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15.10.2009
 

Schweinegrippe

Großbritannien startet Impfkampagne gegen H1N1

Kleiner Pieks: Insgesamt etwa fünf Millionen Menschen will Großbritannien in der ersten Runde der Kampagne gegen die Schweinegrippe impfen.Zur Großansicht
ddp

Kleiner Pieks: Insgesamt etwa fünf Millionen Menschen will Großbritannien in der ersten Runde der Kampagne gegen die Schweinegrippe impfen.

Großbritannien will mit der Massenimpfung gegen die Schweinegrippe beginnen. Ab kommender Woche sollen zunächst 415.000 Impfdosen für Risikogruppen verteilt werden. Deutschland starte seine Impfkampagne eine Woche später.

London - "Der Stein wird kommende Woche ins Rollen kommen", verkündete Liam Donaldson, der höchste gesundheitspolitische Berater der britischen Regierung, am Donnerstag. In den USA haben die Impfungen gegen das H1N1-Virus bereits begonnen.

Insgesamt 415.000 Dosen von Pandemrix, dem Impfstoff der Firma GlaxoSmithKline, würden vom 21. Oktober an ausgeliefert. Zunächst sollen Risikopatienten in Krankenhäusern sowie Mitarbeiter "an vorderster Front im Gesundheitswesen" wie Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern geimpft werden. In der darauffolgenden Woche wolle man 4,4 Millionen weitere Pandemrix-Dosen an niedergelassene Ärzte verteilen, um damit Risikogruppen wie Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Schwangere und andere chronisch Kranke zu impfen.

In Deutschland soll die bundesweite Impfkampagne am 26. Oktober starten. Doch Hessens Gesundheitsminister Jürgen Banzer (CDU) erwartet nur eine moderate Nachfrage: "Wir rechnen nicht damit, dass es einen großen Run geben wird und die Patienten vor den Sprechzimmern Schlange stehen." Banzer begründete dies mit dem bisher milden Verlauf der Schweinegrippe beim Menschen. Hätte es in Deutschland bisher mehr als zwei Tote gegeben, würden sich ab 26. Oktober sicher mehr Menschen impfen lassen, so der Minister.

Die Kosten für die Immunisierung stehen laut Banzer noch nicht fest. "Wesentlich hängt es davon ab, wie stark die Impfung von der Bevölkerung angenommen wird." Die Krankenkassen zahlen nur für die tatsächlich verbrauchten Impfdosen.

Die aktuelle Kritik an den zugelassenen Seren wies Banzer zurück. "Die Grundstruktur dieser Impfstoffe ist ausreichend erprobt", sagte er. "Langzeitstudien haben wir nicht, aber klinische Tests. Die haben keine Auffälligkeiten ergeben."

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hatte gestanden, Großbritannien sei das erste europäische Land, das mit der Impfkampagne gegen die Schweinegrippe gestartet habe. Das ist nicht korrekt. So hatte Schweden beispielsweise schon zuvor mit den Masseimpfungen begonnen. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

cib/rtr/ddp

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