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19.08.2009
 

HPV-Impfung

Wissenschaftler untersuchen Nebenwirkungen

Weltweit wird massenhaft gegen HPV geimpft, Wissenschaftler haben nun erstmals die Folgen analysiert. Ihr Fazit: Der Impfstoff, der vor Gebärmutterhalskrebs schützen soll, besitzt nicht mehr Nebenwirkungen als andere Impfstoffe auch. Nur Ohnmachtsanfälle und Blutgerinnsel sind etwas häufiger.

Die Impfung gegen das Humane Papillomavirus (HPV) ist mittlerweile in vielen Ländern verbreitet. Nun haben Wissenschaftler die ersten Erfahrungen mit dem Impfstoff ausgewertet. Dabei zeigt sich: Die Häufigkeit und Schwere von Nebenwirkungen der Impfung liegt in dem Rahmen, der sich bereits bei den Zulassungstests gezeigt hatte.

Mediziner um Barbara Slade von den "Centers for Disease Control and Prevention" (CDC) in Atlanta bezogen sich auf die Daten eines amerikanischen Systems zur Erfassung von Nebenwirkungen von Impfungen. Bei dieser VAERS genannten Einrichtung geben Ärzte und Patienten freiwillig Rückmeldung über beobachtete Beschwerden, die nach der Impfung auftreten und somit mögliche Nebenwirkungen sein können.

Insgesamt erhielten in den USA rund 23 Millionen Frauen die HPV-Impfung. Von diesen 23 Millionen Frauen meldeten über VAERS insgesamt 12.424 Frauen, die sich zwischen Juni 2006 und Dezember 2008 gegen das Virus hatten impfen lassen, Beschwerdefälle. Diese werteten Slade und ihre Kollegen aus. Ihre Ergebnisse stellten die Wissenschaftler im Fachmagazin " JAMA" vor.

Mögliche Nebenwirkungen denen anderer Impfstoffe vergleichbar

Unter den 12.424 gemeldeten Beschwerdefällen waren 772 schwerwiegender, darunter waren Ohnmachtsanfälle, Blutgerinnsel, starke allergische Reaktionen oder Autoimmunstörungen. Diese Rate möglicher schwererer Nebenwirkungen - 772 Beschwerdefälle auf 23 Millionen Geimpfte - ist der anderer Impfstoffe vergleichbar, schreiben Slade und ihre Kollegen. Lediglich die Häufigkeit der Ohnmachtsanfälle und der Blutgerinnsel war im Vergleich zu den Nebenwirkungen anderer Impfungen etwas erhöht.

Unter den 12.424 Berichten waren auch 32 Todesfälle. Diese wurden nach Angaben des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) genau untersucht. Sie zeigten jedoch keinerlei Übereinstimmungen, die nahegelegt hätten, dass sie durch den Impfstoff ausgelöst worden waren. Zwei Todesfälle jedoch waren durch ungewöhnliche neurologische Erkrankungen bedingt. Zwar gebe es laut CDC derzeit keine Hinweise darauf, dass die HPV-Impfung dafür verantwortlich sei. Die Fälle würden derzeit jedoch von mehreren Forschungsinstituten untersucht.

Trotz dieser Zahlen bleiben noch viele Fragen zu Nutzen und Risiken der Impfung offen, schreibt die norwegische Medizinerin Charlotte Haug in einem begleitenden Kommentar in "JAMA". So zeigten die Zahlen, dass durchaus Risiken schwerer Nebenwirkungen bestünden, die es gegen den möglichen Nutzen der Impfung abzuwägen gelte. Dieser Nutzen für Frauen sei langfristig noch immer unsicher, erklärt Haug: Zwar habe sich die Impfung als sehr effektiv gegen eine Infektion mit dem Virus erwiesen - doch inwieweit die Impfung das spätere Krebsrisiko der heute geimpften jungen Frauen wirklich senken könne, könnten erst klinische Langzeitstudien zeigen.

Die HPV-Impfung ist in den USA wie auch in Europa umstritten, da bisher noch keine Langzeitdaten bezüglich ihrer Wirksamkeit als Schutz vor Gebärmutterhalskrebs vorliegen. Die Impfung gegen das HPV wurde im Juni 2006 von der amerikanischen Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) zugelassen und wenig später auch von der in den USA für Impfempfehlungen zuständigen Kommission empfohlen. Eine Empfehlung gibt es inzwischen in rund 80 Ländern, seit März 2007 auch in Deutschland. Weltweit wurden bereits viele Millionen Frauen gegen das Virus geimpft.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikel waren Daten nicht klar genug eingeordnet und damit missverständlich. Wir haben die betroffenen Passagen überarbeitet.

lub/dpa

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