Wenig Besucher Südafrika macht Riesenverlust mit Fußball-WM

Der Image-Gewinn war groß, die Verluste noch größer: Südafrika hat mit der Fußball-WM viel Geld verloren. Nur ein Zehntel der Kosten hat das Land wieder hereingeholt. Afrikanische Unternehmen profitierten kaum von der gigantischen Sportveranstaltung.

Südafrika-Fans bei der WM im Juni: Enttäuschendes Turnier für die Gastgeber
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Südafrika-Fans bei der WM im Juni: Enttäuschendes Turnier für die Gastgeber


Hamburg - Es war die erste Fußball-Weltmeisterschaft in Afrika, die Hoffnungen des Kontinents waren groß, vielleicht zu groß. Gastgeber Südafrika schied bereits in der Vorrunde aus - und auch wirtschaftlich brachte das Turnier nicht den erhofften Erfolg: Nach einem Bericht des britischen "Telegraph" konnte Südafrika nur ein Zehntel der Ausrichtungskosten wieder hereinholen.

Rund 3,6 Milliarden Euro habe der Bau von Stadien und Infrastruktur gekostet, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf offizielle Zahlen. Nur rund 385 Millionen Euro habe die Regierung durch zusätzlichen Tourismus eingenommen - kalkuliert hatte sie mit 680 Millionen. Nach Angaben von Tourismusminister Marthinus van Schalkwyk kamen gut 300.000 ausländische Fans zum Turnier - erwartet hatte die Regierung 450.000. Während der Spiele waren immer wieder Sitzplätze in den Stadien leergeblieben.

Nach Angaben der Wirtschaftsprüfungsagentur KPMG konnten viele in Südafrika angesiedelte Firmen die WM nicht nutzen. Von ihren 100 größten afrikanischen Kunden, darunter zahlreiche multinationale Unternehmen, gaben nur 22 Prozent an, sie hätten von der gigantischen Sportveranstaltung profitiert. Im vergangenen Jahr hatten sich noch 45 Prozent der Unternehmen einen Vorteil erhofft.

"Den großen Schub gab es nicht", sagt John Saker von KPMG Africa dem "Telegraph". Unternehmen, die direkt mit der WM zu tun hatten, sei es relativ gut gegangen. "Aber die Firmen ohne direkte Beteiligung taten sich schwer." Immerhin werde Südafrika vom Image-Gewinn profitieren, so Saker.

Die WM vom 11. Juni bis 11. Juli verlief friedlich - obwohl es zuvor große Sicherheitsbedenken gegeben hatte. Das Finale in Johannesburg gewann Spanien 1:0 nach Verlängerung gegen die Niederlande.

hut



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