vulkan Eyjafjallajökul
Der 1666 Meter hohe Vulkan Eyjafjallajökull im Süden Islands liegt großteils unter Eismassen verborgen. Er war bislang weniger aktiv als andere Vulkane Islands. Nur vier Eruptionen wurden seit der Besiedelung Islands dokumentiert. Sie verliefen anscheinend weniger explosiv als die aktuelle Eruption. Der Vulkan verfügt über einen vier Kilometer breiten Krater. Lava und Asche strömen zudem aus Klüften und Spalten, die sich über Dutzende Kilometer erstrecken.
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