Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

WWF-Studie: Suche nach Bodenschätzen gefährdet Weltnaturerbe

Bergbau in Chile: Suche nach Bodenschätzen gefährdet weltweit Gebiete Zur Großansicht
AFP

Bergbau in Chile: Suche nach Bodenschätzen gefährdet weltweit Gebiete

Grand Canyon, Wildreservate oder das Wattenmeer: Die Unesco-Weltnaturerbe gelten als besonders schützenswert. Doch Bergbau und die Suche nach Öl und Gas gefährden viele dieser Gebiete. Besonders dramatisch ist die Lage in Afrika.

Die weltweite Suche nach Bodenschätzen gefährdet laut Umweltschützern fast ein Drittel des Weltnaturerbes. Besonders dramatisch sei die Lage in Afrika, schreibt die Umweltorganisation WWF in einer Studie. Dort seien 61 Prozent der besonders schützenswerten Gebiete durch den Bergbau oder die Suche nach Öl und Gas bedroht.

Insgesamt gibt es den Angaben zufolge 229 Weltnaturerbestätten der Unesco. Dazu zählen etwa der Grand Canyon in den USA und das Great Barrier Reef vor Australien. In Europa und Nordamerika ist laut WWF jedes zehnte Weltnaturerbe gefährdet - darunter ist auch das Wattenmeer der Nordsee. Hier kritisieren die Umweltschützer die Ölförderung und den damit zusammenhängenden Bau einer Bohrinsel sowie Pipelines. Sollte die Förderung ausgeweitet werden, drohten weitere Probebohrungen und starke Lärmbelästigung für Tiere.

Wattenmeer vor Schleswig-Holstein: Forscher kritisieren Ölinsel-Bau und Pipelines Zur Großansicht
DPA

Wattenmeer vor Schleswig-Holstein: Forscher kritisieren Ölinsel-Bau und Pipelines

"Das Beispiel Wattenmeer zeigt, dass Weltnaturerben auch in Deutschland nicht sicher sind", sagt Günter Mitlacher vom WWF Deutschland. "Die Profitgier der Industrie macht auch vor den schönsten Naturparadiesen nicht Halt."

Zugleich warnt der WWF internationale Investoren vor Aktivitäten in diesen Schutzgebieten. "Wir wollen, dass die Investoren wissen, was sie tun", sagte die WWF-Sprecherin Rebecca Pain. "Oftmals sind sie sich der Gefahren für die Umwelt gar nicht bewusst."

Grand Canyon: Jedes zehnte Weltnaturerbe in Nordamerika bedroht Zur Großansicht
AFP

Grand Canyon: Jedes zehnte Weltnaturerbe in Nordamerika bedroht

Ausdrücklich verweist die Studie auf das Selous-Wildreservat im ostafrikanischen Tansania. Dieses sei größer als Dänemark und nach wie vor praktisch unberührt. Doch vor einigen Jahren habe die Regierung den Abbau von Bodenschätzen erlaubt, seitdem gebe es dort fünf aktive Bergbauminen sowie 50 Konzessionen. Seit 2014 stehe der Park auf der Liste der gefährdeten Weltnaturerbestätten.

brk/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Absolute Ausbeute
tusche22 01.10.2015
Konzerne unterhöhlen Staaten und deren durch Bürger gegebene Rechte. Meiner Meinung nach geraten wir in Richtung Konzernkriege a la Shadowrun und danach in Richtung eines Mad Max Szenarium inklusive absolut zerstörter Natur der Erde. Die Erde hat keine so große Lobby, wie die Wirtschaft eine Lobby und Gewinnabsicht.
2. Wir haben es in der Hand
danger666man 01.10.2015
Ich habe einfach angefangen weniger zu konsumieren. Das schont die Ressourcen und reduziert den Druck Rohstoffe aus der Erde zu holen. Einfach halb so viele Hosen, Schuhe etc kaufen und die Zeitabstände von neuen Handys und Fernseher erhöhen. Oder gebraucht kaufen. Ich fühle mich freier und habe mehr Zeit und Geld für Erlebnisse und gutes regionales Bio-Essen. Letztendlich werden die Firmen durch unser geändertes Konsumverhalten lernen, dass weniger aber dafür qualitativ hochwertigere und langlebige Produkte zählen. Die können dann auch etwas mehr kosten - immerhin nutzen wir sie Jahrzehnte statt nur eine Modesaison lang!
3.
gerd.leineune 01.10.2015
Da braucht man gar nicht nach Afrika zu schauen, das haben wir - leider - auch an allen Ecken in Deutschland. Siehe Nordsee unf Fischerei, siehe Hamburger Naturschutzgebiete und Flughafen, siehe Brandenburg/Sachsen und Braunkohle(!)abbau.... etc.pp. Überall werden Menschen und Natur enteignet, angeblich zum Wohle der Allgemeinheit.
4. wwf Studien
darthmax 01.10.2015
Bodenschätze werden nun überall ausgebeutet, da steht auch kein WWF davor. Wichtiger wäre die Klärung ´´wie ´´ diese ausgebeutet werden, da gibt es nun sehr viel verschiedene Möglichkeiten. Da sollte der WWF die Regierungen beraten, da diese über kein Know how verfügen. Sonst erreicht man GAHNIX
5. Erst wenn der letzte Baum ...
telos 02.10.2015
gerodet, und der letzte Fisch gefangen, werdet ihr erkennen, dass man Geld nicht essen kann. Dieser Indianerhäuptling hat weder eine Hochschule erfolgreich absolviert, noch hatte er eine ansehliche Bibliothek bei sich zu Hause gehabt, er hatte aber die Gabe und einen klaren Verstand, um zu erkennen, dass alles Leben auf dieser Erde in Wechselbeziehung und voneinander abhängig ist. Kurz gesagt, der Mensch ist dumm, wenn er an dem Ast sägt, auf dem er selbst sitzt. Da helfen auch keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse, auch wenn der homio sapiens so stolz darauf ist. Das ist Selbstbeweihräucherung und hat mit Intelligenz überhaupt nichts zu tun. Vielleicht kommt die Zeit, wo es plötzlich nicht mehr so ist, wie gewohnt und dann zeitverzögert die (zu)späte Einsicht. Quo vadis Menschheit? Die Natur, unser Lebensraum, unsere Lebens-und Arbeitswelt, unsere Freizeit, unsere Gedanken und unser Handeln - alles dient nur noch dem Mammon. "...den Ring zu finden, sie auf ewig zu knechten und binden." Aber wir leben ja in einer freiheitlichen Demokratie!!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: