Weltwirtschaftskrise Export-Wachstum sinkt auf Fünf-Jahres-Tief

Exportweltmeister Deutschland leidet unter dem globalen Nachfrageeinbruch: Laut Statistischem Bundesamt ist das Volumen der Ausfuhren im vergangenen Jahr so langsam gewachsen wie zuletzt 2003. Für das aktuelle Jahr rechnet der Exportverband BGA sogar mit einem Umsatzminus.


Berlin - Die weltweite Rezession bremst das deutsche Exportwachstum. Die Ausfuhren haben im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent auf 992,7 Milliarden Euro zugelegt. Laut Statistischem Bundesamt ist dies das geringste Wachstum seit 2003. Damals gab es ein Plus von nur zwei Prozent.

Industrieproduktion in Berlin: Absatzrückgang durch globale Rezession
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Industrieproduktion in Berlin: Absatzrückgang durch globale Rezession

Schwer getroffen wird die deutsche Exportwirtschaft vor allem durch die Rezession bei wichtigen Handelspartnern wie den USA und Großbritannien. Im Dezember schrumpften die Exporte saison- und kalenderbereinigt um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Analysten hatten sogar ein Minus von fünf Prozent vorhergesagt. Im November hatte es mit 10,8 Prozent das größte Minus seit der Wiedervereinigung gegeben.

Für 2009 rechnet der Exportverband BGA mit einem noch größeren einem Umsatzminus. Bis zu sechs Prozent könnte es demnach betragen. Auf ein schwieriges Jahr deutet vor allem die Auftragsentwicklung in der exportabhängigen Industrie hin. Sie musste im Dezember den stärksten Auftragsrückgang seit 1991 hinnehmen. Die Welthandelsorganisation WTO erwartet deshalb, dass Deutschland in diesem Jahr als führende Exportnation von China abgelöst wird.

Die Einfuhren stiegen 2008 um 5,8 Prozent auf 814,5 Milliarden Euro. Im Dezember gingen sie aber um 4,1 Prozent zurück und damit noch stärker als die Exporte.

ssu/AFP/Reuters



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