Reichenstudie Deutschland wird zur Hochburg der Millionäre

In Deutschland ist die Zahl der Wohlhabenden stark gestiegen - trotz Euro-Krise. Nur in zwei Ländern der Welt gibt es mehr Dollar-Millionäre als in der Bundesrepublik. Im Vergleich der Regionen haben die Asiaten die Nordamerikaner abgelöst. Das Reichen-Ranking in der Übersicht.

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Frankfurt am Main - Der Club der Reichen bekommt in Deutschland immer mehr Mitglieder. Die Euro-Krise kann den Vermögenden hierzulande offenbar nichts anhaben. Die Zahl der Millionäre ist überdurchschnittlich gestiegen, heißt es im aktuellem "World Wealth Report 2012".

Die Studie untersucht das finanzielle Vermögen von sogenannten "High Net Worth Individuals" (HNWI) weltweit. Als HNWI gelten Personen, die über ein anlagefähiges Vermögen von mehr als einer Million Dollar verfügen, ausgenommen sind selbstgenutzte Immobilien sowie Sammlungen wertvoller Objekte.

Die Zahl der HNWI in Deutschland ist demnach im Jahr 2011 um rund drei Prozent gestiegen, von 923.900 auf 951.200 Personen. Damit liegt die Bundesrepublik hinter den USA und Japan auf Platz drei der Länder mit den meisten Dollar-Millionären. In den führenden drei Nationen leben der Studie zufolge mit 53,3 Prozent insgesamt mehr als die Hälfte aller HNWI. Das ist ein leichter Anstieg im Vergleich zur Vorjahreszahl von 53,1 Prozent.

Auch weltweit steigt die Zahl der Reichen im Vorjahresvergleich - wenn auch nur moderat: Nach dem deutlichen Wachstum von 8,3 Prozent im Jahr 2010, wuchs 2011 die Anzahl der HNWI weltweit um 0,8 Prozent auf elf Millionen. Der größte Anteil dieses Wachstums kann den vermögenden Privatanlegern zugeordnet werden, die zwischen einer und fünf Millionen Dollar besitzen.

Vergleich der Regionen: Nordamerika nicht mehr Nummer eins

Einen besonderen Sprung hat 2011 die Region Asien/Pazifik geschafft. Dort stieg die Anzahl der HNWI um 1,6 Prozent auf 3,37 Millionen Personen - damit leben in dieser Region zum ersten Mal die weltweit meisten Vermögenden und damit mehr als im bisherigen Regionen-Spitzenreiter Nordamerika mit 3,35 Millionen HNWI. Nordamerika bleibt allerdings mit rund 11,4 Billionen Dollar die Region mit dem größten HNWI-Vermögen. Zum Vergleich: In der Region Asien-Pazifik beträgt das Vermögen gut 10,7 Billionen Dollar.

Zwar wächst die Zahl der HNWI, ihre Sparschweine aber haben abgespeckt: Ihr finanzielles Vermögen hat im Jahr 2011 weltweit um 1,7 Prozent abgenommen, sie besitzen jetzt rund 42 Billionen Dollar. Dieser Rückgang ist der erste seit der Wirtschaftskrise 2008, als das weltweite Vermögen um ganze 19,5 Prozent schmolz. Im Vorjahr waren die Vermögen der Reichen hingegen auf einen Rekordwert gestiegen.

Die Zahl der Superreichen ist gesunken: Als Ultra-HNWI gelten Personen, die über ein anlagefähiges Vermögen von mindestens 30 Millionen Dollar verfügen. Ihre Zahl fiel 2011 um 2,5 Prozent, ihr Vermögen schrumpfte um 4,9 Prozent.

Der jährliche "World Wealth Report" ist eine Untersuchung von der Beratungsfirma Capgemini und RBC Wealth Management, einem Ableger der Royal Bank of Canada. Der Report 2012 ist die 16. Ausgabe der Studie.

bos

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insgesamt 301 Beiträge
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Seite 1
crocodil 19.06.2012
1. Glaube
nur der Statistik, die du selbst gefälscht hast!!!!
deb2011 19.06.2012
2. Na dann ist ja alles bestens:
Zitat von sysopAPIn Deutschland ist die Zahl der Wohlhabenden stark gestiegen. Nur in zwei Ländern der Welt gibt es mehr Dollar-Millionäre als in der Bundesrepublik. Im Vergleich der Regionen haben die Asiaten die Nordamerikaner abgelöst. Das Reichen-Ranking in der Übersicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,839802,00.html
Für Kinder ist kein Platz, für Familien kein Geld da, und für Alte ist auch kein Geld da - aber wir haben genügend Millionäre ...
wolfi55 19.06.2012
3. die tun mir leid
Aber echt mal. Es wundert mich aber auch nicht, wenn man die Ermittlungsmethode ansieht. Wer also 2-3 Wohnungen zusätzlich hat, z.B. geerbt, der fällt schon ganz schnell in diesen Topf rein. Also so richtig reich kann man sich damit aber noch nicht fühlen.
janne2109 19.06.2012
4.
gute Überschrift in diesen Zeiten, vielleicht arbeiten hier auch die Menschen hart?
Foul Breitner 19.06.2012
5. Erstaunlich
Ist doch kein Wunder, wenn Zinsen geringer besteuert werden als Arbeit. Einzig nicht erwünscht ist Wohlstand auf breiter Front ( für alle ) von wegen europäisches Zusammnwachsen der Volkswirtschaften...
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