Startups Wiedersehen macht Freude

Mit ihrer Metasuchmaschine im Netz ermöglichen die Gründer von "Have it Back" ein unkompliziertes Wiederfinden verlorener Gegenstände.

KfW Bankengruppe / Elena Ezhova


Jedem Menschen kommt in seinem Leben unterwegs mal was abhanden. Oft ist es etwas mit emotionalem Wert wie das Smartphone mit den Urlaubsbildern, der Teddy vom Jüngsten, die Ohrringe zum Hochzeitstag oder, der Klassiker, die Brieftasche mit sämtlichen Karten. Die wenigsten Menschen finden ihre Sachen später wieder und das ist vor allem eines: ärgerlich.

Für Markus Schaarschmidt hingegen war es der Impuls für eine spannende Geschäftsidee. Als er seinen Rucksack mit wichtigen Inhalten an einer Haltestelle vergaß und merkte, dass ihm das Netz bei der Suche keine Hilfe war, gründete er 2015 mit seinen Partnern Antonio Vega und Tobias Freyberg das Startup "Have it Back", das in Deutschland Zentrales Fundbüro heißt. Mit ihrer Metasuchmaschine, die Funde und Verluste aufspürt, wollen die drei die Lost and Found-Branche revolutionieren und wurden dafür mit dem KfW-Award ausgezeichnet.

Auf "Have it back" finden sich privat gemeldete Funde und Verluste, aber auch die Daten der kommunalen Fundbüros, die im Internet vertreten sind. Alles in allem stehen auf haveitback.com schon ca. 7,6 Millionen Einträge aus fast allen Ländern der Erde, mehr als eine Million jeweils aus den USA, Großbritannien und Deutschland.

Denn die drei Gründer merkten schnell: Viele Länder wie Griechenland kennen keine Fundbüros, andere wie beispielsweise Frankreich stellen Fundsachen nicht online. Und in dritten, wie Deutschland, dominiert im Fundbürowesen noch die Excel-Liste. Und Excel-Listen stehen laut Schaarschmidt für "Neulandsverweigerer". Dass man sich auf der Suche nach einem liegengelassenen Handy wieder und wieder durch ein Fundverzeichnis kämpfen muss, ist für ihn und seine Kollegen Technik von vorgestern.

Auf der "Have it back"-Webseite ordnet die selbst geschriebene Plattform gesuchte und gefundene Gegenstände oder Haustiere Kategorien und Orten auf der Landkarte zu. Neue Einträge werden automatisch mit den alten aus der Datenbank abgeglichen. Eine Umkreissuche erhöht die Trefferwahrscheinlichkeit. Ein Wanderer beispielsweise gibt vielleicht ein Fundstück nicht dort ab, wo der Besitzer losgelaufen oder angekommen ist, sondern an seinem eigenen Zielort. Und noch ein Vorteil: "Have it Back" hat immer auf, ein Fundamt nicht.

Die drei klugen Köpfe haben seit der Gründung von "Have it back" an mehreren Mentoring- und Coaching-Programmen teilgenommen, unter anderem am StartX der hoch angesehenen Standford University. Die Ausbilder im Silicon Valley rieten ihnen, sich auf die Tourismusbranche zu konzentrieren. Der Kreis der Interessenten müsse in dieser Branche auch deshalb so groß sein, weil in Staaten wie Deutschland beispielsweise Verkehrsbetriebe gesetzlich verpflichtet sind, eigene Fundbüros zu unterhalten.

Das Business Modell der Gründer basiert auf dem Verschicken der gefunden Gegenstände sowie dem Verkauf von Lizenzen der speziell für Fundbüros entwickelten Software. Von diesen Erlösen können sie heute leben. Für die weitere Expansion wollen die drei Wagnis-Kapital einwerben. Es gilt, das Bilderkennungsprogramm auf der Webseite zu optimieren, das die Dokumentation eines Fundes wie auch die Suche vereinfacht und beschleunigt.

Einzigartig ist das Frankfurter Startup nach eigener Einschätzung schon jetzt, niemand sonst vernetze in der internationalen Lost-and-Found-Branche Privatpersonen, Unternehmen und Ämter. Oder, wie Schaarschmidt sagt: "Wir setzen auf der Welt den Standard". Die Drei vom Zentralen Fundbüro müssen jetzt noch dafür sorgen, dass sich das überall rumspricht, damit nicht alles was längst verloren geglaubt wurde, auch verloren bleibt.

KfW Gründerpreis

Die drei Gründer von "Have it back" sind Gewinner des KfW Awards Gründen 2017. Seit 1998 zeichnet die KfW Bankengruppe Unternehmen in den ersten fünf Jahren ihrer Geschäftstätigkeit mit dem KfW Award Gründen aus. Für den renommierten Preis können sich Start-ups aller Branchen bewerben, die ihren Sitz in Deutschland haben.

Die KfW fördert

Wer in Deutschland gründen möchte erhält mit dem ERP-Gründerkredit – StartGeld bis zu 100.000 Euro Kredit, um ein Unternehmen einzurichten und zu betreiben. Das Besondere: Da die KfW 80% des Kreditausfallrisikos von Ihrer Bank übernimmt, erhalten Sie den Kredit in der Regel umso leichter.

Mit dem ERP-Gründerkredit – Universell fördert die KfW alle Formen der Existenzgründung in Deutschland oder im Ausland, auch im Nebenerwerb oder eine erneute Gründung. Sie erhalten bis zu 25 Mio. Euro Kredit, um ein Unternehmen einzurichten oder zu übernehmen und innerhalb der ersten 5 Jahre zu festigen.

Alle Informationen zur KfW Gründungsförderung finden sie unter: http://www.Kfw.de/gruenden


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