Montag, 23. November 2009

Wissenschaft



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21.09.2009
 

Infektion im Labor

US-Forscher könnte an Pest gestorben sein

Bakterium Yersinia pestis (Archivbild): Forscher warnen vor einer Rückkehr des Pesterregers
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dpa

Bakterium Yersinia pestis (Archivbild): Forscher warnen vor einer Rückkehr des Pesterregers

Ein Wissenschaftler aus Chicago ist womöglich an einer Pestinfektion gestorben. Der Experte hatte sich mit einem abgeschwächten Stamm von Pestbakterien beschäftigt. Bei der Autopsie wurden die Erreger in seinem Blut entdeckt.

New York/Chicago - Malcolm J. Casadaban starb bereits am 13. September. Die Todesursache steht bislang noch nicht fest, allerdings wurden Pestbakterien (Yersinia pestis) im Blut nachgewiesen. Der 60-jährige Professor von der University of Chicago hatte sich mit der Genetik eines abgeschwächten Bakterienstammes befasst. Die natürliche, deutlich aggressivere Variante des Keims kann Lungen- und Beulenpest auslösen.

Es sei bisher nicht bekannt gewesen, dass gesunde Erwachsene an der schwachen Variante erkranken können, hieß es in der Mitteilung der Universität. In manchen Ländern werden die veränderten Erreger als Impfstoff gegen die Pest eingesetzt. Die Bakterien oder Teile von ihnen schulen das menschliche Immunsystem für den Fall einer echten Infektion.

Von der US-Behörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) ist der abgeschwächte Bakterienstamm für Laborstudien zugelassen. Im Gegensatz zu ansteckenden Bakterienkulturen sind dafür keine besonderen Schutzmaßnahmen vorgesehen.

Die Beulenpest wird auch für die große Seuche verantwortlich gemacht, die im 14. Jahrhundert Millionen Opfer in Europa forderte und als "Schwarzer Tod" in die Geschichte einging. Ob es sich dabei aber tatsächlich um die Beulenpest handelte, ist nicht mit letzter Sicherheit geklärt. Weltweit werden heute noch rund 3000 Pestfälle pro Jahr gemeldet, in den USA vereinzelt noch in Teilen von Kalifornien, Colorado, Utah, Arizona, Nevada und New Mexico.

So starben im Jahr 2006 allein im Kongo über hundert Menschen an einer Infektion. Große Sorgen bereitet Forschern das Entstehen von Resistenzen gegen Antibiotika. Bereits 1995 war auf Madagaskar erstmalig ein Pesterregerstamm aufgetaucht, der gleich gegen acht verschiedene Antibiotika resistent war. Zudem haben Wissenschaftler Hinweise dafür gefunden, dass das Pest-Bakterium Antibiotika-Resistenzen von anderen Keimen übernimmt.

hda/dpa

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DIE PEST

DPA
Das Pestbakterium Yersinia pestis befällt Menschen vor allem durch den Biss von Flöhen, aber auch beim direkten Kontakt mit Kleintieren, durch Einatmen oder in seltenen Fällen auch durch den Verzehr infizierten Materials. Unbehandelt führt die Pest nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in 30 bis 60 Prozent der Fälle zum Tod.









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