Umweltökonomie: Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom ist tot

Wirtschafts-Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom ist in ihrer Heimatstadt Bloomington gestorben. Für ihre Untersuchungen zum Management natürlicher Ressourcen war sie 2009 als erste Frau mit der Auszeichnung bedacht worden. Die 78-Jährige litt an Krebs.

Bescheiden und zielstrebig: Elinor Ostrom kurz nach der Verleihung des Nobelpreises Zur Großansicht
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Bescheiden und zielstrebig: Elinor Ostrom kurz nach der Verleihung des Nobelpreises

Indianapolis - Elinor Ostrom hatte nie das Rampenlicht gesucht und stand 2009 doch plötzlich mittendrin: Als sie in der pompösen Konzerthalle von Stockholm den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften entgegennahm, als erste Frau überhaupt. Nun ist Olstrom im Alter von 78 Jahren gestorben.

Die amerikanische Politikwissenschaftlerin erlag am Dienstag einem Krebsleiden, wie die Universität von Indiana mitteilte. Ostrom, die seit 1965 für die Universität arbeitete, sei "fabelhaft und unersetzbar" gewesen, hieß es in der Mitteilung. Sie war am frühen Morgen im Krankenhaus gestorben.

Ostrom war die bislang einzige Frau, die jemals den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhalten hat. Sie war 2009 gemeinsam mit dem ebenfalls aus den USA stammenden Ökonomen und Rechtswissenschaftler Oliver Williamson ausgezeichnet worden.

Die renommierte Umweltökonomin hatte den Preis für ihre Forschung zum Management natürlicher Ressourcen bekommen. Sie hatte sich jahrelang mit der Frage beschäftigt, wie gemeinschaftliches Eigentum von seinen Nutzern erfolgreich verwaltet werden kann. Dafür hatte sie unter anderem Fischer und Almbauern in aller Welt besucht.

Die Forscherin Ostrom galt als Repräsentantin einer modernen Mitte zwischen angewandter und theoretischer Wirtschaftswissenschaft. Eigentlich ausgebildete Politikwissenschaftlerin, changierte sie zwischen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Ihre Kollegen beschreiben sie als leidenschaftlich, humorvoll und unkomplizierte Frau.

Ostrom hatte 1965 ihren Doktor in Politikwissenschaften an der University of California in Los Angeles und wechselte danach zur Indiana University in Bloomington. Dort lehrte sie auch nach der Auszeichnung mit dem Nobelpreis - ohne viel Aufhebens - bis einige Zeit vor ihrem Tod.

usp/AFP/Reuters

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Auch wenn es in diesem Zusammenhang ein wenig pietätlos ist
sarang he 12.06.2012
einen Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften gibt es nicht - auch wenn anderweitiges immer wieder aus Wirtschafts- und Bankenkreisen versucht wird zu behaupten.
2. Management natürlicher Ressourcen
Grafsteiner 13.06.2012
Ihre Kenntnisse darüber haben ihr dann beim Management ihres natürlichen Krebses offenbar überhaupt nicht geholfen. Das ist eben das Fatale an der Ökonomie. Im Modell funktioniert´s immer meisterhaft und in der Realität kommt immer was dazwischen, das man als Variable nicht einbezogen hat.
3.
Celegorm 13.06.2012
Zitat von GrafsteinerIhre Kenntnisse darüber haben ihr dann beim Management ihres natürlichen Krebses offenbar überhaupt nicht geholfen.
Selbst wenn das witzig gemeint sein soll ist es doch eine Aussage zum Fremdschämen. Man könne auch einfach das Kommentieren sein lassen, wenn man offensichtlich nichts der Thematik angemessenes zu sagen hat.
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