Wirtschaftskrise Bernanke erwartet Konjunkturwende noch in diesem Jahr

Der Chef der US-Notenbank verbreitet Optimismus: Ben Bernanke sagte vor Bekanntgabe der Ergebnisse des Banken-Stabilitätstests, viele der untersuchten Institute bräuchten keine weiteren Staatshilfen. Noch vor Ende des Jahres erwartet er einen leichten Konjunkturaufschwung.


Washington - Die Finanzkrise verliert offenbar an Fahrt: Der Chef der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke, hat Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Turbulenzen in der Bankenbranche gestützt. Das Finanzsystem ist demnach in einem weit besseren Zustand als im Oktober 2008. "Das System bleibt zwar fragil, wir haben jedoch bereits einen weiten Weg seit Herbst hinter uns gebracht", sagte Bernanke.

Fed-Chef Bernanke: "Das System bleibt fragil"
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Fed-Chef Bernanke: "Das System bleibt fragil"

Viele der Banken, die sich jetzt einem Stress-Test von Fed und Finanzministerium unterzogen hätten, könnten Kapitalanforderungen ohne neue Staatsgelder erfüllen. Die Institute würden falls nötig frisches Kapital ohne Probleme an den Finanzmärkten einsammeln können, gab sich Bernanke am Dienstag bei einer Anhörung vor einem gemeinsamen Ausschuss der zwei Kammern des US-Kongresses optimistisch.

Die Ergebnisse der Stress-Tests sollen am Donnerstag nach Börsenschluss an der Wall Street veröffentlicht werden. Rund zehn der führenden US-Banken brauchen nach dem staatlichen Branchen-Belastungstest laut amerikanischen Medien weitere Finanzhilfe. Bei dem Stress-Test prüfte die Bankenaufsicht die Stabilität der 19 größten Geldhäuser des Landes bei einer weiteren Verschlechterung der Wirtschaft.

Anzeichen für konjunkturelle Trendwende

Für die USA erwartet Bernanke bis Jahresende eine leichte Erholung der Konjunktur, die aber von anhaltend hoher Arbeitslosigkeit begleitet sein wird. Selbst bei einem Anziehen der Wirtschaftsleistung werde die Arbeitslosigkeit "noch eine gewisse Zeit lang hoch bleiben", da sich Unternehmen bei Neueinstellungen weiter zurückhielten, sagte Bernanke. Der Aufschwung werde "schrittweise" erfolgen, wobei die Schwäche der wirtschaftlichen Aktivitäten nur langsam nachlassen werde.

"Selbst wenn der Aufschwung eingesetzt hat, werden die Zuwachsraten der Wirtschaft unter ihrem langfristigen Potential bleiben", sagte der Fed-Chef. Angesichts dessen erwarte die Zentralbank, dass die Inflation weiterhin "schwach" bleibe.

Wesentliche Voraussetzung für den Aufschwung sei die Stabilisierung der Bankenbranche, sagte Bernanke. Ein "Rückfall" des Finanzsektors "könnte schwer auf der Konjunktur lasten und die langsam einsetzende Erholung abwürgen".

ore/AFP/Reuters/dpa/dpa-afx

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