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Endlich verständlich: Wie Zinsen die Welt verändern

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DPA

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins auf ein historisches Tief gesenkt - aber was heißt das eigentlich? Wie wirken sich Zinsen auf die Wirtschaft aus? Lesen Sie hier, warum die Entscheidung so wichtig ist.

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum gibt es überhaupt Zinsen?
  2. Wer bestimmt, wie hoch die Zinsen sind?
  3. Warum sind die Zinsen derzeit so niedrig?
  4. Warum ist der Leitzins der Notenbanken so wichtig?
  5. Bringen niedrige Zinsen automatisch eine höhere Inflation mit sich?
  6. Was bedeuten niedrige Zinsen für die Altersvorsorge?
  7. Ist es sinnvoll, sich in Zeiten niedriger Zinsen zu verschulden?
  8. Was passiert, wenn die Zinsen wieder steigen?

1. Warum gibt es überhaupt Zinsen?

In einer Marktwirtschaft hat alles seinen Preis, auch Geld. Wer es verleiht, möchte dies in der Regel nicht gratis tun, also verlangt er eine Art Leihgebühr, den Zins. Ökonomisch gesehen deckt der Kreditgeber damit Kosten ab, die ihm durch den Verleih des Geldes entstehen:

  • So kann er zum Beispiel in der Zeit, für die er das Geld verliehen hat, selbst nicht darüber verfügen und auch nichts damit erwirtschaften.
  • Hinzu kommt ein zu erwartender Wertverlust durch Inflation: Wer 100 Euro für ein Jahr verleiht, bekommt zwar 100 Euro wieder. Nach dem Jahr kann er sich dafür aber in der Regel nicht mehr so viel kaufen wie vorher, weil auch die Preise in der Zwischenzeit gestiegen sind.
  • Zudem trägt er das Risiko, dass der Kreditnehmer seine Schulden gar nicht oder zumindest nicht pünktlich zurückzahlt.

Das alles sind Nachteile, für die der Kreditgeber entschädigt werden will. Deshalb verlangt er Zinsen. Nach der Höhe des Zinssatzes richtet sich seine Rendite aus dem Geschäft.

2. Wer bestimmt, wie hoch die Zinsen sind?

Der Zinssatz ist der Preis des Geldes, und dieser Preis kann sehr stark schwanken. Wer Anfang der Neunzigerjahre ein Haus bauen und sich dafür Geld von einer Bank leihen wollte, musste rund zehn Prozent Zinsen pro Jahr bezahlen. Ende 2015 sind es weniger als zwei Prozent. Woher kommen diese großen Unterschiede?

Die Höhe der Zinsen, die ein Kreditnehmer bei der Bank zahlen muss, wird durch mehrere Faktoren beeinflusst. Dabei geht es zum einen um individuelle Faktoren wie die Bonität des Kunden - also die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde das geliehene Geld auch zurückzahlen kann. Zum anderen geht es um die Laufzeit des Kredits: Je länger sich der Kunde das Geld borgen will, desto teurer wird es in der Regel für ihn.

Diese individuellen Faktoren sind extrem wichtig für jeden einzelnen Kredit. Sie erklären aber nicht, warum das Zinsniveau im Durchschnitt so stark schwankt. Das nämlich hängt von anderen Entwicklungen ab:

  • Da sind zum einen die Kosten, also das, was die Bank selbst dafür bezahlt, wenn sie sich Geld leiht. Banken bekommen ihre sogenannten Reserven von einer Zentralbank oder Notenbank. In der Eurozone ist das zum Beispiel die Europäische Zentralbank (EZB). Den Zinssatz dafür legt die EZB regelmäßig neu fest. Er wird auch als Leitzins bezeichnet, weil er andere Zinssätze beeinflusst, etwa den sogenannten Interbankensatz, zu dem sich Banken gegenseitig Geld leihen. Wenn die Banken günstig an Geld rankommen, verlangen sie selbst in der Regel auch geringere Zinsen von ihren Kunden. Das gilt zumindest für alle Kredite mit kurzer Laufzeit.
  • Bei Krediten mit längerer Laufzeit kommt es dagegen auch auf die Erwartungen von Unternehmen und Verbrauchern sowie auf die Nachfrage an: Wenn viele Verbraucher und Firmen zuversichtlich in die Zukunft schauen, investieren und vielleicht ein Haus bauen wollen, fragen sie mehr Kredite nach. Die Banken können es sich in diesem Fall theoretisch erlauben, den Zinssatz zu erhöhen – schließlich steigt dadurch ihr Gewinn, und es gibt trotzdem immer noch genügend Kunden, die sich Geld leihen wollen. Wenn sich die Stimmung in der Wirtschaft eintrübt, verlieren die Unternehmen die Lust auf Investitionen. Entsprechend fällt auch die Nachfrage nach Krediten. Wenn die Bank dann also überhaupt noch Geld verleihen will, muss sie den Zinssatz senken. Das ist ein Grund dafür, dass die Zinssätze bei einer schwachen Wirtschaftslage eher niedrig sind.
  • Noch wichtiger für die Höhe der langfristigen Zinsen ist der Zinssatz auf Staatsanleihen. An ihm orientieren sich die Banken zum Beispiel, wenn sie ihre Zinssätze auf Immobilienkredite festlegen (siehe Grafik). Auch die Zinsen auf Staatsanleihen werden theoretisch durch die Nachfrage des Staates nach Krediten bestimmt. Je mehr Geld er braucht, desto mehr Staatsanleihen muss er ausgeben, denn die sind nichts anderes als Schuldscheine. Theoretisch müssten in Zeiten, in denen der Staat sich höher verschuldet, die Zinssätze also steigen. In der Praxis ist das aber längst nicht immer so. Bei deutschen Bundesanleihen etwa sind die Zinsen in den vergangenen Jahre stetig gefallen, obwohl der Staat nicht weniger Schulden machte als vorher.

3. Warum sind die Zinsen derzeit so niedrig?

Dass die Zinsen in Deutschland und auch in den meisten anderen Ländern der Welt derzeit so niedrig sind, ist vor allem eine Folge der großen Finanzkrise. Als im Jahr 2007 die Finanzwelt zu wackeln begann, reagierte die amerikanische Notenbank Fed sofort mit drastischen Zinssenkungen. Ein Jahr später, als die Banken reihenweise zusammenbrachen und vom Staat gerettet werden mussten, folgte auch die Europäische Zentralbank.

Bei der Fed ging es von 5,25 Prozent auf 0,25 Prozent runter – in der Eurozone von 4 auf 0 Prozent (siehe Grafik). Die Absicht der Notenbanken war klar: Sie mussten das Geld so billig wie möglich machen, um die Banken am Leben zu halten und die Wirtschaft nach der großen Krise irgendwie wieder in Schwung zu bringen.

Hinzu kam, dass große Investoren wie Versicherungen oder Pensionsfonds, die enorme Ersparnisse verwalten, im Zuge von Finanz- und Eurokrise immer stärker nach möglichst sicheren Anlagen suchten. Und als sicher gelten vor allem Staatspapiere aus Deutschland und den USA. Folglich war und ist die Nachfrage nach Bundesanleihen und den amerikanischen Treasury Notes enorm. Auch das drückt die Zinsen.

4. Warum ist der Leitzins der Notenbanken so wichtig?

Über den Leitzins regelt die Notenbank die Kosten des Geldes. Sie legt fest, welche Gebühr eine Geschäftsbank zahlen muss, wenn sie sich für einen Zeitraum bei der Zentralbank Geld leiht. Über diesen Zinssatz kann die Zentralbank die Wirtschaftsentwicklung bis zu einem gewissen Grad beeinflussen. Setzt sie den Leitzins hoch an, steigen die Kosten für die Banken. Entsprechend werden auch die Kreditinstitute höhere Zinsen von ihren Kunden verlangen.

Wenn ein Unternehmen aber nun einen Kredit braucht, um eine neue Fabrik zu bauen, muss es sich gut überlegen, ob sich das zu den höheren Zinssätzen überhaupt noch rechnet. Sind die Zinsen zu hoch, verzichtet die Firma lieber auf den Kredit – und investiert nicht. Wenn das viele Unternehmen und Verbraucher ähnlich machen, wird die Konjunktur gebremst. Die Wirtschaft wächst entsprechend langsamer.

Eine solche Zinserhöhung kann manchmal nötig werden, wenn die Wirtschaft überhitzt ist und alle Kapazitäten ausgelastet sind. In solchen Situationen führen niedrige Zinsen nämlich nicht mehr zu einer höheren Produktion und Wertschöpfung, sondern nur noch zu höheren Preisen. Die Inflation steigt also. Das will die Notenbank vermeiden. Ihr Hauptziel sind stabile Preise. Was genau das bedeutet, muss jede Notenbank selbst festlegen. Für die Europäische Zentralbank ist das Ziel erreicht, wenn die jährliche Teuerungsrate bei knapp unter zwei Prozent liegt.

Steigen die Preise zu langsam und die Wirtschaft wächst zu schwach, funktioniert der Steuerungsmechanismus umgekehrt leider nicht ganz so gut. Indem sie den Leitzins senkt, kann die Notenbank dann zwar dazu beitragen, dass auch die Zinsen der Banken für Unternehmen und Verbraucher fallen. Allerdings heißt das nicht automatisch, dass die Unternehmen mehr investieren oder die Verbraucher mehr konsumieren. So wird eine Firma zum Beispiel nur dann eine neue Autofabrik bauen, wenn sie daran glaubt, dass die Menschen in den kommenden Jahren mehr Autos kaufen. Fehlt dieser Glaube, wird die Firma es lieber lassen. Da kann der Kredit noch so günstig sein.

5. Bringen niedrige Zinsen automatisch eine höhere Inflation mit sich?

Wenn die Zinsen sinken, steigt die Inflation – zumindest in der Theorie. Der Zusammenhang erscheint logisch: Niedrige Zinsen führen in der Regel dazu, dass Banken mehr Kredite vergeben. Sie schaffen also neues Geld, das in den Wirtschaftskreislauf kommt. Wenn die Geldmenge steigt und die Anzahl der Waren, die man sich dafür kaufen kann, gleich bleibt, verliert das Geld logischerweise an Wert – oder anders gesagt: die Waren werden teurer.

In der Praxis ist der Zusammenhang meist längst nicht so eindeutig. Obwohl die Zinsen fallen, bleibt die Inflation häufig trotzdem niedrig, so war es zum Beispiel in der Eurozone in den vergangenen Jahren. Ein Grund dafür kann sein, dass Unternehmen und Verbraucher trotz niedriger Zinsen gar keine Kredite aufnehmen wollen. Das neue Geld gelangt also gar nicht erst in den Wirtschaftskreislauf.

6. Was bedeuten niedrige Zinsen für die Altersvorsorge?

Niedrige Zinsen bedeuten nicht nur günstige Kredite für Unternehmen und Verbraucher, sondern auch mickrige Renditen für Sparer. Denn wenn Banken oder Versicherungen mit ihren Finanzanlagen selbst keine hohen Zinsen mehr erwirtschaften, müssen sie notgedrungen auch die Zinsen auf die Einlagen ihrer Kunden senken.

Für Sparer sind dauerhaft niedrige Zinsen eine Katastrophe. Bekamen sie im Jahr 2007 im Schnitt noch rund drei Prozent Rendite auf ihr Tagesgeldkonto, sind es mittlerweile eher 0,3 Prozent. Bei vielen Banken und Sparkassen sogar deutlich weniger.

Was das ausmacht, macht ein Rechenbeispiel deutlich: Wer 10.000 Euro hat, die 30 Jahre lang mit einem Satz von fünf Prozent verzinst werden, hat er am Ende 43.219 Euro. Beträgt der Zinssatz dagegen 0,5 Prozent, bekommt der Sparer nur 11.614 Euro raus – ein gewaltiger Unterschied.

„Die Altersvorsorge vieler Menschen wird massiv entwertet“, sagt Nikolaus von Bomhard, Chef des weltgrößten Rückversicherers Munich Re, zu dem auch Marken wie die deutsche Ergo gehören.

Die Versicherungen bekommen die Zinsflaute besonders zu spüren – und mit ihnen ihre Kunden. Denn nicht nur normale Sparanlagen verlieren an Wert, auch wer eine Lebens- oder Rentenversicherung hat, muss damit rechnen, dass er im Alter deutlich weniger Geld rausbekommt als ursprünglich erhofft. Lag die laufende jährliche Verzinsung der deutschen Lebensversicherer im Jahr 2000 im Schnitt noch bei mehr als sieben Prozent, waren es 2015 gerade noch gut drei Prozent – Tendenz stark fallend.

7. Ist es sinnvoll, sich in Zeiten niedriger Zinsen zu verschulden?

Prinzipiell ja, denn der Zinssatz macht natürlich einen gewaltigen Unterschied aus. Beispiel Immobilienkredit: Wer ein Darlehen über 200.000 Euro zu einem Zinssatz von 8 Prozent aufnimmt und in den ersten zehn Jahren 100.000 Euro davon zurückbezahlt, muss allein in diesem Zeitraum schon 125.000 Euro Zinsen bezahlen. Bei einem jährlichen Zinssatz von 2 Prozent dagegen liegen die Zinskosten nur bei 30.000 Euro. Das ist der Hauptgrund dafür, dass Immobilienkäufe derzeit so beliebt sind.

Ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick aussieht, ist es allerdings nicht. Denn weil die Zinsen so niedrig sind und die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern zumindest in Ballungsgebieten extrem gestiegen ist, haben sich auch die Preise der Immobilien in diesen Lagen entsprechend erhöht. Das relativiert das Zinsschnäppchen zumindest.

Deutlich günstiger ist die Lage für Staaten, zumindest dann, wenn sie als vertrauenswürdige Kreditnehmer gelten. Deutschland etwa kann sich seit einiger Zeit fast zum Nulltarif verschulden. Für Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit muss der Bund weniger als ein Prozent Zinsen bieten, für Schuldpapiere mit Laufzeiten von zwei oder fünf Jahren sind mitunter gar keine Zinsen fällig. Das spart dem deutschen Staat jedes Jahr viele Milliarden Euro – und ist ein wichtiger Grund dafür, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble mit seinem Haushalt so gut da steht und eine schwarze Null verkünden kann.

Einige Ökonomen sind der Meinung, dass das mit der schwarzen Null gar keine so gute Idee ist. Denn es bedeutet ja, die Schulden nicht zu erhöhen. Neue Kredite werden also nur aufgenommen, wenn alte Anleihen auslaufen. Dabei, so die Argumentation der Ökonomen, wäre die Gelegenheit für neue Kredite so günstig wie nie – eben weil die Zinsen so niedrig sind.

8. Was passiert, wenn die Zinsen wieder steigen?

Irgendwann werden die Zinsen wieder steigen – die amerikanische Notenbank Fed hat am 16. Dezember den Anfang dazu gemacht.

Phasen steigender Zinsen sind für die Wirtschaft ohnehin nicht einfach – doch diesmal könnte es besonders schwierig werden, nach einer so langen Zeit extrem niedriger Zinsen. Der Fed ist das bewusst, sie hat lange gezögert, den ersten Schritt zu machen. Denn schon kleine Bewegungen können an den Finanzmärkten für Angst und Schrecken sorgen. Auf den verschiedenen Märkten wirken sich Zinsen unterschiedlich aus:

  • Bestehende Anleihen mit einem festgelegten, niedrigen Zins, verlieren an Wert, sobald die Aussicht auf neue, besser verzinste Anleihen besteht. Das ist logisch: Wer will schon noch einen Schuldschein mit einem Prozent Verzinsung kaufen, wenn er weiß, dass er bald einen mit zwei oder drei Prozent kriegen kann.
  • Aktien werden tendenziell unattraktiver, wenn neue, besser verzinste Anlagemöglichkeiten auf den Markt kommen. Historisch gesehen steigen die Kurse deshalb, wenn die Zinsen niedrig sind – und sie fallen, sobald die Zinsen wieder steigen.

Problematisch wird es bei steigenden Zinsen für Kreditnehmer, die Verträge mit einem sogenannten variablen Zins abgeschlossen haben - bei denen der Zinssatz nicht festgeschrieben ist, sondern je nach Höhe des allgemeinen Zinsniveaus variiert. Für diese Schuldner wird die Belastung schlagartig höher, wenn die Zinsen steigen. Das war zum Beispiel kurz vor der Finanzkrise auf dem amerikanischen Immobilienmarkt der Fall: Weil die Zinsen stiegen, konnten viele Immobilienbesitzer ihre Raten nicht mehr bezahlen. Es war der Anfang einer Finanzkatastrophe.

Auch Staaten, die hohe Kredite aufgenommen haben, können im Fall steigender Zinsen Probleme bekommen. Sie haben zwar in der Regel keine variablen Zinssätze mit ihren Gläubigern vereinbart, aber sie müssen ständig neue Anleihen ausgeben, selbst wenn sie nicht mehr Schulden machen als vorher. Der Grund: Alle Anleihen haben in der Regel eine begrenzte Laufzeit. Wenn die vorbei ist, muss der Staat das Geld zurückzahlen. In der Regel tut er das, indem er einfach neue Anleihen ausgibt – Refinanzierung nennt man das, und die wird bei steigenden Zinsen teurer.

Hinzu kann ein Wechselkurseffekt kommen: In Ländern wie Brasilien haben sich der Staat aber auch viele Unternehmen teilweise nicht in der Landeswährung Real verschuldet, sondern in US-Dollar. Wenn die amerikanische Notenbank Fed nun die Zinsen erhöht, steigt normalerweise auch der Kurs des Dollar – schließlich lassen sich mit Dollar-Anlagen wieder höhere Zinsen erzielen. In der Folge wird es für die brasilianischen Kreditnehmer teurer, ihre Dollar-Schulden zurückzuzahlen.

Autor: Stefan Kaiser

Dokumentation: Holger Wilkop, Claudia Niesen, Nicola Naber

Grafiken: Guido Grigat, Frank Kalinowski, Aída Marquez Gonzales, Michael Niestedt

Layout: Katja Braun, Hanz Sayami

Programmierung: Guido Grigat, Frank Kalinowski, Chris Kurt


Hier finden Sie alle bisher veröffentlichten Folgen von Endlich verständlich: Brexit, Panama Papers, Fifa, US-Vorwahlen, Zinsen, Klimawandel, VW-Affäre, Krieg in Syrien, TTIP, "Islamischer Staat", Finanzkrise in Griechenland, Flüchtlingskrise

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1. Logisch und richtig
cyprus3000 16.12.2015
wäre es, genau wie das vielen Banken schon machen, Minus-Zinsen für die schwindsüchtige Schulden-Währung einzuführen. Und damit den weiteren Aufbau der Schuldenpyramide zu stoppen. Dafür zu sorgen, dass die Blutzirkulation in der weltweiten Realwirtschaft aufrecht erhalten bleibt. Das Imperium könnte dann zwar keine Kriege mehr führen und nicht mehr 1000 Militärbasen rund um den Globus betreiben, aber dafür blieben viele Volkswirtschaften am Leben, denen nun die Rezession und vielleicht der Kollaps droht. Grundsätzlich ändert die Zinsänderung - in welcher Richtung auch immer - jedoch gar nichts an der Notwendigkeit grundlegender Strukturreformen - zurück zu nationaler Kontrolle der industriellen Flaggschiffe und der Naturreichtümer, zu aktiver Industrie- und Investitionspolitik, zur Reinstallierung des Primats der Politik über die Wirtschaft, zum Stop sämtlicher TTIP-, TPP- und CETA-Prozesse, an deren Endpunkt nichts anderes als wirtschaftliche Degradierung und soziale Verwahrlosung stehen kann.
2. verständlich aber falsch
juharms 16.12.2015
Wenn in dieser Woche 45 von 65 Analysten der Wall Street auf Sicht von 5 Jahren mit niedrigen und davon 10 sogar mit negativen Zinsen rechnen, ist das mehr Wert als eine Ankündigung der Fed.
3. cyprus3000 hat Recht
agent-mo 16.12.2015
und das 'Umdenken' sollte viel tefer und weitreichender gehen! Das gesamte des Zins- & Zinseszins MZSS gestoppt werden. Die Huldigung des Gottes des ewigen Wachstums in der Religion des Kapitalismus kann am Ende nur in einem Crash finalisieren! Jeder einzelne verdammte Zinsprozentpunkt muss IMMER von der Realwirtschaft mit ehtem Wert hinterlegt werden - das bedeutet, der einfache Arbeiter (welcher immer die Masse darstellt) muss mehr & mehr geknechtet werden um die Zinsen der arbeitslosen Geldmanager (arbeitslos, weil diese Branche NICHTS reales produziert der erschafft) zu sichern. Die USA ist schon lange an ihrem Crash-Point angekommen - sie rechnen biser halt nur 'falsch'. Schaut man sich die globale Scherheitslage an, dann darf man feststellen das dieses System bereits im Endstadium angekommen ist. Gnade uns Gott für die Dinge die da kommen mögen.
4. Arizona Dream
nach-mir-die-springflut 16.12.2015
Null-%-Zinsen sind wie ein platter Reifen. Eine wohl eher ungewollte Ära, zu der es gekommen ist, anstelle dass sie freien Willens eingeläutet worden war. Jetzt haben die USA so viel Gegengewichte am Fahrzeug montiert & geschaffen, dass man auf diesem Plattfuß meint, etwas Luft wieder draufsetzen zu können. Mit Ach & Krach gibt's das Faß Erdöl für unter 40 USD, mit Druck & Paff wird Rußland mit Sanktionen belegt, mit Schieb & Schubs wird versucht, die deutschen Handelsüberschüsse mit TTIP aufzukaufen, mit Zick & Zack soll Rußland über Provokationen in einen Krieg ohne Ende verstrickt werden (wie mit der Ukraine), mit Dreh & Zieh hat's den Euro zur Parität mit dem Dollar gebracht. Alles in allem liegen wohl kaum natürliche Bedingungen vor für diese Zinswende der Fed. Ein eher seltsames Vehikel, was hier zu bestauen ist, was für Künstler und Liebhaber des Fantasy-Genre.
5. Was ich nicht verstehe...
Haudegen 16.12.2015
warum hat man denn die Zinsen steigen lassen, wenn dadurch das Zerplatzen einer Immobilienblase verursacht und so die Finanzkrise ausgelöst wurde? Ansonsten vielen Dank für den Artikel! MfG.
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