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16.12.2009
 

Jerusalem

Lepra in 2000 Jahre alter Gruft nachgewiesen

Zehenknochen mit Krankheitssymptomen: Auch Anzeichen von Tuberkulose gefundenZur Großansicht
Kim K. Vernon

Zehenknochen mit Krankheitssymptomen: Auch Anzeichen von Tuberkulose gefunden

Er hatte Lepra und zusätzlich Tuberkulose: In einer Gruft aus dem ersten Jahrhundert haben Forscher in Jerusalem Anzeichen für Lepra bei einer männlichen Leiche gefunden. Die Wissenschaftler erhoffen sich ein besseres Verständnis der Verbreitung der Krankheiten im Altertum.

Jerusalem - Die Symptome sind eindeutig: In Jerusalem haben Wissenschaftler bei einem Leichnam aus der Zeit Jesu Hinweise auf Lepra gefunden. Der Mann habe an dieser Krankheit und zudem an Tuberkulose gelitten, berichtete das Forscherteam unter Leitung von Carney Matheson von der Universität Lakehead in Kanada im Online-Fachmagazin " PLoS ONE" (Bd. 4, Artikel e8319). Es handle sich um den ältesten bekannten Fall von Lepra, der mit Labormethoden nachgewiesen wurde.

In dem Grab wurden auch Reste eines Leichentuchs entdeckt. Die in Stein gehauene Gruft mit mehreren Kammern liegt im Hinnom-Tal auf einem Friedhof, der bereits in der Bibel (Matthäus 27:3 - 8) als Blutacker beschrieben wurde. Bei anderen Verstorbenen in der Gruft seien ebenfalls Anzeichen von Tuberkulose gefunden worden, berichteten die Forscher weiter. Man habe DNA-Proben entnommen, um die Verwandtschaftsverhältnisse zu klären. Es sei das erste Mal, dass ein Grab aus dem ersten Jahrhundert der modernen Zeitrechnung mit molekularen Mitteln untersucht wurde.

"Der Fund von Tuberkulose und Lepra bei den Menschen, die im 'Leichentuch-Grab' begraben liegen, ist wichtig für das Verständnis der geografischen und zeitlichen Verbreitung von Tuberkulose und Lepra im Altertum", erklärte Matheson. Die molekulare Archäologie könne künftig viel zur Erforschung von Krankheiten im Altertum beitragen.

lub/dpa

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