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10.11.2009
 

Neue Sterilisationsmethode

Plastikbeutel tötet Bakterien

Krankenhaus: Neue Methode könnte Hygiene-Maßnahmen erleichternZur Großansicht
Corbis

Krankenhaus: Neue Methode könnte Hygiene-Maßnahmen erleichtern

120 Grad Celsius, hoher Druck - normalerweise befreit man Geräte in Krankenhäusern mit heißem Wasserdampf von Bakterien. Jetzt soll eine neue Methode die Hygienevorsorge verbessern: Mit Plasma können selbst temperaturempfindliche Instrumente keimfrei gemacht werden.

Im Krankenhaus lauert der Feind überall: Krankheitserregende Bakterien machen sich auf Geräten und Instrumenten breit. Daher müssen sie ständig sterilisiert werden. Die Methode dazu hat sich seit rund 130 Jahren kaum geändert. Mikroorganismen wird mit sogenannten Autoklaven der Garaus gemacht: Nährmedien, medizinische Instrumente, Operationswäsche oder Tupfer werden in einem Behältnis hohem Dampfdruck und Temperaturen von etwa 120 Grad Celsius ausgesetzt.

Nun könnte eine neue Ära in der Hygienevorsorge anbrechen - glauben jedenfalls niederländische Forscher. Norbert Koster vom niederländischen TNO-Forschungsinstitut stellte auf der 56. Konferenz der physikalisch orientierten American Vacuum Society ein neues Verfahren vor: Sie machen medizinische Gerätschaften mit Plasma keimfrei, einem Gas aus geladenen Teilchen.

Die Gerätschaften werden in Vakuum-Plastikbeuteln versiegelt und in eine Kammer mit Unterdruck gelegt. Dadurch blähen sich die Beutel auf, Magnetfelder regen das enthaltene Plasma an und die Mikroorganismen erliegen dem so ausgelösten Ionenbeschuss. Wird der Beutel nach der Prozedur aus der Unterdruck-Kammer genommen, legt sich die Plastikhülle wieder eng um die Instrumente und hält sie versiegelt.

"Der große Vorteil der Plasma-Behandlung ist, dass es ein relativ kühles Verfahren ist und dass sie neben der Sterilisierung auch eine reinigende Wirkung entfaltet", erklärt Koster. Zwar hat die Gasbehandlung durchaus bereits ihren Weg in die Praxis gefunden - doch der große Durchbruch blieb ihr bisher verwehrt. Grund dafür ist der Umstand, dass sie nicht in einem versiegelten Behälter stattfinden konnte.

Das ändert sich nun mit dem Tütenverfahren. Die Wissenschaftler wollen das traditionelle Dampfdruckverfahren vorerst aber nur ergänzen. Zum einen zielen sie dabei auf moderne hochempfindliche elektronische Geräte wie Detektoren ab, die durch Hitze und Druck schnell beschädigt werden. Zum anderen lässt sich das Plasma in der Zusammensetzung verändern - die Gasbehandlung wird also für jede beliebige mikrobielle Spezies zielgerecht designt.

lub/ddp

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