Weniger Konsum Deutsche gehen auf Sparkurs

Autokauf verschoben, Restaurantbesuch abgesagt - der Abschwung schlägt sich deutlich im Konsumverhalten der Bundesbürger nieder. Die Deutschen halten ihr Geld zusammen. Die Mehrheit rechnet damit, dass es ihr 2009 finanziell schlechter gehen wird.


Stuttgart - Die Stimmung in Deutschland verdüstert sich: Laut einer repräsentativen Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young unter 3000 Verbrauchern verändern die Bürger angesichts der Wirtschaftskrise ihr Konsumverhalten zum Teil drastisch.

Discounter-Kundin: Billiganbieter als Krisengewinner
DPA

Discounter-Kundin: Billiganbieter als Krisengewinner

47 Prozent der Befragten wollen größere Anschaffungen, etwa einen Autokauf, verschieben. Jeder Dritte verzichtet häufiger auf den Gang ins Restaurant oder spart beim Urlaub. Grund für den Konsumstopp ist die unsichere wirtschaftliche Lage. 20 Prozent fürchten zudem um ihren Arbeitsplatz.

Die Erwartung wird besonders für 2009 immer pessimistischer: 61 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich die Wirtschaftslage in Deutschland verschlechtert. Angesichts der drohenden tiefsten Rezession seit Gründung der Bundesrepublik erwartet jeder Dritte, dass sich auch die eigene wirtschaftliche und finanzielle Situation negativ entwickelt. "Die Finanzkrise ist zu einer realen Wirtschaftskrise geworden, die die Industrie mit großer Wucht getroffen hat - die Arbeitnehmer stellen sich darauf ein, dass dies auch Auswirkungen auf die Beschäftigung haben wird", sagte Ernst & Young-Partner Peter Schommer.

Die größten Sorgen um ihren Job machen sich Geringverdiener, Singles und kinderlose Paare. Fast jeder dritte Arbeitnehmer mit einem Einkommen von unter 25.000 Euro sieht seinen Arbeitsplatz gefährdet - von den Personen, die mehr als 50.000 Euro pro Jahr verdienen, sorgt sich nur jeder 13. um die Sicherheit seines Arbeitsplatzes.

Gewinner der Krise könnten Discounter wie Aldi oder Lidl sein. Zwei von drei Verbrauchern achten laut der Umfrage stärker auf den Preis, und 45 Prozent kaufen häufiger bei preiswerten Anbietern. "Vor allem Familien mit Kindern und Personen mit niedrigen bis mittleren Einkommen wollen insgesamt den Gürtel enger schnallen und kaufen verstärkt bei Discountern ein", heißt es in der Studie.

Die Daten wurden auf Basis einer telefonischen Befragung durch das Marktforschungsinstitut Valid Research aus Bielefeld im November 2008 ermittelt.

suc/dpa-AFX

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