Andreas Heinz, Direktor des Instituts für Psychiatrie und Psychotherapie der Berliner Charité, sagte dem SPIEGEL, es handele sich um das Medikament Baclofen. Dieses wird eigentlich gegen spastische Lähmungen eingesetzt.
Vier Alkoholpatienten habe er dieses Mittel verschrieben. "Wir sind äußerst gespannt auf die Resultate", sagt Heinz und stellt eine größere, kontrollierte Studie in Aussicht, falls die Ergebnisse positiv ausfallen. Angeregt wurde Heinz zu dem Experiment durch das Buch des französischen Kardiologen Olivier Ameisen, der sich mit Baclofen von seiner Alkoholabhängigkeit geheilt haben will.
"Eine Wunderpille gegen die Pulle wird auch dieser Stoff nicht sein. Aber sein Selbstversuch ist medizinisch hochspannend", sagt Heinz. Das Mittel unterdrücke das Belohnungsgefühl im Gehirn, das der Konsum von Alkohol im Süchtigen auslöse. Die Nebenwirkungen von Baclofen seien nach bisherigem Wissen eher gering. Über seine vier Patienten sagt Heinz: "Es sind besonders verzweifelte Menschen, die an ihrer Sucht sehr leiden."
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