Suizid des Zurich-Finanzchefs Untersuchung entlastet Ackermann

Eine Untersuchung der Schweizer Finanzaufsicht entlastet den Ex-Zurich-Verwaltungsratschef Josef Ackermann. Es gebe keine Hinweise, dass der Manager seinen Finanzchef vor dessen Suizid übermäßig unter Druck gesetzt habe.

Ex-Verwaltungsratschef von Zurich: "Anschuldigungen in keiner Weise nachvollziehbar"
REUTERS

Ex-Verwaltungsratschef von Zurich: "Anschuldigungen in keiner Weise nachvollziehbar"


Zürich - Der Finanzchef der Zurich Insurance Group ist einem Bericht zufolge vor seinem Suizid nicht übermäßig unter Druck gesetzt worden. Die Schweizer Finanzaufsicht Finma hatte nach dem Vorfall eine Untersuchung in Auftrag gegeben. Diese kommt zu dem Schluss, dass sich der damalige Verwaltungsratspräsident Josef Ackermann nichts vorzuwerfen hat. "Bis jetzt gibt es keinen Vorfall oder keine Serie von Ereignissen, die das Kriterium 'ungerechtfertigten Druck' erfüllen würden", heißt es laut Zurich in dem Bericht. Die Untersuchung habe zudem ergeben, dass die Finanzkennzahlen des Konzerns angemessen dargestellt worden seien, teilte der Versicherer am Montag mit.

Der 53-jährige Zurich-Finanzchef Pierre Wauthier war am 26. August tot an seinem Wohnort am Zuger See aufgefunden worden. In einem Abschiedsbrief warf er Präsident Josef Ackermann vor, er habe ihn unter Druck gesetzt.

Der ehemalige Deutsche-Bank-Chef trat drei Tage später als Verwaltungsratschef zurück. Eine Mitverantwortung für Wauthiers Tod wies er von sich. "Der Selbstmord des Finanzchefs kam für alle völlig überraschend", sagte er Mitte September. Die im Brief erhobenen Anschuldigungen seien "in keiner Weise nachvollziehbar". Wauthier habe sich nie zuvor bei irgendjemandem "auch nur ansatzweise über mich beklagt".

Der Versicherer beauftragte die Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) und die auf Wirtschafts- und Steuersachen spezialisierte Zürcher Anwaltskanzlei Homburger, die Umstände des Selbstmords zu untersuchen. Sie befragten Mitarbeiter und durchforsteten E-Mails und andere Korrespondenz auf der Suche nach Hinweisen, dass Wauthier unter übertriebenem Druck stand.

Der Selbstmord und der abrupte Abgang des Präsidenten hatten den Konzern erschüttert. Konzernchef Martin Senn hatte versichert, es gebe keine Verbindung zwischen den Ereignissen und der finanziellen Performance des Unternehmens. Insidern zufolge hatten sich zwischen Ackermann und Wauthier in den Monaten vor dem Selbstmord des Finanzchefs Spannungen aufgebaut.

Bei einem Gespräch mit dem Finanzchef am Tag vor der Quartalsberichterstattung Mitte August bestand der Präsident Insidern zufolge auf einer letzten Änderung in den Präsentationsunterlagen: Der allgemeine Geschäftsausblick für 2013 wurde vorsichtiger formuliert. Zurich setzte Fragezeichen hinter die mittelfristigen Ziele für zwei der drei Geschäftsbereiche.

cte/Reuters



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