Wettbieten um Opel Guttenberg fordert mehr Geld von Investoren

Widerspruch des Wirtschaftsministers: Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich im Fall Opel gegen eine Festlegung auf Magna ausgesprochen. Er erwarte von den Investoren mehr Risikobereitschaft - und bringt erneut eine Insolvenz ins Spiel.


Berlin - Im Übernahmepoker um Opel herrscht Unstimmigkeit in der Bundesregierung. Nach SPIEGEL-Informationen gibt es zwar eine Präferenz für den kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna. Das sei das Ergebnis einer Präsentation am Freitag in Berlin. Demnach sei das Konzept von Magna "stimmiger" gewesen als das Angebot des Finanzinvestors RHJ, sagte ein Teilnehmer der Runde.

Guttenberg: "Bieter müssen bereit sein, ein höheres Risiko zu übernehmen"
AP

Guttenberg: "Bieter müssen bereit sein, ein höheres Risiko zu übernehmen"

Doch der Wirtschaftsminister widerspricht nun: Eine Entscheidung für Magna sei noch nicht gefallen, sagte Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Demnach seien auch der Finanzinvestor RHJ und der chinesische Hersteller BAIC noch im Rennen. General Motors hat den Interessenten eine Frist bis Montagabend gesetzt, favorisiert aber offenbar die Offerte von RHJ.

Guttenberg zeigte sich indes mit allen Angeboten unzufrieden. Er fordert die Interessenten auf, mehr Geld als bislang angeboten in eine Übernahme des angeschlagenen Autobauers zu stecken. Die Bieter müssten "daran mitarbeiten, dass die neue Opel-Gesellschaft mit einer tragfähigen Kapitalstruktur starten kann", sagte der Minister der "FAS".

"Das bedeutet, dass die Bieter bereit sein müssen, ein höheres Risiko zu übernehmen." Dazu müssten die Interessenten auch mehr Eigenkapital mitbringen, was notwendig sei, "um das drohende Missverhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital zu verbessern". Eine Rückkaufoption für General Motors lehnte Guttenberg ab. "Das ist mit unseren Vorstellungen nicht vereinbar und darf auch nicht kommen."

Guttenberg vertrat in dem "FAS"-Interview zudem die Auffassung, der Staat könne es sich "nicht leisten, das Versprechen des Standorterhalts alleine zum maßgeblichen Kriterium für den Zuschlag für Bürgschaften zu machen". Notwendig sei vielmehr, einen wettbewerbsfähigen Konzern zu schaffen, "der zwingend auch Konsolidierungsmaßnahmen in Angriff nimmt".

Für den Fall, dass letztendlich kein Konzept überzeugend sei, brachte Guttenberg auch erneut eine Insolvenz von Opel ins Spiel: "Wenn alles scheitert - was wir uns nicht wünschen - kann am Ende eine Insolvenz nicht ausgeschlossen werden."

cte/Reuters/AFP

insgesamt 2958 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
IsArenas, 27.04.2009
1.
Fiat! Soviel Lokalpatriotismus muss sein. Lust wär's und gut iss. Ahnung habe ich nicht, aber die Wahrscheinlichkeit daneben zu liegen, ist aus meiner Sicht bei der Alternative genauso groß, eben deshalb, weil eh NIEMAND den Durchblick hat.
m-pesch, 27.04.2009
2.
Zitat von sysopFür Opel gibt es mehrere Interessenten. Wer wäre Ihrer Meinung nach der beste Investor?
Egal wer Opel übernimmt. Er muß erst mal garantieren das die nächsten Jahrzehnte in diesem hochprofitablen Weltunternehmen kein einziger Arbeitsplatz abgebaut wird. Und außerdem muß er anerkennen das in dem dann größeren Konzern nur einer das sagen hat, nämlich der Opel Betriebsrat. Ist ja wohl das Mindeste was amn einem Unternehmen das ja bekanntlich das Auto erfunden hat zugesehen muß. :-))
Hartmut Dresia, 27.04.2009
3.
Zitat von sysopFür Opel gibt es mehrere Interessenten. Wer wäre Ihrer Meinung nach der beste Investor?
So oder so, 5 Milliarden Euro könnte den Staat die Rettung kosten (http://www.plantor.de/2009/opel-5-milliarden-euro-koennte-den-staat-die-rettung-kosten/). Schon jetzt kämpft die Autoindustrie mit großen Überkapazitäten. Sergio Marchionne, Fiat-Chef und UBS-Vizepräsident, glaubt, dass letztlich nur sechs oder fünf globale Autokonzerne überleben werden. Von den 94 Millionen Autos Jahreskapazität seien 30 Millionen überflüssig. Er erwarte eine Welle von Konsolidierungen.
rkinfo 27.04.2009
4.
Zitat von m-peschEgal wer Opel übernimmt. Er muß erst mal garantieren das die nächsten Jahrzehnte in diesem hochprofitablen Weltunternehmen kein einziger Arbeitsplatz abgebaut wird. Und außerdem muß er anerkennen das in dem dann größeren Konzern nur einer das sagen hat, nämlich der Opel Betriebsrat. Ist ja wohl das Mindeste was amn einem Unternehmen das ja bekanntlich das Auto erfunden hat zugesehen muß. :-))
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,621228,00.html 27. April 15.40 Uhr: Das *General-Motors-Management *bittet die Regierung in Washington um eine weitgehende *Verstaatlichung*. Wie GM mitteilte, soll der amerikanische *Staat die Hälfte* der *Konzernaktien* erhalten und dafür dem Unternehmen im Gegenzug die Hälfte seiner Schulden bei der öffentlichen Hand von 15,4 Milliarden US-Dollar erlassen. Wenn sich die Politik bei uns nicht beeilt wird bald B- Obama Chef bei Opel sein ... "Yes we can" Cars - Made in Rüsselsheim.
vanill68 27.04.2009
5. kkollektives halluzinieren
allenthalben liest man in deutschen medien, daß fiat opel technologie abschöpfen könnte. meine frage dazu ? was kosten eigentlich bekiffte journalisten. gilt es in d. noch, etwas zu recherchieren, bevor man es schreibt. oder genügt dazu das ja vom opel-betriebsrat ? opel hat ***keine*** nennenswerte technik ! beim insignia ist allenfalls die integration zugekaufter komponenten geglückt. fiat entwickelt und baut diesel-motoren, die state-of-the-art sind. und opel kauft sie. wo opel motoren drin sind, folgen verkaufseinbrüche (alfa 159, die benziner) commonrail ist eine fiat entwicklung, entwickelt bei elasis/neapel, erstmals käuflich im alfa 156. fiat hat neueste technologien im benziner bereich in der pipeline ... die qualität deutscher medien ist zum schreien, oder wird bezahlt ? - bisher kannte man das ja nur von der autobild.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.