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Bruttoinlandsprodukt: Wirtschaftswachstum in Deutschland verdoppelt sich

Baustelle in Stuttgart: Deutschlands Wirtschaft wächst überraschend stark Zur Großansicht
DPA

Baustelle in Stuttgart: Deutschlands Wirtschaft wächst überraschend stark

Die Konjunktur in Deutschland zieht überraschend deutlich an. Zum Jahresbeginn ist das Bruttoinlandsprodukt um 0,8 Prozent gewachsen - doppelt so stark wie im Vorquartal.

Wiesbaden - Steigende Investitionen, mehr privater Konsum und der milde Winter haben das deutsche Wirtschaftswachstum zu Jahresbeginn überraschend stark beschleunigt: Im ersten Quartal ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der größten europäischen Volkswirtschaft bereinigt um 0,8 Prozent zum Vorquartal gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. "Das ist das stärkste Wachstum seit drei Jahren", hieß es. Im vierten Quartal 2013 war die deutsche Wirtschaft nur um 0,4 Prozent gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal um 2,5 Prozent.

"Bei diesem kräftigen Wachstum zum Jahresbeginn spielte allerdings auch die extrem milde Witterung eine Rolle", teilte die Behörde mit. Dadurch blieb vor allem der Bau von den sonst üblichen witterungsbedingten Unterbrechungen verschont. Aber nicht nur der Bau boomte, auch der Konsum zog an: Sowohl die privaten Haushalte als auch der Staat gaben mehr Geld dafür aus. Die Unternehmen investierten "deutlich mehr" als zuletzt. "Dagegen bremste der Außenhandel das Wirtschaftswachstum", teilten die Statistiker mit. Es wurden weniger Waren exportiert, aber deutlich mehr Waren importiert als Ende 2013.

Europas größte Volkswirtschaft bleibt damit Wachstumsmotor der Währungsunion. Die französische Wirtschaft etwa stagnierte zu Jahresbeginn lediglich. Das hohe Tempo dürfte sich allerdings kaum halten lassen, da wegen des milden Winters etwa am Bau viele Arbeiten vorgezogen wurden. "Die Frühjahrsbelebung wird etwas schwächer ausfallen als gewohnt", heißt es im aktuellen Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums.

"Das ist ein sehr, sehr starkes Wachstum", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Selbst ohne den Wettereffekt wäre es mit 0,5 Prozent ordentlich ausgefallen. Allerdings werde es in diesem Tempo nicht weitergehen. "Für das zweite Quartal rechnen wir mit einem Plus von 0,3 Prozent", sagte Krämer. Bereits im März schrumpften sowohl die Industrieaufträge als auch Produktion und Exporte. Die Ukraine-Krise und die Konjunkturabkühlung in China dürften dafür mitverantwortlich sein.

Die deutsche Wirtschaft hatte schon das vergangene Jahr erfreulich gut abgeschlossen. Im letzten Quartal hatte das BIP um 0,4 Prozent zugelegt, genauso wie im Gesamtjahr 2013. Im Schlussquartal waren es vor allem die gestiegenen Exporte gewesen, die die Konjunktur belebten. Dagegen verharrten die staatlichen Konsumausgaben auf dem Niveau des Vorquartals, während die privaten Ausgaben sogar leicht zurückgingen.

Im Gesamtjahr war die Binnennachfrage der wichtigste Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft - insbesondere der private Konsum hatte die Konjunktur 2013 vor einem Absturz bewahrt. Für das laufende Jahr erwartet die Bundesregierung ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent, 2015 sollen es 2,0 Prozent sein.

nck/dpa/Reuters

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insgesamt 163 Beiträge
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1.
pommbaer84 15.05.2014
Schöne news für die reichen. Werden Sie noch reicher....
2. ***
Steffen K. 15.05.2014
Zitat von sysopDPA http://www.spiegel.de/wirtschaft/wirtschaftswachstum-deutsches-bruttoinlandsprodukt-waechst-0-8-prozent-a-969492.html
Merkels Märchenstunde, kurz vor der Wahl.
3.
sendungmitdermaus 15.05.2014
Zitat von sysopDPA http://www.spiegel.de/wirtschaft/wirtschaftswachstum-deutsches-bruttoinlandsprodukt-waechst-0-8-prozent-a-969492.html
Wahnsinn!! Das ist ja fast ein Boom: Von 0,4 auf 0,8.
4. optional
maikäfer 15.05.2014
Ein gesunder Organismus beendet sein Wachstum irgendwann. Wachstum, Wachstum über alles...
5. aha
kenno 15.05.2014
2° C ist also doppelt so warm wie 1° C?
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