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Zusatzkosten: Privatsender wollen für Satelliten-TV kassieren

Die Privatsender-Konzerne RTL und ProSiebenSat.1 wollen ihre über Satellit ausgestrahlten Programme künftig verschlüsseln, so ein Zeitungsbericht. Der Empfang wäre dann nur noch mit einem Zusatzmodul möglich. Für Millionen Deutsche würde das Fernsehen teurer.

Frankfurt am Main - Noch bezeichnen sich die Privatsenderketten RTL und ProSiebenSat.1 gerne als "Free TV", um sich von den gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Anstalten abzugrenzen.

Satellitenschüsseln von ProSiebenSat.1: Anfangs drei Euro im Monat?
DPA

Satellitenschüsseln von ProSiebenSat.1: Anfangs drei Euro im Monat?

Zumindest im digitalen Satellitenfernsehen könnte der Empfang der Sender aber bald gebührenpflichtig sein: Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schreibt, verhandeln die Privatfernsehsender RTL und ProSiebenSat.1 schon seit Monaten mit dem Satellitenbetreiber SES Astra über eine Verschlüsselung ihrer Programme.  

Würden die Pläne umgesetzt, benötigten Millionen deutscher Fernsehzuschauer ein Zusatzgerät zur Entschlüsselung der Programme, so die Zeitung, die bereits von einer "zweiten Fernsehgebühr" schreibt. Im Gespräch sei zunächst eine Abgabe von drei Euro im Monat. 

Dementi am Morgen
 
ProSiebenSat.1 dementierte den Bericht. "Wir verfolgen keine derartigen Pläne", sagte eine Konzernsprecherin. SES Astra hielt sich auf Anfrage der "FAZ" bedeckt und lehnte eine Stellungnahme ab. Ein RTL-Sprecher sagte vieldeutig, die Sendergruppe prüfe "viele Optionen".

Beobachter vermuteten laut "FAZ", dass die Partner die Entscheidung des Bundeskartellamts zur umstrittenen Übernahme von ProSiebenSat.1 durch den Axel Springer Verlag abwarten wollen, bevor sie die Pläne offiziell öffentlich machen. Die Verschlüsselungspläne könnten die Skepsis der Wettbewerbshüter gegenüber dem Geschäft weiter verstärken. 

Ende 2004 hatten bereits rund 4,5 Millionen deutsche Haushalte digitales Satellitenfernsehen. Neuere Marktzahlen liegen noch nicht vor. Bisher soll es noch keine bindende Vereinbarung zwischen den Sendern und SES Astra geben. Doch sind die Verhandlungen laut "FAZ" in einem fortgeschrittenen Stadium. "Die Ankündigung der Pläne ist demnächst denkbar, die Einführung ist für 2007 realistisch", zitiert die Zeitung einen Teilnehmer der Verhandlungen.

Wende auf dem Fernsehmarkt

Die Verschlüsselung bisher frei empfangbarer Fernsehsender wäre ein Wendepunkt im deutschen Fernsehmarkt. Sie könnte den Wechsel auch der großen Sender weg vom werbefinanzierten und hin zum Pay-TV einleiten. Weil die Werbeeinnahmen schon seit Jahren schrumpfen, suchen die Sender nach neuen Einnahmequellen. Um die zusätzlichen Programmangebote im digitalen Fernsehen zu refinanzieren, sei der Einstieg ins Bezahlfernsehen nötig, heißt es bei vielen Sendern.

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Forum - Gebühren - Auf dem Weg zum totalen Pay-TV?
insgesamt 106 Beiträge
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1.
DJ Doena 30.11.2005
Im Sinne der Allgemeinheit wär pay-TV allemal, dann würden die leute endlich mal anfangen, zu überlegen, was sie gucken. Ich gucke extrem wenig TV (a bisserl n-tv abends und morgends und auf Tele 5 "Dragonball Z"). Ansonsten weder ÖRTV noch PrivTV. Dafür hab ich meine DVD-Sammlung (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/DJ%20Doena), wenn ich Bedürfnis nach werbefreien Filen oder Serien im Originalton habe.
2.
Rainer Helmbrecht 30.11.2005
---Zitat von sysop--- Private Fernseh-Betreiber prüfen, Gebühren für Satelliten-TV einzuführen - auch als Alternative zu den sinkenden Werbe-Einnahmen. Zeichnet sich damit ein Übergang zum allgemeinen Pay-TV ab? Wäre dies für Sie ein attraktives Zukunftsszenario? Für welche Sendungen und Sender würden Sie zahlen - und wie viel? ---Zitatende--- Da wäre ich sehr dafür, nur noch Pay-TV. Mit der Einführung würden endlich mal diese Müllsender verschwinden. Weil ich mir nicht vorstellen kann, daß man diesen ganzen Comedy Mist auch noch bezahlen möchte. Allerdings möchte ich noch anmerken, daß mein Konsum keines Falles mehr als 3€ 50 /Mon. betragen würde. Wenn die Werbesendungen entfallen würden, täte das zwar den Programmen gut, aber dafür noch Geld ausgeben, das wäre mir zuviel. Immerhin, bietet die Werbung ja den Vorteil, das laufende Programm zu bewerten, und bei meiner Frau und mir fällt in den meisten Fällen der Entschluß,... weißt du was, den Murks schalten wir ab und gehen ins Bett.
3.
Laurenz Klecker, 30.11.2005
---Zitat von sysop--- Private Fernseh-Betreiber prüfen, Gebühren für Satelliten-TV einzuführen - auch als Alternative zu den sinkenden Werbe-Einnahmen. Zeichnet sich damit ein Übergang zum allgemeinen Pay-TV ab? Wäre dies für Sie ein attraktives Zukunftsszenario? Für welche Sendungen und Sender würden Sie zahlen - und wie viel? ---Zitatende--- Ja, das sollen sie nur machen. Aber dann möchte ich mich von Sendung zu Sendung entscheiden können, nein besser, ich möchte die einzelne Sendeminute abgerechnet bekommen. Dann macht es noch mehr Spaß, die lästigen Werbeblöcke wegzuzappen, und solch ein Schmarrn wie Big Brother oder Dschungelcamps bliebe von mir unfinanziert. Ich fürchte nur, anspruchsvollere Sendungen blieben dann auf der Strecke. Die können sich, da sie einen kleineren Zuschauerkreis ansprechen, nur aufgrund einer Mischkalkulation halten, die bei meinen oben skizzierten Modell aber hinfällig wäre. Aber auf jeden Fall könnte das ein Schritt in Richtung zu einem bewussteren Umgang mit dem Medium sein.
4.
pps, 30.11.2005
---Zitat von sysop--- Private Fernseh-Betreiber prüfen, Gebühren für Satelliten-TV einzuführen - auch als Alternative zu den sinkenden Werbe-Einnahmen. Zeichnet sich damit ein Übergang zum allgemeinen Pay-TV ab? Wäre dies für Sie ein attraktives Zukunftsszenario? Für welche Sendungen und Sender würden Sie zahlen - und wie viel? ---Zitatende--- Spitzenmäßige Idee! Dann hört der Bertelsmannmüll auf. Für Familien mit Kindern das 50fache. Dann klappt's auch wieder mit PISA.
5.
Dominik Menakker, 30.11.2005
Ganz ohne Werbung geht nicht. Finde Filme auf ARD und ZDF immer total nervig. Wann soll man da mal auf Toilette, Bier holen, Kind ins Bett bringen etc. Vielmehr hoffe ich, dass dann viel von dem Müll, der so gesendet wird wegfällt. Wenn mir ein Programm zu doof wird, wird es eben abbestellt. Ende! Wenn es sich im bezahlbaren Rahmen hält wäre also Pay-TV durchaus zu befürworten.
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