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EPA-Direktor Gründler: "VW wird diese Krise meistern"

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Logo der US-Umweltbehörde EPA: Am Ende wird man sich einigen

Die USA führen einen Feldzug gegen Volkswagen? Völliger Unsinn, sagt der Direktor der Umweltbehörde EPA, die den Abgasskandal ans Licht brachte. Der Konzern sei nur ein Ziel unter vielen.

Wenn Gina McCarthy, die Chefin der US-Umweltbehörde EPA, gegen die großen Autohersteller zu Felde zieht, steht er meist im Hintergrund: Dabei steuert Christopher Gründler den Kampf für eine saubere Umwelt. In seiner Abteilung entstehen die Regeln und Grenzwerte, die die Konzerne zu befolgen haben. In seiner Abteilung wird entschieden, ob Fahrzeuge den strengen US-Normen entsprechen und in den USA verkauft werden dürfen.

Jetzt tourt Gründler durch Europa. Er will den Eindruck zerstreuen, seine Behörde führe einen Feldzug gegen den Diesel und wolle dabei so ganz nebenbei Volkswagen in die Knie zwingen. Die Liste der Delinquenten, die in den vergangenen Jahren bestraft wurden, sei sehr lang, betont der Beamte. Sie kämen aus aller Welt, nicht zuletzt aus den USA. Er messe nicht mit zweierlei Maß. Sein einziges Anliegen sei es, die Luft von Stickoxiden zu befreien, die den Menschen so viel Schaden zufügten.

Das scharfe Vorgehen gegen Volkswagen begründet Gründler allerdings nicht allein mit seinem Kampf für saubere Luft. "Wenn Einzelne sich strengen Auflagen entziehen, verschaffen sie sich ungerechtfertigte Vorteile gegenüber den Konkurrenten", erklärt er. Das aber widerspreche den Prinzipien eines fairen Wettbewerbs, denen sich die US-Wirtschaft verschrieben habe.

Die Verhandlungen über eine Lösung des Problems würden noch eine Zeitlang dauern, sagte Gründler, der sich jedoch nicht auf einen genaueren Zeitpunkt festlegen wollte. Er zeigte sich allerdings zuversichtlicher als Behördenchefin McCarthy, dass man am Ende zu einer Einigung kommen werde. Folgt man den Ausführungen von Gründler, so scheint die EPA die Verhandlungstaktik der Wolfsburger deutlich gelassener zu beurteilen, als dies die jüngsten Äußerungen von McCarthy nach der desaströsen Reise von Konzernchef Matthias Müller vermuten ließen. "Die Verhandlungen sind von einem sachlichen Ton geprägt", sagt er.

Den gemäßigten Ton sollte Volkswagen aber nicht mit Nachgiebigkeit verwechseln, denn die Umwelt steht bei Gründler an erster Stelle, das macht er unmissverständlich klar. Um die in Paris festgelegten Klimaziele zu erreichen, müssten die Autos in jedem Jahr spürbar sauberer werden. Was aber auch bedeutet, dass es für Volkswagen nur der erste Schritt sein wird, die Flotte für die aktuell geltenden Standards fit zu machen. Die nächste Generation müsse noch einmal sehr viel strengere Anforderungen erfüllen.

Dass die Wolfsburger das schaffen werden, davon ist der Beamte überzeugt. "Volkswagen wird diese Krise meistern. Und das Unternehmen wird auch noch existieren, wenn die Verhandlungen mit der EPA abgeschlossen sind."

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insgesamt 22 Beiträge
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1. Autos müssen inn der USA sauberer werden...
heavenstown 10.02.2016
... die Kraftwerke in den USA dürfen nun aber sogar mir richterlicher Genehmigung weiter die Luft verpesten.
2. Bock zum Gärtner
chickenrun1 10.02.2016
Wie sich die USA hier zum vermeintlichen Klima- und Umweltschützer aufschwingen ist schon grenzwertig für ein Land, dass zu den größten Verschmutzern überhaupt gehört, und sich bei globalen Klimaschutzzielen regelmäßig wegduckt. Da liegt der Verdacht schon Nahe, sich hier an VW zu profilieren.
3. es wird ein Trumpf
stephanjahn 10.02.2016
gebraucht, der dann bei den weiteren TTIP Verhandlungen ausgespielt wird sobald es in wichtigen Fragen eng für die USA wird. Frau Merkel / Herr Gabriel werden dann dem entsprechenden Punkt zustimmen müssen. VW to big to fail.....
4.
jupp78 10.02.2016
Man fragt sich hier, wer ist eigentlich unwissend? Dieser Behördenchef oder wurde nur Murks aufgeschrieben? Denn Stickoxide zu vermischen mit Klimazielen, das ist ja beinahe das genaue Gegenteil.
5. Google und Apple wollen auch in den Automarkt
Andiken 10.02.2016
Google / Apple / Tesla wollen den Automarkt neu erfinden - da ist es doch praktisch, wenn man einen Staat hat, welcher einem die Hauptkonkurenten diskreditiert. Kein Thema, VW hat da einen Riesenbock geschossen und sich angreifbar gemacht - aber diese Autos sind auch jetzt noch sauberer wie jeder Amischlitten !! In de USA kämpft der Staat seinen Konzernen den Weg frei - in Deutschland legt der Staat seinen Konzernen Steine in den Weg und wundert sich dann, dass die Konzerne nicht mehr wettbewerbsfähig sind (Lufthansa mit Luftverkehrssteuer z.B.) bzw. an Schlagkraft verlieren.
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