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Börsengang des Onlinehändlers: Das ist Zalando

Von und (Grafik)

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Zalando-Paket: Als Verkaufsplattform für Flip Flops gegründet

Der Zalando-Börsengang wird der größte einer deutschen Internetfirma seit 2001. Wie schneidet der Onlinehändler im Vergleich mit anderen ab, wer steckt dahinter, wie sieht der Markt aus? Die Analyse in Grafiken.

Drei Dinge machten den Online-Modehändler Zalando zu einer der bekanntesten Marken Deutschlands: Ein Postbote, eine sich öffnende Tür und eine Frau, die beim Anblick von Schuhen augenblicklich den Verstand verliert. Dank der "Schrei vor Glück"-Kampagne kennen heute nach Firmenangaben fast neun von zehn Menschen hierzulande das E-Commerce-Unternehmen aus Berlin. Mittlerweile werden dort nicht mehr nur Schuhe verkauft.

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Robert Gentz und David Schneider, die heute zusammen mit Rubin Ritter im Zalando-Vorstand sitzen, hatten die Firma vor rund sechs Jahren als Verkaufsplattform für Flip Flops gegründet. 2009 stieg die Start-up-Schmiede Rocket Internet ein - und formte das Start-up nach dem US-Vorbild Zappos. Inzwischen sehen die Besitzverhältnisse bei Zalando so aus:

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Der größte Zalando-Gesellschafter ist die schwedische Investmentgesellschaft Kinnevik, die 2010 einstieg und bislang nach eigenen Angaben fast 900 Millionen Euro investiert hat. Deren Chefin Christina Stenbeck wurde zur Aufsichtsratsvorsitzenden des Onlinehändlers berufen.

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Der Inkubator Rocket Internet ist seit 2013 nicht mehr an der Holding beteiligt; über ihren Fonds Global Founders Capital gehören den hinter Rocket Internet stehenden Samwer-Brüdern aber immer noch 17 Prozent von Zalando. Mit Rocket soll kurz nach Zalando gleich die zweite Firma aus dem Samwer-Imperium ihr Börsendebüt geben.

Der anstehende Zalando-Börsengang wird einer der größten IPOs seit dem Platzen der Internetblase 2001. Die Erstnotiz im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse ist für den 1. Oktober geplant. 605 Millionen Euro will der Onlinehändler damit einnehmen, Ankerinvestoren sollen sich bereits einen Anteil von mehr als 127 Millionen Euro gesichert haben. In einer anderen Liga spielt etwa der chinesische Onlinehändler Alibaba, der bei seinem Gang aufs Parkett vor wenigen Wochen knapp 25 Milliarden Dollar einsammelte.

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Zalando schaffte es zudem erst in den vergangenen Monaten, überhaupt schwarze Zahlen zu schreiben. Das Plus fällt nach Abzug von Zinsen und Steuern zudem noch recht klein aus. Überschaubar ist auch der Umsatz - zumindest im Vergleich mit dem Branchenriesen Otto.

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Im Börsenprospekt bezeichnet sich Zalando als der "eindeutig führende ausschließlich online tätige reine Modehändler" - zumindest "nach eigener Einschätzung". Gleichzeitig ist der Markt noch vergleichsweise übersichtlich; von 420 Milliarden Euro, die in Europa für Mode ausgegeben werden, werden 38 Milliarden durch Online-Einkäufe umgesetzt. Auch unter den Online-Shops landet Zalando in Deutschland nur auf dem dritten Rang, hinter Amazon und Otto.

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Wie sich der Markt in Zukunft entwickelt und ob Zalando durch das bei dem Börsengang eingetriebene Geld weiter deutlich wachsen kann, das bleibt auch für die Anleger ungewiss. Das Unternehmen selbst listet mehr als 50 potenzielle Risiken auf. Darunter dieses: "Wir könnten uns dazu entschließen, neue Geschäftsmöglichkeiten zu verfolgen, (..) die sich als nicht kosteneffektiv oder anderweitig nicht erfolgreich erweisen können."

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insgesamt 23 Beiträge
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1. Hohle Nuss?
roflem 29.09.2014
Wer glaubt, hier würde Wertschöpfung oder sogar Gewinn gemacht, der wird sich noch wundern.
2. Fehlt da nicht wer?
Ruthi 29.09.2014
Wo sind denn in der letzten Grafik die Online-Shops von Media-Markt, Saturn und Reddit?! Die dürften, zumindest kumuliert, locker unter den ersten 10 zu finden sein.
3. Gewinn
Remy9999 29.09.2014
...ja klar, aber nur für die Copy Künstler SAMWER....
4. Wahrscheinlich gehen denen doch langsam...
badbeardxb 29.09.2014
...die Kröten aus, deshalb schnell ein IPO um Kasse zu machen und Kinnevik usw. zu beruhigen. Allerdings gehen vielleicht doch irgendwann die Leute aus, die die richtige Mischung aus Leichtgläubigkeit und Gier haben, die dieses Geschäftsmodell der Samwerbrüder nun mal benötigt.
5. Schnell rein, schnell raus
clausde 29.09.2014
Wer kann sollte innerhalb kurzer Zeit die Aktien wieder verkaufen. "Kurze Zeit" kann Stunden oder Tage bedeuten. Die Risiken sind für eine mittel- oder langfristige Anlage zu hoch. Wer erst wenige Monate schwarze Zahlen schreibt, muss sich fragen lassen, warum er sich jetzt Kapital an der Börse besorgt und nicht erst das Geschäft konsolidiert? Man sollte auch durchleuchten wessen Kapital hinter den beteiligten Firmen steht. Ist es "vagabundierendes Kapital" oder handelt es sich um Eigentümergebundenes Kapital. Irgendwann stellt sich nämlich die Frage:"Wer schreit vor Glück?"
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