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31.10.2009
 

Influenza-Pandemie

Experten warnen vor Schweinegrippewelle im Winter

Hinweis auf Grippeimpfung in Hamburg: Im Winter droht die Influenza-WelleZur Großansicht
dpa

Hinweis auf Grippeimpfung in Hamburg: Im Winter droht die Influenza-Welle

Nur schleppend läuft die Massenimpfung gegen Schweinegrippe in Deutschland an. Doch Experten raten zur Spritze. Für den Winter erwarten Wissenschaftler eine zweite Welle der Influenza-Epidemie - auch mit schweren Erkrankungen: "Bislang war das nur Geplänkel, jetzt geht es los."

Frankfurt am Main - Fachleute rechnen mit einem deutlichen Anstieg der Schweinegrippe-Erkrankungen in Deutschland in den kommenden Wochen und Monaten. In der kälteren Jahreszeit seien nun auch schwerere Krankheitsverläufe möglich, sagte der Direktor des Instituts für Hygiene und öffentliche Gesundheit an der Uni-Klinik Bonn, Martin Exner.

Auch der Virologe Alexander Kekulé aus Halle warnte, jede Grippe habe im Winter ihre Hochsaison. "Unser Immunsystem ist schlechter, die Atemwege sind trocken. Deshalb können sich Viren dort besser ansiedeln." Man werde im Winter auch zunehmend schwere Fälle sehen, sagte der Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg am Samstag im Nachrichtenradio MDR Info. Der Gesundheitsexperte René Gottschalk, Leiter des Zentrums für hochinfektiöse Erkrankungen Hessen und Rheinland-Pfalz, erklärte im Hessischen Rundfunk, Deutschland drohe eine Erkrankungswelle, weil die feuchte Jahreszeit günstige Bedingungen schaffe.

Am Freitag waren in Deutschland drei weitere Schweinegrippe-Patienten gestorben, darunter erstmals eine Patientin ohne bekannte Vorerkrankungen. Exner sagte, der Fall zeige, dass eine Infektion auch bei eigentlich gesunden Menschen ernst verlaufen könne. Kekulé erklärte, in sehr seltenen Fällen rufe die Schweinegrippe eine direkte Lungenentzündung hervor. "Das Virus kann ganz unmittelbar die tiefen Atemwege befallen und wirkt dann tödlich." Gesundheitsexperte Gottschalk sagte: "Die ganzen Fälle bislang waren nur Geplänkel, jetzt geht es los."

Die Experten rieten zu einer Impfung. Wichtig sei auch, die Hygieneregeln einzuhalten. Kekulé sagte, die Nebenwirkungen einer Impfung seien ärgerlich, müssten aber in Kauf genommen werden. "Der Impfstoff ist leider nicht optimal", räumte er ein. "Wir haben aber nur diesen einen im Moment." Die Schweinegrippe selbst sei auf jeden Fall schlimmer als die Nebenwirkungen der Impfung.

Jeder solle sich überlegen, ob er nicht doch zur Schutzimpfung gehe, sagte Gottschalk. Er kritisierte die Informationspolitik der Bundesregierung über die Schutzimpfungen, die Berichte über verschiedene Impfstoffe hätten die Menschen verunsichert.

"Unglaublicher Blödsinn als Wahrheit"

Bisher läuft die Impfung in Deutschland nur schleppend an. Am Montag hat die Massenimpfung gegen die Schweinegrippe begonnen. Umfragen zufolge will sich aber ein Großteil der Bevölkerung bisher nicht impfen lassen. Die Stimmung könne aber über Nacht umschlagen, "sobald wie jetzt in den USA die Zahl der Schwerkranken steigt und die Krankenhausbetten knapp werden", sagte Michael Pfleiderer vom Paul-Ehrlich-Institut im hessischen Langen.

Dass bei einem zunächst milden Verlauf selbst Ärzte Vorbehalte gegen die Impfung äußerten, "hätte ich mir nicht träumen lassen", sagte der Leiter des Fachgebietes Virusimpfstoffe beim Institut der "Wirtschaftswoche". Sachlich gebe es überhaupt keinen Grund für Vorbehalte - die kritisierten Wirkungsverstärker seien längst erprobt und in herkömmlichen Grippe-Impfstoffen schon millionenfach gespritzt worden. Es werde "unglaublicher Blödsinn als Wahrheit" verkauft.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärte, mit der sich abzeichnenden zunehmenden Ausbreitung der Schweinegrippe werde auch die Zahl von Fällen mit schwerem Verlauf zunehmen. Auch das RKI verwies auf die Wichtigkeit von Hygienemaßnahmen und Impfungen zur Prävention.

Mit den neuen Todesfällen sind bisher sechs Schweinegrippe-Patienten in Deutschland gestorben. Nach Angaben des RKI gibt es in Deutschland inzwischen mehr als 25.000 Fälle von Schweinegrippe. Weltweit sind es laut Weltgesundheitsorganisation WHO bisher mehr als 440.000 bestätige Erkrankungen. Mehr als 5700 Menschen starben.

Lieferengpässe beim Impfstoff

Für die Impfmüdigkeit sind nicht nur Vorbehalte in der Bevölkerung verantwortlich. Manche Hausärzte bieten bewusst keine Impfungen an. Auch wurde laut Stuttgarter Sozialministerium zumindest nach Baden-Württemberg deutlich weniger Impfstoff geliefert als im Juli geplant. Niedersachsen hatte wegen Lieferengpässen den Start der Schweinegrippe-Impfung um eine Woche auf kommenden Montag verschoben.

Statt 900.000 Dosen Pandemrix pro Woche seien bisher in der ersten Marge 200.000 und in einer zweiten 112.000 in Baden-Württemberg angekommen. Die Situation bundesweit sei vergleichbar, sagte eine Sprecherin des Hersteller GlaxoSmithKline. Grund seien Anlaufschwierigkeiten bei der Herstellung. Vorrangig geimpft werden Klinikmitarbeiter, Polizisten, Feuerwehrleute und chronisch Kranke.

Für die verzögerte Lieferung sind nach Angaben des Herstellers Anlaufschwierigkeiten verantwortlich. "Am Anfang hat sich das Impfstoff-Saatvirus nicht so gut vermehren lassen wie erwartet", sagte die Sprecherin. Es zeichne sich ab, dass die im Juli anvisierte Zahl von bundesweit 8,3 Millionen Impfdosen monatlich vorerst deutlich unterschritten werde. Mittlerweile habe die Firma das Herstellungsverfahren optimiert: "Wir sehen eine Tendenz nach oben."

In den USA wird unterdessen das Grippemittel Tamiflu in der flüssigen Form knapp. Die US-Seuchenbehörde CDC gab alle restlichen Notfallreserven des Grippemittels in flüssiger Form frei, die besonders für Kinder geeignet ist.

phw/dpa/AP/ddp

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26.11.2009 von Schwarzfalke: Ach doch...

ich schau immer 'mal hier rein. Einerseits belustigt es mich (rkinfo) oder es wird mir zu viel (Elke Ospert). Generelles Schmunzeln oder Kopfnicken enstehen bei Ihnen und krasso. Also nix für Ungut, ich beobachte alles. ;-) mehr...

26.11.2009 von willhy:

Gute Geschäfte dank Schweinegrippe Eigentlich sah es für die Pharmakonzerne nicht gut aus: Steigende Konkurrenz durch Generika-Verschreibungen drückten auf Umsätze und Gewinne. Doch die Schweinegrippe sorgt für [...] mehr...

26.11.2009 von KPunkt:

...und zwar gleich neben den Verkehrstoten. Die sind nur eine Erfindung der Verkehrsschilderlobby im Verband mit den Ampelherstellern. mehr...

26.11.2009 von KPunkt:

Wissen Sie, was wirklich toll wäre? Wenn Sie wortwörlich, bzw. 1:1 irgendwelche Passagen übernehmen, diese als Zitat kennzeichnen und auch die Quelle anzugeben würde. Ansonsten ist es sehr missverständlich, man [...] mehr...

26.11.2009 von rkinfo:

a) Schon unsere Vorfahren hatte ähnliche Zahlen. Und Epidemien gabs schon immer zu verzeichnen. b) Die Grippesaison in Euro ist der kalendarische Winter und nicht der November oder Sommer (Mallorca 2009). Nur grippale [...] mehr...

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Wer sich in den kommenden Wochen gegen die Schweinegrippe impfen lässt, sollte seinen Arzt oder Apotheker über aufgetretene Nebenwirkungen informieren, insbesondere im Fall von Kleinkindern und Schwangeren. Das teilte die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) zum Start der bundesweiten Impfaktion mit.

Der Vorsitzende des Gremiums, Martin Schulz, erklärte: "Soweit wir derzeit wissen, ist die Impfung gut verträglich. Um seltene Nebenwirkungen zu entdecken, bitten wir alle Patienten, ihren Arzt oder Apotheker über beobachtete Nebenwirkungen zu informieren."

Auch bereits bekannte unerwünschte Wirkungen sollten gemeldet werden, damit deren Häufigkeit oder Schweregrad künftig besser eingeschätzt werden könnten. Apotheken würden dann die Verdachtsfälle an die Geschäftsstelle der AMK melden.

Nebenwirkungen wie Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle sowie mehrtägige Kopf- und Gliederschmerzen sind bei jeder Grippeimpfung möglich. Adjuvantien können die Nebenwirkungen verstärken.

Das Schweinegrippe-Virus

Der Erreger

Es handelt sich um ein Influenza-A-Virus mit der Bezeichnung H1N1, das sich von Mensch zu Mensch übertragen kann - vor allem durch Händeschütteln, Niesen und Husten. Ein H1N1-Virus war auch der Auslöser der Spanischen Grippe, die zwischen 1918 und 1920 weltweit mindestens 25 Millionen Menschen getötet hat.

Die Symptome

Die Gefahr

Antivirale Mittel

Wandlungsfähigkeit von Grippeviren





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