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19.08.2009
 

Wucherung der Gebärmutterschleimhaut

Einfaches Diagnose-Verfahren entwickelt

Bei bis zu 15 Prozent aller Frauen wuchert Gebärmutterschleimhaut außerhalb ihres Uterus. Diese zu erkennen, war bislang schwierig und schmerzhaft für die Frauen. Zwei Wissenschaftler-Teams haben nun eine Methode entwickelt, die schneller, einfacher und sicherer ist.

Zwei Forscherteams haben unabhängig voneinander eine Methode entdeckt, mit der sich Endometriose schneller, einfacher und weniger schmerzhaft nachweisen lässt. Bei der gutartigen Erkrankung handelt es sich um Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut in Bauch und Becken, sehr selten sogar in Lunge oder Gehirn. Bislang müssen Ärzte eine aufwendige und unangenehme Bauchhöhlenspiegelung durchführen, um nach den versprengten Gewebestücken zu suchen. Den neuen Studien zufolge reicht eine einfache Gewebeprobe der Schleimhaut in der Gebärmutter jedoch aus, um die Betroffenen zu identifizieren.

Der Grund: Bei Frauen mit Endometriose enthält die Gebärmutterschleimhaut Nervenfasern, die bei gesunden Frauen nicht oder nur in sehr geringen Mengen nachweisbar sind. Die Zuverlässigkeit dieser Methode sei ähnlich gut wie die der Spiegelung, schreiben die Teams um Ian Fraser von der Universität Sydney und Thomas D'Hooghe von der Universität Leuven im Fachmagazin "Human Reproduction".

Bei schätzungsweise 10 bis 15 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter wuchert Gebärmutterschleimhaut außerhalb des Uterus. Genaue Zahlen gibt es nicht, weil sich zum einen nicht in jedem Fall typische Beschwerden wie Schmerzen vor und während der Periode oder Zyklusstörungen einstellen. Zum anderen ist die Diagnose sehr schwierig: Sie erfordert einen operativen Eingriff und zudem einen erfahrenen Arzt, der die Schleimhautherde auch als solche erkennt. Da Endometriose jedoch selbst in ihrer milden Form die Fruchtbarkeit der Frauen beeinträchtigen kann, suchen Forscher bereits seit längerem nach einer schnellen und einfachen Diagnosemethode.

Schneller und angenehmer

Laut den beiden Forscherteams könnte das neue Verfahren eine solche schnellere Alternative sein. Fraser und seine Kollegen hatten für ihre Untersuchung 99 Frauen, bei denen wegen Schmerzen im Beckenbereich oder Unfruchtbarkeit eine Bauchspiegelung gemacht werden sollte, über die Vagina Biopsien der Gebärmutterschleimhaut entnommen und die Proben anschließend auf das Vorhandensein von bestimmten Nervenfasern untersucht. Ergebnis: In 98 Prozent der diagnostizierten Fällen von Endometriose fanden sich auch die entsprechenden Fasern, während sie bei immerhin 83 Prozent der negativ getesteten Proben nicht auftauchten. Damit erreiche das Verfahren eine ähnliche Empfindlichkeit und Genauigkeit wie die Spiegelung, ohne die gleichen Risiken zu bergen, lautet das Fazit des Teams.

Die Forscher um D'Hooghe untersuchten ebenfalls Gewebeproben von 40 Frauen, die sie auf vaginalem Weg entnommen hatten, verwendeten jedoch ein etwas anderes System für den Nachweis der Nervenfasern. Auch bei ihnen lag die mit Hilfe von Bauchspiegelungen überprüfte Trefferquote sehr hoch: Im Schnitt war die Dichte der Fasern in den Proben von Endometriose-Patientinnen 14-mal so hoch wie bei Frauen ohne die Wucherungen - selbst dann, wenn es sich um sehr milde Formen der Krankheit handelte.

Beide Teams empfehlen, die Methoden zu kombinieren: Wenn zuerst eine Biopsie untersucht und nur bei positivem Ergebnis eine Bauchspiegelung angeschlossen werde, könne den Frauen und dem Gesundheitssystem einiges erspart werden, ohne dass die Rate an diagnostizierten Endometriosefällen sinke. Um Endometriose jedoch zu behandeln, müssen Ärzte meist mit Hilfe einer Bauchspiegelung die schmerzhaften Schleimhautherde entfernen. Selten kommt auch eine Hormontherapie in Frage, etwa wenn die Herde operativ nicht komplett entfernt werden können.

lub/ddp

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