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Wirtschaftskrise: IWF senkt Wachstumserwartungen

Die letzte Korrektur ist erst ein paar Wochen her, nun senkt der Internationale Währungsfonds erneut seine Prognose. Die Weltwirtschaft wird nach Schätzung des IWF in diesem Jahr maximal um 1,5 Prozent wachsen. Die Bundesbank warnt: Das Ausmaß der Krise sei noch gar nicht absehbar.

Abu Dhabi/Berlin - Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird seine Prognose für 2009 weiter nach unten revidieren. Die Weltwirtschaft werde in diesem Jahr allerhöchstens um ein bis 1,5 Prozent wachsen, sagte der stellvertretende Leiter der IWF-Abteilung für Währung und Kapitalmarkt, Axel Bertuch-Samuels, am Sonntag in Abu Dhabi.

"Die weltweiten Wirtschaftsaussichten haben sich in den vergangenen Monaten eingetrübt. Das Verbrauchervertrauen und das Geschäftsklima sind auf ein Niveau abgestürzt, das wir seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben, und auch die Wirtschaftsaktivitäten sind stark zurückgegangen", sagte Bertuch-Samuels. 2009 werde für die Weltwirtschaft extrem herausfordernd.

Im November hatte der IWF seine Wachstumserwartungen für die Weltwirtschaft gegenüber dem Oktober bereits um 0,8 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent zurückgenommen. Der Fonds wird seine aktuelle Prognose voraussichtlich am Mittwoch vorlegen.

Nach Einschätzung von Bundesbank-Präsident Axel Weber ist das eigentliche Ausmaß der weltweiten Finanzkrise noch längst nicht absehbar. "Der wirtschaftliche Abschwung ist stärker und weltweit umfassender, als wir das erwartet haben", sagte Weber der "Bild"-Zeitung. Ihm mache Sorge, dass es noch nicht gelungen sei, die Krise an den Finanzmärkten einzudämmen. Es gebe derzeit "immer neue Verwerfungen, mehr betroffene Segmente und neue Verluste, die zu weiterem Abschreibungsbedarf führen".

Die Krise sei die schlimmste der Nachkriegsgeschichte, sagte Weber. "Die Probleme an den Märkten und auch die Heftigkeit des Einbruchs hat es in dieser Dimension in den letzten Jahrzehnten noch nicht gegeben." Er könne sich nicht erinnern, dass die Wirtschaft weltweit fast gleichzeitig derart stark eingebrochen sei.

Allerdings werden nach Webers Einschätzung die staatlichen Maßnahmen zur Stabilisierung der Banken und der Konjunktur das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr kräftigen und die Folgen der globalen Finanzkrise abmildern. "Es braucht Zeit, bis alle Maßnahmen wirken. Ich rechne aber damit, dass die Wirtschaft schon im Herbst wieder leicht wachsen kann und sich die Konjunktur 2010 weiter erholt." Die Große Koalition habe richtig auf die Krise reagiert, sagte Weber.

phw/AP/Reuters

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