ThemaSchweinegrippeRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
28.11.2009
 

Weniger Ansteckungen

Ärzte sehen Ende der ersten Schweinegrippe-Welle

Impfung (in Düsseldorf, 3. November): "Vermutlich ist die große Infektionswelle vorbei"Zur Großansicht
dpa

Impfung (in Düsseldorf, 3. November): "Vermutlich ist die große Infektionswelle vorbei"

Es gibt erste Anzeichen dafür, dass der Scheitelpunkt der ersten Schweinegrippe-Welle erreicht ist. Nach SPIEGEL-Informationen wollen die Bundesländer beim Pharmakonzern GlaxoSmithKline nun ausloten, ob sie wirklich alle Impfstoffdosen abnehmen müssen.

Berlin - In Bayern, wo die aktuelle Schweinegrippe-Welle ihren Anfang nahm, geht die Zahl der Patienten, die wegen akuter Atemwegserkrankungen zum Arzt gehen, schon seit zwei Wochen zurück. "Das ist ein zarter Trend", sagt die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts, Susanne Glasmacher, dem SPIEGEL.

Inzwischen scheint sich die Lage aber auch in den nördlichen Ländern zu entspannen. Die pflegerische Leiterin der Notfallambulanz am Altonaer Kinderkrankenhaus in Hamburg, Doris Schrage, sagt: "Vermutlich ist die große Infektionswelle schon vorbei." Die Ruhe nach dem ersten Sturm genießen auch die Mitarbeiter im hannoverschen Kinderkrankenhaus auf der Bult. "Wir wissen nur noch nicht, ob es das wirklich schon war", sagt Chefarzt Thorsten Wygold dem SPIEGEL. Der Kinderarzt Heiko Krude am Berliner Virchow-Klinikum glaubt, dass die Mediziner das Seuchengeschehen im Griff haben. "Die Symptome sind weitgehend mild, wir haben keine Knappheit bei Intensivbetten oder Beatmungsgeräten."

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Donnerstag Berichte verfrüht genannt, nach denen die Grippewelle etwa in den USA bereits ihren Höhepunkt erreicht habe. Es sei nicht ungewöhnlich, dass nach einer ersten Welle die Zahl der Ansteckungen zurückgehe, erläuterte der WHO-Sonderberater für Grippepandemien, Keiji Fukuda. Dies liege auch daran, dass nach einem ersten Höhepunkt immer mehr Menschen immun würden. "Noch immer aber ist die Aktivität in Ländern der nördlichen Hemisphäre sehr groß", sagte der WHO-Experte. "Wir werden zumindest noch einige Wochen eine anhaltende Aktivität erleben."

Bis zu 4,8 Millionen Deutsche, darunter Risikogruppen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens, sind inzwischen gegen die Schweinegrippe geimpft. Nach Angaben der Herstellerfirma GlaxoSmithKline (GSK) sind bisher rund 9,6 Millionen Impfdosen von den Bundesländern abgeholt worden. Dies sei mehr, als das Unternehmen vor zwei Wochen Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) zugesagt habe. Dort war von 9,3 Millionen Impfdosen bis Ende November die Rede.

Verzögerungen bei der Impfstoffproduktion

Der Impfstoff sei nicht knapp. "Ein möglicherweise lokal gefühlter Engpass hat nichts mit den von uns gelieferten Mengen und unserer Produktion zu tun", sagte Rösler. Gleichzeitig kündigte GSK an, bei der Auslieferung des Impfstoffs Pandemrix werde es in der kommenden Woche zu Verzögerungen kommen. Drei Chargen des Impfstoffs seien verspätet in die Qualitätssicherung gekommen. Sie könnten deshalb nicht wie vorgesehen ausgeliefert werden.

Das Unternehmen habe den Bundesländern am Freitag angekündigt, in der Woche vom 30. November bis zum 6. Dezember nur 1,5 Millionen Dosen auf Deutschland verteilen zu können. GSK gehe aber davon aus, dass die Verzögerung keine Auswirkung auf die Versorgung mit Pandemrix in Deutschland haben werde. Den Rückstand will der Hersteller in den kommenden Wochen ausgleichen und den Bundesländern bis zum Jahresende wie geplant mindestens 20 Millionen Dosen zur Verfügung stellen.

Dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen waren bis zum 19. November insgesamt 451 Verdachtsfälle von Impfreaktionen gemeldet worden, darunter 10 Todesfälle. Bei keinem Todesfall gebe es jedoch einen Hinweis, dass der Impfstoff die Ursache war. Ein Präparat für die Risikogruppe der Schwangeren soll in der kommenden Woche zugelassen werden.

Am Dienstag wollen die Landesgesundheitsministerien nach SPIEGEL-Informationen beraten, wie dringend sie der gesunden Bevölkerung die Impfspritze empfehlen wollen. Insbesondere soll es um die Frage von Massenimpfungen in Betrieben gehen. Schon jetzt rechnen die Länder damit, auf einem erheblichen Teil der 50 Millionen Impfdosen sitzen zu bleiben. "Wir wollen jetzt beim Hersteller GlaxoSmithKline ausloten, ob wir wirklich alle Dosen abnehmen müssen", sagt ein mit den Vertragsverhandlungen vertrauter Ministerialer dem SPIEGEL. Auch hätten ein halbes Dutzend Staaten, darunter die Ukraine, Interesse am deutschen Impfstoff angemeldet.

chs/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 2823 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
08.12.2009 von Krassopateras:

Kein Wunder, einer von denen wurde auch schon beim Thema Finanz"krise" sehr kleinlaut. mehr...

08.12.2009 von werner thurner: Totale Impfpflicht?

Das ist nicht die Alternative. Wie wir bisher gesehen und gelernt haben, werden durch die mit der Industrie verbandelten Gesundheitsbehörden seit Jahren Impfungen empfohlen und zugelassen, die höchstens für gewisse [...] mehr...

08.12.2009 von Horaschke: Uns?

Uns? Wen meinen Sie mit "Uns"? mehr...

08.12.2009 von Ulrich lr.: Keine Bedrohung - desto besser

Falls Sie selbst nicht an eine Bedrohung glauben, soll uns das recht sein. Dann dürfte es Ihnen ja auch nichts ausmachen zu versprechen, die Kosten für die eigene Schweinegrippe privat zu übernehmen. Ihr Fauchen deutet [...] mehr...

08.12.2009 von Ulrich lr.: Kassenversicherte Milchmädchen

Nein. Völlig falscher Ansatz. Sicherlich bekommt Ihr Kassenarzt sogar weniger als 40 Euro pro Patient im Quartal. Egal ob der Patient nun Schweinegrippe oder Keuchhusten oder Masern oder eben alles zusammen hat. Ein [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
alles aus der Rubrik Medizin
alles zum Thema Schweinegrippe

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Acht Fragen zur Schweinegrippe

Klicken Sie auf eine Frage, um mehr zu erfahren

Wie kann man sich schützen?

Wie verbreitet sich das H1N1-Virus?

Welche Symptome treten auf?

Was tun bei Verdacht auf Schweinegrippe?

Helfen Medikamente nach einer Ansteckung?

Ist ein Mundschutz sinnvoll?

Wie weist man das Virus nach?

Kann sich der H1N1-Erreger verändern?


Schweinegrippe-Impfung

Klicken Sie auf eine Frage, um mehr zu erfahren

Wer wird geimpft?

Womit wird geimpft?

Wann wird geimpft?

Wo wird geimpft?

Was kostet das?

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Was tun bis zur Impfung?

Hotline der Bundesregierung





TOP



TOP