Hamburg - Über den Nutzen der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs wird unter Medizinern noch heftig debattiert. Erstmals werden jetzt aber die Kosten dieser neuen Impfung für Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahre bekannt. Nach SPIEGEL-Informationen gaben die Krankenkassen in Deutschland im vergangenen Jahr für die beiden Impfstoffe Gardasil und Cervarix 244 Millionen Euro aus.
Pikant daran: In kaum einem Land ist die HPV-Impfung so teuer wie in Deutschland. In den USA kostet sie umgerechnet nur 257 Euro. Selbst die kleine und wohlhabende Schweiz hat in Verhandlungen mit dem Pharmahersteller Sanofi-Pasteur-MSD eine Preisreduzierung erreicht und zahlt nun für den Impfstoff 244 Euro pro Person. In Deutschland ist es, anders als in anderen Ländern, nicht üblich, über den Preis eines neuen Präparats mit der Pharmaindustrie zu verhandeln.
Die HPV-Impfung ist mittlerweile in vielen Ländern verbreitet. In Deutschland ist sie von der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren empfohlen. Die Stiko schrieb in einem Bericht Anfang August ausdrücklich, es sei nicht ihre Aufgabe, die Kosten zu bewerten. Das müsste etwa das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) übernehmen, das jedoch einen Auftrag vom Bundesministerium für Gesundheit oder dem G-BA braucht.
Vor einigen Wochen waren die Ergebnisse einer groß angelegten Studie zu Nebenwirkungen veröffentlicht worden. Bei Auswertung der Daten von 12.424 gemeldeten Verdachtsfällen auf Nebenwirkungen in den USA zeigte sich: Die Häufigkeit und Schwere von Nebenwirkungen der Impfung liegt in dem Rahmen, der sich bereits bei den Zulassungstests gezeigt hatte.
In etwa sechs Prozent der gemeldeten Verdachtsfälle waren schwerere Nebenwirkungen wie Ohnmachtsanfälle, Blutgerinnsel, starke allergische Reaktionen oder Autoimmunstörungen aufgetreten. Es hatte auch 32 Todesfälle gegeben. Alles in allem sei die Rate der Nebenwirkungen denen anderer Impfstoffe vergleichbar, erklärten die Forscher. Lediglich bei den Ohnmachtsanfällen und bei Blutgerinnseln habe die Rate darüber gelegen.
Anmerkung der Redaktion: In einer älteren Version dieses Artikels war die Statistik zu den Nebenwirkungen unpräzise wiedergegeben. Tatsächlich hat es nicht bei sechs Prozent der Impfungen schwere Nebenwirkungen gegeben. Diese sind vielmehr bei sechs Prozent aller insgesamt gemeldeten Verdachtsfälle aufgetreten.
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