Werkschließung NRW fordert von Nokia 60 Millionen - bis Ende März

Die Schließung der Fabrik in Bochum wird für Nokia womöglich ein teures Nachspiel haben. Das Land Nordrhein-Westfalen fordert von dem Unternehmen knapp 60 Millionen Euro. Wenn das Geld Ende des Monats nicht da sei, ziehe man vor Gericht.


Düsseldorf - Schon direkt nach Bekanntgabe der Werkschließung dachten Landespolitiker laut darüber nach, ob nicht Subventionen zurückzufordern seien. Jetzt nimmt ihre Revanche konkrete Formen an. Der finnische Handy-Hersteller soll Beihilfen in einer Höhe von 41 Millionen Euro zurückzahlen, teilte das Wirtschaftsministerium in Düsseldorf mit - inklusive der Zinsen in Höhe von etwa 18 Millionen Euro addiere sich die Summe auf 60 Millionen Euro.

Nokia-Werk in Bochum: Streit um Rückzahlung von Subventionen
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Nokia-Werk in Bochum: Streit um Rückzahlung von Subventionen

Begründung: Nokia Chart zeigen habe gegen Subventionsauflagen verstoßen und in dem Werk nicht die vereinbarte Zahl von Arbeitsplätzen geschaffen.

Noch im Laufe des Tages gehe ein entsprechendes Schreiben der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) heraus, hatte zuvor das "Handelsblatt" berichtet. Wenn Nokia die geforderte Summe nicht bis zum Monatsende zahle, werde das Land den Konzern verklagen.

Die Landesregierung hatte empört auf die Schließungspläne von Nokia in Bochum reagiert. Sie hatte bereits vor Wochen angekündigt, Subventionen in Höhe von 41 Millionen Euro zurückzufordern, weil zugesagte Dauerarbeitsplätze nicht geschaffen worden seien. Aus schriftlichen Unterlagen, die Nokia unterschrieben habe, gehe hervor, dass 2800 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze hätten geschaffen werden müssen, hatte Thoben erklärt. Nokia vertrete jedoch die Position, dass Leiharbeiter und ausgelagerte Arbeitskräfte in diese Zahl hineingerechnet werden müssten.

Nokia will sein Bochumer Werk mit 2300 Festangestellten und 1000 Leiharbeitern aus Kostengründen zur Jahresmitte aus der Ruhrgebietsstadt abziehen. Der größte Teil der Produktion soll in ein neues Werk nach Rumänien verlagert werden.

mik/Reuters



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