Wirtschaftsweise: Bofinger fordert Reichensteuer

Auf mehr als 1,7 Billionen Euro wächst der Schuldenberg in Deutschland bis Jahresende. Nun fordert der Wirtschaftsweise Peter Bofinger höhere Steuern auf Vermögen und Erbschaften - um "die Abgabenbelastung fairer zu verteilen".

Berlin - In der Debatte um eine Wiederbelebung der Vermögensteuer hat sich der Wirtschaftsweise Peter Bofinger für höhere Steuern für Reiche ausgesprochen. "Wir müssen uns grundsätzlich Gedanken machen, wie sich die Abgabenbelastung fairer verteilen lässt", sagte Bofinger der "Süddeutschen Zeitung" vom Donnerstag. "Arbeitnehmer werden in Deutschland deutlich stärker belastet als in anderen Industrieländern. Die Steuern auf Vermögen und Erbschaften sind dagegen unterdurchschnittlich."

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Peter Bofinger: Mehreinnahmen in Milliardenhöhe

Die höhere Besteuerung von Vermögen könnte dem Fiskus Mehreinnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe bringen. Würde Deutschland Vermögen auch nur ebenso hoch besteuern, wie das im Durchschnitt der EU-Länder der Fall sei, würde das rund 25 Milliarden Euro mehr bringen, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Vor allem bei der Grund- und der Erbschaftsteuer gebe es große Potentiale. Befürworter einer Vermögensteuer in der SPD fühlten sich dem Zeitungsbericht zufolge durch die Studie bestätigt. Ihr Wahlprogramm, in der die Forderung nach einer Vermögensteuer nicht enthalten ist, wollten die Sozialdemokraten demnach jedoch nicht mehr ändern.

Ausgangspunkt für die DIW-Studie ist die Diskussion um höhere Steuern für Reiche angesichts der steigenden Ungleichverteilung der Vermögen als Folge der Finanzkrise. Mit 0,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegt Deutschland dem Institut zufolge bei der vermögensbezogenen Besteuerung im internationalen Vergleich relativ niedrig.

Das Institut plädiert auch für eine breitere Bemessungsgrundlage bei der Erbschaftsteuer. Die jüngste Reform sei wegen Vergünstigungen für Betriebs- und Grundvermögen in die falsche Richtung gegangen.

cha/Reuters

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