World Trade Report Deutschland bleibt Exportweltmeister

Exporte gesteigert, Titel verteidigt: Deutschland bleibt auch 2007 Exportweltmeister. Die Ausfuhren stiegen nach Schätzungen der Welthandelsorganisation um 19 Prozent. Doch es ist schon abzusehen, dass der Titel bald verloren geht.


Genf - China bleibt das Land der Stunde. Auch wenn es in diesem Jahr noch nicht für den Titel reichte - die Geschwindigkeit mit der Unternehmen aus Shanghai, Shenzhen und Guangdong ihren Absatz im Ausland steigern, ist atemberaubend. Bereits im kommenden Jahr, so die Schätzung der Welthandelsorganisation (WTO) könnte China Deutschland als Exportweltmeister ablösen.

World Trade Report 2007: Rasanter Aufschwung des Welthandels

World Trade Report 2007: Rasanter Aufschwung des Welthandels

2007 aber bleibt der Titel sehr wahrscheinlich noch einmal in Deutschland. Der Gesamtwert der Güterexporte erreichte nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums in den ersten neun Monaten 657 Milliarden Euro. Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt dürfte nach vorläufigen WTO-Schätzungen leicht über dem Vorjahresanteil von rund 39 Prozent liegen. Die Importe kletterten um 15 Prozent auf rund 524 Milliarden Euro.

Die Zahlen stammen aus dem aktuellen World Trade Report, den die WTO heute in Genf vorstellte. China belegt demnach Platz zwei. Obwohl sich die Daten nur auf Januar bis September beziehen, rechnet die WTO laut Bernd Pfaffenbach, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, nicht damit, dass sich an dieser Reihenfolge bis Jahresende noch etwas ändert.

Die deutsche Exportwirtschaft sehe es aber nicht als schlechte Nachricht an, wenn sie irgendwann den Titel an China abgeben werde, sagte Paffenbach. "Wir werden weiter wachsen, Titel hin oder her." Hohe Qualität der Produkte und technologische Innovation seien ausschlaggebend für den deutschen Exporterfolg. Hieran müsse man auch in Zukunft anknüpfen.

Die Zahlen machten deutlich, dass ein erfolgreicher Abschluss der WTO-Verhandlungen zur Doha-Runde gerade für Deutschland große Bedeutung habe. "Weitere Liberalisierungen des Welthandels haben nachhaltig positive Auswirkungen für den globalen Handel und würden Wachstum und Beschäftigung gerade im exportorientierten Deutschland weiteren Schub verleihen", sagte Pfaffenbach.

Der World Trade Report 2007 widmet sich schwerpunktmäßig dem 60-jährigen Bestehen des multilateralen Welthandelssystems. Er belegt unter anderem den rasanten Aufschwung des Welthandels: Betrug dieser 1948 noch rund 124 Milliarden Dollar, waren es 2005 gut 20,67 Billionen.

ssu/AFP/AP/ddp/dpa



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