Mittwoch, 10. Februar 2010

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Schweinegrippe

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11.11.2009
 

Schweinegrippe

Millionen Deutsche müssen länger auf Impfung warten

Jeden Tag melden Ärzte Hunderte neue Schweinegrippe-Infektionen - doch die Impfkampagne stockt. Bis Ende November wird weniger als ein Fünftel der bestellten Dosen bereitstehen, räumte Gesundheitsminister Rösler jetzt ein. Auch das spezielle Serum für Schwangere wird zunächst nicht ausreichen.

Berlin/Frankfurt am Main - 50 Millionen Dosen des Schweinegrippe-Impfstoffs Pandemrix haben die Bundesländer bestellt, bis Ende Oktober sollte diese Menge bereitstehen. Jetzt hat Bundesminister Philipp Rösler (FDP) den aktuellen Stand der Impfkampagne bekanntgegeben - und der fällt deutlich hinter die ursprüngliche Planung zurück.

Bis Ende November sollen nun 9,3 Millionen Pandemrix-Dosen ausgeliefert sein, am Jahresende solle die Zahl bei 20 Millionen liegen. Das habe der Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) den Gesundheitsministern von Bund und Ländern zugesichert, sagte Rösler an diesem Mittwoch in Berlin. Die vollständige Menge von 50 Millionen Dosen werde voraussichtlich erst bis März kommenden Jahres vollständig ausgeliefert. Klar sei dieser Zeitplan aber auch noch nicht.

"Diese Zahlen machen schon deutlich, dass nicht jeder geimpft werden kann", räumte Rösler ein. "Wichtig ist, dass jetzt nicht jeder sofort zu den Impfstellen rennt." Zunächst soll Sicherheits- und Gesundheitspersonal geimpft werden, danach Menschen mit chronischen Krankheiten. Die breite Masse der Bevölkerung kann sich laut Rösler frühestens ab Dezember impfen lassen.

Impfstoff für Schwangere kommt - allerdings nur für jede Vierte

Im Dezember sollten zusätzlich 150.000 Impfdosen ohne Wirkverstärker zur Verfügung stehen, sagte Thüringens Gesundheitsministerin Heike Taubert (SPD). Pandemrix ist mit einem Wirkverstärker, einem sogenannten Adjuvans, versehen. Frauen, die ein Kind erwarten, sollten nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) mit einem adjuvans-freien Spalt-Impfstoff geimpft werden. Doch bis ein solcher verfügbar ist, kann nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und des Robert Koch-Instituts (RKI) eine Impfung mit Pandemrix in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Schwangere sollten mit ihrem Arzt besprechen, ob das Ansteckungsrisiko für sie erhöht ist, etwa durch weitere Kinder im Haushalt, oder durch eine chronische Krankheit.

Der nun bestellte adjuvansfreie Impfstoff dürfte allerdings bei weitem nicht für alle Schwangeren ausreichen. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts kamen im vergangenen Jahr in Deutschland fast 683.000 Kinder zur Welt. 150.000 Impfdosen ohne Wirkverstärker würden demnach nicht einmal für jede vierte Schwangere ausreichen. Das Serum soll im Dezember geliefert werden. Mehr Impfstoff dieser Art sei nicht lieferbar, sagte der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: "Das war keine politische Entscheidung."

Rösler hatte den Impfgipfel mit den Länder-Gesundheitsministern einberufen, weil es in den vergangenen Tagen in vielen Regionen zu Engpässen bei der Versorgung mit Impfstoffen gekommen war. Dies liegt unter anderem an der schleppenden Lieferung durch den Hersteller GSK, der nach eigenen Angaben Probleme mit der Vermehrung des Saatvirus hatte. Laut Robert-Koch-Institut wurden inzwischen mehr als 50.000 Fälle der Schweinegrippe in Deutschland registriert. "Wir haben ein sehr dynamisches Geschehen", sagte RKI-Präsident Jörg Hacker. Wie genau sich die Seuche aber derzeit in Deutschland und global verbreitet, weiß niemand - auch Computermodelle konnten das bisher nicht verraten.

Rösler warb für Verständnis für die schleppend angelaufene Massenimpfung. Die größte Impfaktion in der Geschichte Deutschlands habe erst vor zwei Wochen begonnen. Erst vor einem halben Jahr sei der Erreger ausfindig gemacht worden. "Insofern ist das eine Leistung." Regressforderungen an den Hersteller machten keinen Sinn, auch wenn die Erwartungen nicht eingehalten worden seien, erklärten die Minister. Vertraglich sei vereinbart worden, dass Deutschland 16 Prozent der für Europa bestimmten Impfmenge bekomme. Dieser Anteil bleibe gleich - auch bei insgesamt kleinerer Menge.

mbe/dpa/AP/Reuters

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