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Wirtschaftskrise: China pumpt mehr als eine Billion Euro in Konjunkturpaket

China greift massiv ein, um die Folgen der Wirtschaftskrise zu mildern: Das Konjunkturprogramm wird um umgerechnet rund 1,2 Billionen Euro ausgeweitet - durch Initiativen regionaler Regierungen.

Peking - Investieren wollten die Provinzregierungen vor allem in die ländliche Infrastruktur wie das Schienen- und Straßennetz, in Häfen und den Wohnungsbau, berichtete das chinesische Staatsfernsehen am Sonntag.

Die Zentralregierung in Peking hatte unlängst ein Paket mit einem Volumen von 470 Milliarden Euro angekündigt, um die heimische Wirtschaft anzukurbeln.

Das Wachstum in China hat sich zuletzt deutlich abgekühlt. Verglichen mit dem Vorjahr wuchs die Wirtschaft im Sommer um neun Prozent, nachdem das asiatische Schwellenland zuvor jahrelang von zweistelligen Wachstumsraten verwöhnt war. 2009 dürften die Raten weiter zurückgehen. Bankenexperten gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt dann um weniger als acht Prozent wächst. Diese Marke gilt der Führung in Peking als rote Linie: Wächst die chinesische Wirtschaft langsamer, befürchtet sie, dass nicht mehr genügend neue Stellen geschaffen werden, um die ohnehin prekäre soziale Balance aufrechtzuerhalten.

Vor allem die chinesischen Exporteure bekommen die Abkühlung der Weltkonjunktur zu spüren. Tausende Unternehmen in der Textilindustrie und in anderen auf das Ausfuhrgeschäft spezialisierten Branchen mussten dichtmachen. Das hat die sozialen Spannungen in dem riesigen Land verschärft. Vor den Fabriktoren im Süden und an der Küste Chinas versammelten sich zuletzt wütende Arbeiter und forderten ihre Löhne ein.

jul/Reuters

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