Mittwoch, 10. Februar 2010

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Schweinegrippe

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13.11.2009
 

Seuchenbekämpfung

So ist die Lage an der Schweinegrippe-Front

Von Markus Becker, Cinthia Briseño, Lisa Hemmerich und Jan Hendrik Meier

Schweinegrippe-Impfung: Engpässe überall in Deutschland
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REUTERS

Schweinegrippe-Impfung: Engpässe überall in Deutschland

3. Teil: Welche Nebenwirkung gibt es?

Die Schweinegrippe-Impfung kann stärkere Nebenwirkungen verursachen als die übliche Grippeimpfung. Der Grund ist, dass in dem neuen Impfstoff Pandemrix die Wirkstoffmenge pro Dosis drastisch verringert wurde und beigemischte Substanzen die Reaktion des Immunsystems verstärken. Nur so ist es möglich, sehr viel mehr Impfstoff-Portionen herzustellen als sonst üblich.

Die beigemischten Wirkverstärker (Adjuvanzien) können jedoch unerwünschte Nebeneffekte auslösen. Geimpfte müssen mit Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle rechnen. Auch kann es manchmal zu mehrtägigen Kopf- und Gliederschmerzen kommen, schwere Nebenwirkungen treten nach den bisherigen Erkenntnissen aber nur in seltenen Fällen auf.

Allerdings steht zu befürchten, dass es in den kommenden Wochen einen sprunghaften Anstieg von Meldungen geben wird, die Todesfälle, Fehlgeburten und Krankheiten mit der Schweinegrippe-Impfung in Zusammenhang bringen. Forscher weisen hier auf eine simple Tatsache hin: Wenn sich Millionen Menschen impfen lassen, ist statistisch damit zu rechnen, dass einige von ihnen relativ kurz nach der Impfung sterben oder schwer erkranken - ohne dass die Impfung ursächlich etwas damit zu tun hat. Diese Fälle wären auch so aufgetreten.

Wirkverstärker nach wie vor umstritten

Kritik am Einsatz des Wirkverstärkers im Massenimpfstoff gibt es dennoch. Tatsächlich stammt das Konzept aus den Plänen zur Bekämpfung einer Vogelgrippe-Pandemie. Gegen den Schweinegrippe-Erreger H1N1, der sich grundsätzlich vom Vogelgrippe-Virus H5N1 unterscheidet, ist allerdings ein Vakzin ohne Adjuvans ausreichend. Bei der derzeit laufenden Massenimpfung in den USA etwa kommt kein Wirkverstärker zum Einsatz.

Für die Einschätzung der Sicherheit ist wichtig, wie viele Studiendaten zu einem Impfstoff vorliegen. Da das Mittel Pandemrix der Firma GlaxoSmithKline noch in keinem saisonalen Grippeimpfstoff millionenfach eingesetzt wurde, müssen die Mediziner hier auf Studien an wenigen zehntausend Probanden zurückgreifen. Diese Anzahl ist allerdings nicht ausreichend, um sehr seltene Nebenwirkungen zu erkennen.

Andererseits ist auch der adjuvansfreie Impfstoff Celvapan von der Firma Baxter nicht grundsätzlich besser. Celvapan ist - anders als Pandemrix, bei dem nur Bruchstücke der Grippeviren als Antigen verwendet werden - ein Ganzvirus-Impfstoff, den die Ständige Impfkommission ebenso wenig wie Pandemrix für Schwangere empfiehlt. Schon vor Jahrzehnten wurden Ganzvirusimpfstoffe wegen einer zu hohen Rate an Nebenwirkungen durch Spaltimpfstoffe ersetzt. Außerdem wurde Celvapan insgesamt noch weniger als Pandemrix erprobt.

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