Rochester - Am Donnerstag wird Eastman Kodak
angeblich den größten Strategiewechsel in der Geschichte des Unternehmens bekannt geben. Nach Informationen des "Wall Street Journal" plant der Konzern mehrere Milliarden Dollar einzusetzen, um die Digitalfotografie weiterzuentwickeln. In Filme für Kleinbildkameras, Kodaks derzeit wichtigsten Produktbereich, werde das Unternehmen in Zukunft keine Mittel mehr investieren.
Bisher war Kodak davon ausgegangen, dass der Übergang von klassischen Filmen zur Digitalfotografie relativ langsam von statten gehen würde. Außerdem erwartete der Konzern, dass eine steigende Nachfrage in Wachstumsmärkten wie China die Verluste durch den Siegeszug der Digitalfotografie in den USA und Europa auffange. Diese Hoffnung hat sich als falsch erwiesen: Digitale Kameras verdrängen herkömmliche Modelle weltweit schneller als prognostiziert.
In der Folge ist Kodaks Umsatz im inzwischen vierten Jahr in Folge rückläufig, der Aktienkurs sackte innerhalb von gut fünf Jahren um 70 Prozent ab. Die finanzielle Lage des Unternehmens ist prekär, Ratingagenturen wie Moody's beurteilen Kodaks Kreditwürdigkeit sehr skeptisch. Deshalb ist die 180-Grad-Wendung nach Ansicht vieler Experten Kodaks einzige Hoffnung.
Allerdings birgt der Strategiewechsel auch erhebliche Risiken. Laut dem "Journal" geht Kodak in einem internen Papier davon aus, dass der Umsatz nach der geplanten Kehrtwende jährlich wieder um fünf bis sechs Prozent steigen könnte. Dass dies gelingt, ist allerdings keineswegs ausgemacht. Denn der Markt für Digitalkameras ist bereits weitgehend zwischen Hewlett Packard
, Canon, und Seiko Epson aufgeteilt.
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