Wachwechsel: JP Morgan Chase löst Citigroup als größte US-Bank ab

Die amerikanische Bankenwirtschaft ordnet sich neu: Infolge der Finanzkrise rückt JP Morgan Chase zur neuen Nummer eins auf. Der bisherige Branchenprimus Citigroup fällt dagegen zurück. Im vergangenen Quartal verbuchte der Konzern erneut horrende Abschreibungen.

New York - JP Morgan Chase ist neuer Spitzenreiter im amerikanischen Bankenmarkt. Bereits am Mittwoch hatte das Institut erklärt, den September mit 2,25 Billionen Dollar an Vermögenswerten beendet zu haben. Heute nun verkündete die bisher größte Bank Citigroup Chart zeigen, dass sie im selben Zeitraum nur Werte in Höhe von 2,05 Billionen Dollar in den Bücher stehen hatte.

Damit zieht JP Morgan Chase an der Citigroup vorbei. Grund für den Sprung war die Übernahme des Bankgeschäfts von Washington Mutual Chart zeigen, der ehemals größten US-Sparkasse. Erst gestern hatte JP Morgan die Märkte mit einem - wenn auch knappen - Quartalsgewinn überrascht. Zwar sank der Überschuss wegen neuer Milliardenabschreibungen um 84 Prozent auf 527 Millionen Dollar. Experten hatten aber erstmals Verluste erwartet.

Die Citigroup dagegen kommt nicht aus den tiefroten Zahlen. Die Großbank erlitt im dritten Quartal mit einem Minus von 2,8 Milliarden Dollar den vierten Verlust in Folge. Sie musste nochmals fast zehn Milliarden Dollar allein für Wertpapierverluste und faule Kredite abschreiben. Das Minus in den vergangenen vier Berichtszeiträumen summierte sich damit auf mehr als 20 Milliarden Dollar.

Der neue Branchenprimus JP Morgan könnte die Spitzenposition jedoch bald wieder verlieren. Nach Abschluss der Übernahme von Merrill Lynch Chart zeigen in einigen Monaten dürfte die Bank of America Chart zeigen den Markt anführen.

Allen Instituten - JP Morgan Chase, Merrill Lynch, die Bank of America und auch die Citigroup - hat die Finanzkrise in den vergangenen Wochen zu Schaffen gemacht. Neben anderen US-Banken gelten sie als Kandidaten für eine Teilverstaatlichung. Anfang der Woche hatte Finanzminister Henry Paulson angekündigt, Anteile an den Geldkonzernen zu erwerben, um deren Kapitalbasis zu stärken.

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