Weltwirtschaftsforum Deutschland ist Fünfter im globalen Wettbewerbsranking

Das Weltwirtschaftsforum hat sein Ranking der wettbewerbsstärksten Staaten veröffentlicht. Deutschland schafft es unter die besten Fünf. Den Spitzenplatz belegt ein üblicher Verdächtiger.

Roboter bei der Robotik-Messe in München
DPA

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Deutschland zählt laut dem "Global Competitiveness Report 2017-2018" des Weltwirtschaftsforums zu den wettbewerbsfähigsten Ländern der Welt. Die Bundesrepublik belegt im Ranking von 137 Volkswirtschaften wie schon im Vorjahr den fünften Platz. Deutschland punktet demnach vor allem mit der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes bei weiter hohem Schutz von Arbeitnehmerrechten sowie mit Innovationen.

Spitzenreiter ist im neunten Jahr in Folge die Schweiz. Auf Platz zwei folgen die USA, die im Vorjahr noch den dritten Platz belegten. Dritter ist Singapur. Auf Rang vier kommen die Niederlande.

Das jährliche Ranking erfolgt nach zwölf einheitlichen Kriterien für Wettbewerbsfähigkeit - darunter die Innovationsfähigkeit der Firmen, staatliche Rahmenbedingungen für die Wirtschaft sowie der Zustand der Finanzmärkte, der Infrastruktur und des Bildungswesens.

Wettbewerbsfähigkeit 2017/18

Rang Land Punktwert (1-7) Rang im Vorjahr
1 Schweiz 5,86 1
2 USA 5,85 3
3 Singapur 5,71 2
4 Niederlande 5,66 4
5 Deutschland 5,66 5
6 Hongkong SAR 5,53 9
7 Schweden 5,52 10
8 Großbritannien 5,51 6
9 Japan 5,50 7
10 Finnland 5,49 8

Quelle: The Global Competitiveness Report 2017-2018
(137 bewertete Staaten)

Nach Einschätzung der Autoren des Berichts gibt es indes auch zehn Jahre nach Ausbruch der weltweiten Finanzkrise wenig Aussicht auf eine dauerhafte wirtschaftliche Erholung. Die aktuelle Konjunkturentwicklung scheine zyklisch und vor allem gestützt durch niedrige Zinsen.

Probleme sehen die Autoren vor allem bei den Finanzsystemen: Diese hätten sich immer noch nicht vom Schock des Jahres 2007 erholt, in manchen Teilen der Welt nehme ihre Stabilität sogar weiter ab. Ein weiterer Punkt: Arbeitsmärkte benötigten ein ausgewogenes Verhältnis von Flexibilität und sozialem Schutz.

Bei dem zu erwartenden massiven Wegfall von Jobs durch Automatisierung und Robotisierung sei es unter anderem wichtig, Arbeitnehmer in Übergangsphasen zu unterstützen. Die meisten Länder seien aber für die anstehenden Umwälzungen nicht gut gerüstet: "Auch zehn Jahre nach der globalen Finanzkrise sind die meisten Volkswirtschaften schlecht auf neue Risiken und den nächsten Innovations- und Automationsschub vorbereitet", heißt es in dem Bericht.

asa/dpa

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insgesamt 106 Beiträge
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Seite 1
k.Lauer 27.09.2017
1. Katastrophe in Sicht
für Deutschland, wenn die Automobilindustrie durch die Verabschiedung vom Verbrennungsmotor ihre weltweite Ausnahmestellung verloren hat. Dann kann es international richtig lustig werden. Auch in der BInnengewichtung der einzelnen Bundesländer. Bayern und Baden-Württemberg werden ihre Spitzenstellung verlieren (Bayern wird sogar stärker gerupft) und die übrigen Länder der Republik werden zwangsweise weniger Geld aus dem Länderfinanzausgleich erhalten und können den Kopf dafür höher tragen. ,
caronaborealis 27.09.2017
2. Erstaunlich
Für mich schon erstaunlich, dass die Schweiz einmal mehr den Spitzenplatz in Anspruch nimmt. Die Schweiz hat doch die direkte Demokratie, wo das Volk bestimmt und nicht die Regierung. Das sollte eigentlich die Berufspolitiker - auch in Deutschland- endlich wachrütteln. Meine Losung als Direktor einer grossen Unternehmung war immer: Von den Besten lernen. Wenn Ich aber die Majorität der Deutschen Politiker höre, so scheuen sie sich vor der direkten Demokratie wie der Teufel vor dem Weihwasser. Die Politiker sollten endlich begreifen, dass zig-millionen Menschen mehr wissen als eine handvoll Politiker in einem Parlament.
ruzorma 27.09.2017
3. Ähm
ich schätze die Schweiz sehr aber sie kommt aus verschiedenen Gründen so wenig wie Hongkong für solche Plätze infrage allein schon wegen der Kleinheit und des derzeit völlig verzerrten Presiniveau. Wer dieses Ranking da produziert vergleicht Äpfel mit Birnen. Generell ist Deutschland natürlich zuverlässig und man kann gute Leute finden speziell übgrigens in Sachsen und Thüringen, die sind clever. Wenn wir die EU in Mitteleuropa enger zusammenschließen stehen alle Regionen zu gut da. Einige EU Länder bzw. Regionen können nicht so fußkrank bleiben wie bisher und die Politik dort muß geändert werden. Nicht um den Leuten dort ihre Identität zu nehmen, sondern die Hemmnisse zu entfernen. In vielen Fällen ist es Ineffizienz der Behörden, Kriminalität, unattraktive Umgebung. Das sehen wir in Teilen Berlins, Hamburgs, vielen größeren Städten Deutschlands in Vierteln mit Invesitiontsstau. In der Bankenmetropole Frankfurt sind weite Teile total vergammelt und trostlos oder gar gefährlich! Fehlentwicklugnen allerorten. Zersiedelung, Rücksichtslose Landschaftsplanung, Behördenwillkür. Ineffizienz. Mainz zB spielt sich als Landeshauptstadt auf, verfügt über die schlechteste aller Stadt- und Landsesregierungen und hat trotz hervorragender Voraussetzungen einen zerrütteten Haushalt. Korruption wie in Palermo! Eitle Lokalpolitiker, die sich stämndig kunstselige Denkmäler setzen und zuviel saufen. In vielen Gegenden in Frankreich sieht es auch trostlos aus. In Lothringen könnte man DDR-Life Filme drehen in einigen Ecken.
bauigel 27.09.2017
4. Gehaltsniveau?
Für mich hat die globale Wettbewerbsfähigkeit auch etwas mit dem Gehaltsniveau und der Produktivität zu tun. Dies finde ich aber nicht in den Kriterien. Was bilft mir eine gute Ausbildung etc. wenn ich preislich nicht mit anderen Ländern mithalten kann. Für mich ist die Schweiz (außer bei Uhren) jedenfalls kein Exportland welches global Wettbewerbsfähig ist. Aber vielleicht belehrt mich ja einer des Besseren.
maxbee 27.09.2017
5.
Wie der Spitzenplatz der Schweiz beweist, kann man auch mit einer starken Währung und hohen Löhnen erfolgreich sein. Aber das hat auch Deutschland zu DM-Zeiten bewiesen.
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