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21.10.2009
 

Alzheimerforschung

Eiweiß-Kost lässt Mäusehirne schrumpfen

Labormaus: Eiweißkost sorgt in manchen Fällen für fünf Prozent leichteres GehirnZur Großansicht
AP

Labormaus: Eiweißkost sorgt in manchen Fällen für fünf Prozent leichteres Gehirn

Eiweißreiche Ernährung scheint zumindest bei einigen Mäusen problematische Folgen zu haben. Forscher haben herausgefunden, dass bei Tieren mit einer alzheimerartigen Erkrankung das Gehirn schrumpfen kann.

New York - Wie wirkt sich die Ernährung auf den Krankheitsverlauf von Mäusen mit einer Veranlagung zur Alzheimer-Krankheit aus? Diese Frage wollte ein Forscherteam um Sam Gandy von der Mount Sinai School of Medicine in New York klären.

Für ihre Versuche griffen die Wissenschaftler aus den USA, Kanada und Großbritannien auf genetisch veränderte Tiere zurück, die eine Veranlagung für die Entwicklung von Alzheimer haben. Das Gehirn dieser Mäuse bildet eine veränderte Form des Proteins APP, das in ähnlicher Form auch beim Menschen vorkommt. Aus diesem entstehen später die sogenannten Amyloid-Plaques, die charakteristisch für die Alzheimer-Krankheit sind.

Die Forscher fütterten die 4 bis 18 Wochen alten Tiere mit vier unterschiedlichen Futterarten: Neben dem Standardfutter enthielt ihre Nahrung entweder viel Fett und wenig Kohlenhydrate, viel Eiweiß und wenig Kohlenhydrate oder viele Kohlenhydrate und wenig Fett. Kohlenhydrate kommen vor allem in zuckerhaltigen Lebensmitteln, aber auch in hohem Maße in Getreide und Hülsenfrüchten vor.

Bestimmte Hirnregionen waren weniger entwickelt

Gandy und sein Team interessierten sich dafür, wie sich die unterschiedliche Ernährung auf die Plaque-Bildung, die Größe des Gehirns und die Struktur verschiedener Hirnregionen auswirkte. Dabei machten die Forscher eine überraschende Entdeckung, wie sie nun im Fachmagazin "Molecular Neurodegeneration" berichten: Die Mäuse mit der eiweißreichen Ernährung hatten ein um fünf Prozent leichteres Gehirn als die Mäuse aller anderen Gruppen. Außerdem war ihr Hippocampus weniger entwickelt - eine Hirnregion, die für das Lernen und das Gedächtnis eine wichtige Rolle spielt.

Zukünftige Untersuchungen müssten allerdings erst zeigen, ob das verringerte Hirnvolumen tatsächlich mit der Bildung von Alzheimer-Plaques zusammenhänge, schreiben die Forscher. Im Prinzip wäre es auch möglich, dass der Effekt auch bei genetisch nicht veränderten Mäusen auftritt. Aus früheren Untersuchungen schließen Gandy und sein Team jedoch, dass eine eiweißreiche Ernährung die Gehirnzellen für Alzheimer-Plaques empfindlicher machen könnte. "Die Ergebnisse legen die Frage nahe, ob bestimmte Ernährungsweisen den Beginn und das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit begünstigen können", sagt Gandy.

Diesen Zusammenhang auch für den Menschen zu klären ist alles andere als einfach: Im Prinzip müssten Forscher dazu verschiedenen Personengruppen per Zufall unterschiedliche Ernährungspläne zuordnen - ein ethisch bedenkliches Vorgehen. "Aber wenn Wissenschaftler jemals spezifische Ernährungsempfehlungen für Alzheimer-Patienten aussprechen wollen, wären solche Untersuchungen notwendig", sagt Gandy.

Bisher hatten Studien Hinweise dafür geliefert, dass eine fettarme Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Fisch die Alzheimer-Krankheit beim Menschen verzögern kann.

chs/ddp

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