Zwei-Milliarden-Offensive Allianz will massenweise US-Kredite kaufen

Alle anderen ziehen sich aus dem Hypothekenmarkt zurück, da steigt die Allianz im großen Stil ein. Für zwei Milliarden Dollar will die Tochter Pimco amerikanische Darlehen kaufen. Die sind zwar in Verruf geraten - dafür aber schön billig.


Hamburg - Laut "Wall Street Journal" will die Allianz-Tochter Pimco einen zwei Milliarden Dollar schweren Fonds zum Kauf amerikanischer Hypothekendarlehen auflegen. Mit dem Geld wolle der Vermögensverwalter die in Verruf geratenen Finanzprodukte günstig einkaufen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Pimco-Unterlagen.

Hausverkauf in Kalifornien: Investoren gewinnen wieder Vertrauen
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Hausverkauf in Kalifornien: Investoren gewinnen wieder Vertrauen

Für die Märkte ist die Nachricht ein überraschendes Signal. Schließlich gelten amerikanische Hypothekendarlehen als äußerst riskant. Viele Hausbesitzer können ihre Kredite wegen steigender Zinsen und fallender Immobilienpreise nicht mehr bezahlen. Oft haben die Banken ihre schlechten Kredite zu Paketen zusammengeschnürt und an den Finanzmärkten verkauft, was in den vergangenen Monaten zu einer weltweiten Krise geführt hat.

Doch nun gewinnen die Investoren offenbar wieder Vertrauen. So ist Pimco nicht das erste Unternehmen, das sich dem Hypothekenmarkt wieder zuwendet. Zuvor hatte bereits der Konkurrent TCW 1,56 Milliarden Dollar für denselben Zweck eingesammelt. Pimco selbst wollte sich zu den Plänen nicht äußern.

Allerdings gab das Unternehmen gestern eine interessante Personalie bekannt: Der renommierte Fondsmanager Mohamed El-Erian kehrt zu Pimco zurück. In den vergangenen zwei Jahren hatte er das milliardenschwere Stiftungskapital der Elite-Uni Harvard verwaltet. Dort hatte er ausgerechnet auch auf den Hypothekenmarkt gesetzt - und verlor Millionen.

Für Pimco ist das aber kein Hinderungsgrund. El-Erian soll ab Januar 2008 den Posten des Investmentchefs übernehmen.

wal/dpa-AFX



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