Wechsel in Wirtschaft Koch hatte schon im Sommer Kontakt zu Bilfinger Berger

Es lief schon länger etwas zwischen Roland Koch und Bilfinger Berger: Bereits im Sommer entstand die Idee für einen Wechsel des CDU-Politikers an die Konzernspitze. Konkret sei es jedoch erst nach Kochs Ausstieg aus der Politik geworden, beschwichtigt das Unternehmen.

Früherer hessischer Ministerpräsident Koch: Kontakt zu Bilfinger Berger nie bestritten
dpa

Früherer hessischer Ministerpräsident Koch: Kontakt zu Bilfinger Berger nie bestritten


Hamburg - Der hessische Ex-Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat bereits während seiner Amtszeit Kontakt zum Baukonzern Bilfinger Berger gehabt. Ein "gemeinsamer Bekannter" von Koch und dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Unternehmens, Bernhard Walter, habe bereits im Sommer die Idee entwickelt, Koch als Chef des Baukonzerns zu installieren, sagte ein Konzernsprecher am Freitag. Damit bestätigte er einen Bericht des SWR-Magazins "Report Mainz".

Allerdings sei die Idee erst entstanden, nachdem Koch im Mai seinen Abschied aus der Politik verkündet habe. Ein erstes konkretes Gespräch zwischen der Konzernspitze und Koch über ein Engagement habe es dann erst am 18. September 2010 gegeben. Rund drei Wochen nach Kochs Ausscheiden aus der Politik. Der Konzernsprecher räumte allerdings ein, Walter und Koch hätten im Laufe der Amtszeit "regelmäßig Kontakt gehabt".

Kochs Vertrauter Dirk Metz sagte, Koch habe nie bestritten, bereits im Sommer Kontakt zu Bilfinger Berger gehabt zu haben. Eine Zusage für ein Engagement habe es seinerzeit aber nicht gegeben, betonte Metz. "Er hat jedem gesagt, erst ab Mitte September gesprächsfähig zu sein."

In der vergangenen Woche hatte Bilfinger Berger Koch zum neuen Vorstandschef ab Mitte 2011 berufen. Der Baukonzern bestätigte erst einige Tage vor der Berufung, dass Koch einer der Kandidaten sei. SPD und Grüne kritisierten nach Angaben von "Report Mainz", Koch habe die Öffentlichkeit getäuscht und noch als Regierungschef seinen Karrierewechsel vorbereitet.

wit/dapd/dpa

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geotie 05.11.2010
1. Ab dafür
Tja, die Guten gehen in die Wirtschaft, die Schlechten bleiben Politiker. Wohlgemerkt, die gut Bestechlichen!
Medienkritiker 05.11.2010
2. nun ja,
der Mann kann halt gut planen...das spricht für ihn. Kochen kann er ja auch, die argentinischen Schnitzel kosten halt etwas mehr - also hat er eigentlich alles richtig gemacht.
albert schulz 05.11.2010
3. Bestechung ist integraler Bestandteil unserer Wirtschaft
Und zwar seit dem Mittelalter. Mindestens. In Zukunft geht eben alles geräuschloser, wie geschmiert. Es ist ohnehin ein Vorteil konstanter Machtkonstellationen, daß keiner ausschert, jeder weiß wo vorne und hinten, oben und unten ist, wem zu parieren ist, und wo man die Mäuse abzuliefern hat, wo die Glocken hängen. Das vereinfacht die Dinge ungemein, und man braucht auch gar nicht mehr darüber reden. Erfahren tut man ohnehin nichts. Die Bundesliga hat es mit dem Schalke – Skandal vor fast fünfzig Jahren vorbildlich vorexerziert. Die Beteiligten wurden allesamt Geschäftsführer und Manager von anderen Vereinen und seither ist Ruhe im Karton. Die Frage stellt sich natürlich, was die SPD machen soll, wenn die wesentlichen Goldadern in CDU – Hand sind. Da werden ihre Provisionen kaum noch auskömmlich sein. Ob Schröder das als Einzelkämpfer rausreißt mit seinen Beziehungen zum Energieoligopol, darf bezweifelt werden. Sobald die Gazprom in einem fiktiven Ort, nehmen wir mal an, er hieße Tauberbischofsheim, eine kleine Garage errichten wollte, würde der Ortsvorsteher unmiß-verständlich klar machen, daß als Baufirma nur Bilfinger und Berger in Frage käme. Das wäre verdammt teuer, und es könnte sein, daß Gazprom dann auf Schröder verzichtet und einen ordentlichen Deutschen in den Vorstand holt, nach Möglichkeit katholisch und christlich orientiert. Oder warum geht Putin neuerdings in die Kirche ?
bristolbay 05.11.2010
4. Hat...
Zitat von sysopEs lief schon länger etwas zwischen*Roland Koch*und Bilfinger Berger:*Bereits im Sommer entstand die Idee für einen Wechsel des CDU-Politikers*an die Konzernspitze. Konkret sei es jedoch erst nach*Kochs*Ausstieg aus der Politik*geworden,*beschwichtigt das*Unternehmen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,727583,00.html
jemand den Aufschrei der Konservativen und Liberalen gehört wie nach Gas-Gerds Wechsel in die Russische Spitze? Alles Heuchler. Wer wird der nächste sein? Frau Merkel nach e-on Herr Brüderle nach Maritim oder Mövenpick und und und Achtung, Politiker aufgepasst, bei Brioni gibt es jetzt Hosen mit extragrossen Taschen.
titurel 06.11.2010
5. Gute Prognose
Zitat von bristolbayjemand den Aufschrei der Konservativen und Liberalen gehört wie nach Gas-Gerds Wechsel in die Russische Spitze? Alles Heuchler. Wer wird der nächste sein? Frau Merkel nach e-on Herr Brüderle nach Maritim oder Mövenpick und und und Achtung, Politiker aufgepasst, bei Brioni gibt es jetzt Hosen mit extragrossen Taschen.
Vielleicht sollte man vermehrt dazu übergehen, die künstlichen Grenzen zwischen Wirtschaft und Politik endgültig abzuschaffen. Wozu das Unabhängigkeits-Brimborium? Warum nicht endlich ein offenes Bekenntnis zu den Sponsoren, statt dem verhuschten Geschwafel davon, Politiker seien nur ihrem Gewissen und ihrem Volk verantwortlich? Warum nicht klare Werbeaussagen, von der Wirtschaft für die Politik und umgekehrt? Politiker in Werbespots für Damenbinden, Gebissreiniger, Atomstrom, Hundefutter, Versicherungen etc. Wieso nicht an Wahlabenden endlich hochemotionale Dankesreden gewählter Politiker an die, die sie bezahlen und sponsorn? Dass Herr Ex-Ministerpräsident R.K. jetzt einen fetten Posten hat, ist doch weniger ein Arbeitsplatzwechsel als vielmehr eine Kontinuität. Wo liegt denn der Unterschied ob heutzutage einer einen Spitzenjob in der Industrie oder in der Politik hat?
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