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16.10.2009
 

Anti-Grippe-Mittel

Ärzte befürchten massive Tamiflu-Nebenwirkungen

Von Gerald Traufetter und Christoph Seidler

Medikament Tamiflu: "Wir müssen schnell wissen, was es mit den Nebenwirkungen auf sich hat."
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DPA

Medikament Tamiflu: "Wir müssen schnell wissen, was es mit den Nebenwirkungen auf sich hat."

Das Medikament Tamiflu soll im Falle einer aggressiven Schweinegrippe-Pandemie massenhaft zum Einsatz kommen. Doch aus Japan gibt es zahlreiche Berichte über angebliche Nebenwirkungen, vor allem bei jungen Patienten. Der Hersteller sagt, das habe nichts mit dem Medikament zu tun.

Für den Schweizer Pharmakonzern Roche ist das Anti-Grippe-Mittel Tamiflu der Verkaufsschlager schlechthin. Am Donnerstag verkündete das Unternehmen neun Prozent mehr Umsatz in den ersten drei Quartalen - vor allem dank der immer noch steigenden Verkaufszahlen von Tamiflu, das seit Jahresanfang 1,3 Milliarden Euro in die Kassen von Roche gespült hat.

Doch nun warnen Pharma-Experten im renommierten Fachblatt "The Lancet" vor möglichen gefährlichen Nebenwirkungen des Mittels und fordern, entsprechende Berichte schnell zu überprüfen. Das Medikament ist millionenfach von den Behörden eingelagert worden, um gegen die Schweinegrippe-Pandemie gewappnet zu sein. "Wir müssen schnell wissen, was es mit den Nebenwirkungen auf sich hat", sagt der Hauptautor der Studie, der Influenza-Experte Tom Jefferson von der Cochrane Collaboration, zu SPIEGEL ONLINE. Er hatte zuvor bereits die Vermutung geäußert, dass Grippemittel wie Tamiflu oder Relenza die Sterblichkeit bei Grippe nicht nachweislich senken. Die Dauer der Grippe werde im Durchschnitt um einen Tag verkürzt, sagte Jefferson im Sommer dem SPIEGEL.

"Geschockt, wie wenig die Behörden über Nebenwirkungen wissen"

In Japan, wo Tamiflu schon seit Jahren verschrieben und auch massenhaft eingenommen wird, vermuten Mediziner bei drei Prozent aller Heranwachsenden eine Verhaltensveränderung nach Einnahme von Tamiflu. Das Spektrum reiche von Halluzinationen bis hin zu Unfällen, die sich aufgrund der Persönlichkeitsveränderungen ereignet hätten. Jefferson hat zudem auf dem Rechtsweg bislang geheime Daten der US-Ernährungs- und Arzneimittelbehörde FDA besorgt, um nach möglichen weiteren Hinweisen auf psychiatrische Effekte zu fahnden. "Ich war erschrocken, wie wenig die Behörden eigentlich über die Nebenwirkungen von Tamiflu wissen", sagt Jefferson.

Insgesamt ist in "The Lancet" von 2275 Berichten über unerwünschte Nebenwirkungen die Rede. Bei Jugendlichen seien meist auffälliges Verhalten, Krämpfe, Delirium und Halluzinationen beobachtet worden. Ältere Personen hätten hingegen unter Erbrechen und Übelkeit gelitten. "Wir können nicht eindeutig sagen, ob Tamiflu diese psychiatrischen Effekte verursacht oder ob es mit der Grippe zusammenhängt", so Jefferson.

In jedem Falle sei es aber "äußerst merkwürdig", dass die Japaner auf drei Prozent solcher Nebenwirkungen bei Jugendlichen stießen, der Hersteller Roche in seinen Studien aber "keinen einzigen solchen Fall berichtet", so Jefferson. "Was wir jetzt brauchen, sind unabhängige Studien." Insbesondere, weil die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die amerikanische FDA das Präparat für unbedenklich zum massenhaften Gebrauch an Kindern und Jugendlichen erklärt hätten. "Die Zeit drängt", so Jefferson.

Roche sieht keine neue Faktenlage

Nach Ansicht der Herstellerfirma Roche ergibt sich durch den Bericht indes keine neue Faktenlage. Das teilte ein Firmensprecher auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE mit. Seit 1999 hätten sich Ärzte weltweit in knapp 60 Millionen Fällen entschieden, schwer erkrankte Influenza-Patienten mit Tamiflu zu behandeln. "Bei dieser Vielzahl von Behandlungen konnte bislang kein kausaler Zusammenhang zwischen der Einnahme des Wirkstoffs Oseltamivir und auffälligen psychiatrischen Verhaltensstörungen festgestellt werden", erklärte der Sprecher.

Patienten mit Influenza könnten durch hohes Fieber "ein abnormales Verhalten entwickeln", zum Beispiel im Form von Fieberträumen, Halluzinationen und Delirium. "Dies kann unabhängig davon vorkommen, ob die Patienten mit einer antiviralen Therapie behandelt werden oder nicht." Die aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation sowie der Seuchenbekämpfungsbehörden in den USA und Europa zur Therapie der Schweinegrippe würden diese Einschätzung unterstreichen.

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insgesamt 2345 Beiträge zum Forum...
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11.01.2010 von ZumPostwinkel: Pharmagrippe!!!

Ich hoffe, daß endlich allen Verantwortlichen die Augen aufgehen, um den Korruptionsschwindel um die "Schweinegrippe" festzustellen und zu untersuchen. Die Verbindungen von RKI, PEI und anderen steuerrelevanten Institutionen [...] mehr...

10.01.2010 von Momoka1:

http://www.swissinfo.ch/ger/index/Schweiz_will_ueberfluessige_Impfstoffe_loswerden.html?cid=8023032 Zitat: "Medizinskandal Verschiedene Europarats-Mitglieder überlegen sich, ob sie eine Untersuchung verlangen wollten, [...] mehr...

06.01.2010 von unente:

Diesen Punkt sollte man tatsächlich medial noch viel tiefer ergründen! Genau so war es doch schon im Falle von "BSE", als unklares Rindfleisch für Europäer nicht mehr zugelassen wurde - aber für arme Asiaten war es offenbar gut [...] mehr...

06.01.2010 von unente:

Nur noch einmal ganz kurz: H1N1 IST schon seit Jahren Teil der "normalen saisonalen Grippe" - da ist nix "neu" daran! Es gibt nur immer verschiedene Subtypen dieser Viren, auf die angeblich die Impfstoffe abgestimmt werden, mit [...] mehr...

06.01.2010 von sonny: Und das wenige, was zu lesen ist,

ist alles andere als Einsicht. Wie sollten sie auch, dieses Konsortium jeder Art: Aktionäre, Forscher, Ärzteschaft, Politiker, Presse, braucht dringend ein neues Pandemie-Fantom. Der Zynismus, die Ware an andere Länder zu [...] mehr...

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Es handelt sich um ein Influenza-A-Virus mit der Bezeichnung H1N1, das sich von Mensch zu Mensch übertragen kann - vor allem durch Händeschütteln, Niesen und Husten. Ein H1N1-Virus war auch der Auslöser der Spanischen Grippe, die zwischen 1918 und 1920 weltweit mindestens 25 Millionen Menschen getötet hat.

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